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Erdoğan-Eklat: Von der Leyen will "Sofagate"-Situation nie wieder zulassen

EU-Eklat  

Von der Leyen will "Sofagate"-Situation nie wieder zulassen

13.04.2021, 11:59 Uhr | dpa

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Für sie stand beim türkischen Präsidenten Erdogan kein Stuhl bereit. (Quelle: Reuters/European Union)
Sofa-Debakel um von der Leyen schlägt Wellen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, ganz klar nicht amüsiert, als sie beim offiziellen Besuch in Ankara auf einem Sofa sitzen musste. Ihr Gastgeber, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und ihr Mitreisender, EU-Ratspräsident Charles Michel, durften auf Stühlen Platz nehmen.

Wirbel um Szene in der Türkei: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wirkte bei einem Besuch in Ankara sichtlich verwirrt. (Quelle: Euronews German)


Ein großer Stuhl für den EU-Ratspräsidenten, nur ein Platz auf der Couch für die Kommissionspräsidentin? Ursula von der Leyen will Szenen wie beim EU-Türkei-Treffen nicht mehr akzeptieren. 

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will eine Behandlung wie beim EU-Türkei-Treffen in der vergangenen Woche nicht noch einmal akzeptieren. Von der Leyen habe in einem Gespräch mit EU-Ratspräsident Charles Michel deutlich gemacht, dass sie eine solche Situation nie wieder zulassen werde, hieß es am Montagabend in Brüssel aus Kreisen der EU-Kommission.

Michel ließ erklären, dass sich ein solcher Vorfall auch aus seiner Sicht nicht wiederholen dürfe. Ein Sprecher kündigte an, dass der Belgier an diesem Dienstag bei einem Treffen mit Vertretern des Europaparlaments noch einmal sein tiefes Bedauern zum Ausdruck bringen werde.

Michel: Wollte Eklat vermeiden

Bei dem Treffen in Ankara am Dienstag vergangener Woche war für Michel ein großer Stuhl neben dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan reserviert. Von der Leyen bekam hingegen nur einen Platz auf einem Sofa zugewiesen. In der EU-Kommission, aber auch in Teilen der Öffentlichkeit wurde diese Sitzordnung als herabsetzend empfunden. Michel wurde kritisiert, weil er nichts dagegen unternommen habe.

Der Ratspräsident erklärte daraufhin, dass eine enge Auslegung von protokollarischen Regeln durch die Türkei zu der unterschiedlichen Behandlung geführt habe. Er und von der Leyen hätten vor Ort entschieden, die Sache nicht durch einen öffentlichen Eklat noch schlimmer zu machen. In der Öffentlichkeit ist der Vorfall mittlerweile auch unter dem Namen Sofagate bekannt.

Appell am Dienstag geplant

Mit dem Verweis auf die protokollarischen Regeln hatte Michel daran erinnert, dass die EU-Kommissionspräsidentin in der gängigen protokollarischen Rangliste unter dem EU-Ratspräsidenten steht. Dies führt zum Beispiel auch dazu, dass Michel bei gemeinsamen Pressekonferenzen in der Regel zuerst das Wort bekommt. Die Kommission beharrt dennoch darauf, dass von der Leyen bei dem Treffen in Ankara auf Augenhöhe hätte platziert werden müssen.

Das Treffen zwischen Michel und von der Leyen fand nach Angaben der EU-Kommission am späten Montagnachmittag statt. Wie Michel wird auch von der Leyen am Dienstag zu einem Treffen mit dem Präsidenten des EU-Parlaments und Fraktionsvorsitzenden erwartet. Michel will das Treffen nach Aussagen seines Sprechers auch für einen Appell nutzen, keine Spaltung der EU zuzulassen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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