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Griechenland rüstet wegen Streit mit Türkei auf

"Nationales Schild"  

Griechenland rüstet wegen Streit mit Türkei auf

12.09.2020, 20:13 Uhr | dpa

Griechenland rüstet wegen Streit mit Türkei auf. Kyriakos Mitsotakis: Der griechische Regierungschef rüstet auf. (Quelle: imago images/Pacific Press Agency)

Kyriakos Mitsotakis: Der griechische Regierungschef rüstet auf. (Quelle: Pacific Press Agency/imago images)

Auf den Erdgas-Streit mit der Türkei reagiert der griechische Regierungschef mit einem drastischen Schritt: Er verstärkt Raketen, Fregatten, Jets und die Armee. Eigentlich wollen die Nato-Partner ihren Konflikt friedlich lösen. 

Griechenland hat wegen der schweren Spannungen mit der Türkei im östlichen Mittelmeer ein umfangreiches Aufrüstungsprogramm in die Wege geleitet. "Es wird ein nationales Schild entstehen", kündigte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Samstag während einer Rede in der Hafenstadt Thessaloniki an, die vom griechischen Fernsehen übertragen wurde.

18 Mehrzweckjets und vier neue Fregatten geplant

Athen will nach Angaben des Ministerpräsidenten 18 französische Mehrzweckjets vom Typ Rafale kaufen. Zudem sollen vier neue Fregatten angeschafft und vier weitere vorhandene Fregatten aus deutscher Produktion modernisiert werden. Auch der Bestand an Flugabwehrraketen, Torpedos und anderer Munition werde erhöht. Darüber hinaus solle die griechische Waffenindustrie verstärkt zur Rüstung des Landes beitragen – das betrifft etwa Werften nahe Athen. Das militärische Personal wird nach den Worten von Mitsotakis ebenfalls ausgebaut: 15.000 neue Berufssoldaten sollen in den kommenden fünf Jahren eingestellt werden.

Mitsotakis betonte, Griechenland sei bereit, die Differenzen im Zusammenhang mit dem Erdgaskonflikt mit der Türkei friedlich zu lösen. Wolle die Türkei dies ebenfalls und komme es dennoch zu keiner Einigung, könne man das strittige Thema der Ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ) vor den Internationalen Gerichtshof bringen, sagte er.

Im östlichen Mittelmeer eskaliert seit Wochen der Streit zwischen den Nato-Mitgliedern Griechenland und Türkei um Erdgas in dem Seegebiet. Griechenland wirft der Türkei vor, in der Region griechischer Inseln illegal Vorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe zurück und argumentiert, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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