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Meloni gewinnt Italien-Wahl: So haben die Deutsch-Italiener gewählt


So haben die Deutsch-Italiener gewählt

Von Jonas Rogge

Aktualisiert am 26.09.2022Lesedauer: 3 Min.
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Giorgia Meloni spricht in Palermo, Sizilien: Ihr Triumph geht vor allem auf Erfolge im Süden des Landes zurück.
Giorgia Meloni spricht in Palermo, Sizilien: Ihr Triumph geht vor allem auf Erfolge im Süden des Landes zurück. (Quelle: IMAGO/Francesco Militello Mirto)
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Italien steht nach der Wahl vor einer rechtsextremen Regierung. Der Blick auf die Wahlauswertung zeigt, dass Meloni auch dort überzeugen konnte, wo Salvini gescheitert war.

In Italien hat das rechte Dreierbündnis einen deutlichen Wahlsieg eingefahren. Kurz vor dem Ende der Auszählung liegen die Fratelli d'Italia, Lega und Forza Italia gemeinsam bei fast 44 Prozent – und können sogar auf eine absolute Mehrheit in den beiden Parlamentskammern hoffen.

Doch sowohl die Lega unter Matteo Salvini als auch Silvio Berlusconis Forza Italia mussten im Vergleich zu 2018 deutliche Verluste hinnehmen. Der Wahlerfolg der rechten Parteien beruht vor allem auf einem massiven Zugewinn für Giorgia Meloni und ihren "Brüdern Italiens". Ein Blick auf die regionale Verteilung der Stimmen zeigt, dass die rechtsextreme Meloni sich auch da durchsetzen konnte, wo Salvini 2018 gescheitert war.

Meloni konnte sich landesweit etablieren

Seine größten Erfolge konnte das rechte Bündnis im Norden des Landes einfahren: Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus erreichte es nach aktuellem Stand in zwei Regionen Werte über 50 Prozent: in Venetien (56,3 %) und der Lombardei (50,4 %) nahe der österreichischen Grenze.

Der Schlüssel zum Erfolg Melonis liegt jedoch in ihrem relativ starken Abschneiden im Süden des Landes. Schon 2018 waren die drei rechten Parteien im Bündnis angetreten – die Lega avancierte damals zum stärksten Partner und löste Berlusconis Forza Italia als stärkste Kraft rechts der Mitte ab.

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Salvinis rechtsextremer Lega ist es 2018 aber nicht gelungen, sich auch südlich von Mailand durchzusetzen. In vielen Regionen kam er kaum über 10 Prozent. Meloni konnte hier mit ihrem Anti-Establishment-Auftreten offenbar mehr überzeugen als die Lega, der auch die Geschichte als Regionalpartei Lega Nord anhängt, die ehemals die Abspaltung des reichen Nordens vom "faulen Süden" propagierte.

Die Fratelli d'Italia konnten sich nun landesweit etablieren. Ein starkes Gefälle zwischen dem wirtschaftlich stärkeren Norden und dem ärmeren Süden lässt sich dabei nur bedingt feststellen. In Kalabrien, der südlichsten Festlandregion, erreichte das Rechtsbündnis 41,3 Prozent – das ist ein Zugewinn von fast 10 Prozent, der ohne große Verluste für die Forza Italia erreicht wurde. Die Fratelli d'Italia liegen dort bei rund 19 Prozent, Salvini schaffte 2018 nur knapp über 5.

Absturz der 5-Sterne-Bewegung

Am schwächsten schnitten die Rechten in der Region Trentino-Alto Adige/Südtirol ab (31,2 Prozent), was sich vor allem mit der Stärke der Südtiroler Volkspartei erklären lässt. Die christdemokratische Regionalpartei versteht sich als Vertreterin der deutschsprachigen Bevölkerung in Südtirol und kommt auf 23,1 Prozent.

Die einzige Niederlage musste Meloni in der Region Kampanien um die Hafenstadt Neapel hinnehmen. Dort ist die Fünf-Sterne-Bewegung mit 34,6 Prozent stärkste Kraft. Es ist ein Ausnahmeerfolg, denn der große Wahlsieger von 2018 musste 2022 die stärksten Verluste unter allen Parteien verzeichnen – die Linkspopulisten unter Giuseppe Conte stürzten von 32,7 auf 15,4 Prozent.

Die Fünf-Sterne-Bewegung hatte die Neuwahlen ausgelöst, nachdem sie der Regierung unter Ministerpräsidenten Mario Draghi im Juli die Unterstützung entzogen hatten.

Bei den in Deutschland lebenden wahlberechtigten Italienern fällt dagegen der Erfolg der Rechten etwas geringer aus. Der Vorsprung vor dem Mitte-links-Bündnis um die Partito Democratico und den ehemaligen Premierminister Enrico Letta ist hier mit rund zwei Prozent deutlich kleiner als auf nationaler Ebene. In Europa insgesamt liegt das Mitte-links-Bündnis bei den Exil-Italienern mit 31 Prozent sogar vorne.

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Bei der Partito Democratico hat sich seit der großen Wahlniederlage 2018 statistisch wenig verändert. Sie liegen erneut bei rund 19 Prozent – Ergebnisse über der 30er-Marke konnte ihr Bündnis nur in den traditionell sozialdemokratisch geprägten Regionen Toskana, Emilia-Romagna und Ligurien einfahren.

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Wahlbeteiligung auf historischem Tiefstand

Meloni profitierte auch von einer großen Politikverdrossenheit der Italiener. Das Land erfasste mit einer Wahlbeteiligung von rund 64 Prozent einen Negativrekord
– das sind fast 10 Prozentpunkte weniger als bei der Parlamentswahl 2018. In manchen Regionen, vor allem im Süden des Landes, ging fast jeder zweite Erwachsene nicht zur Wahl.

(Quelle: Heike Aßmann)

Das rechte Dreierbündnis kann nun auf eine absolute Mehrheit in den zwei parlamentarischen Kammern hoffen – trotz eines Ergebnisses unter 50 Prozent. Der Grund liegt an dem komplizierten italienischen Wahlsystem und an dem Zwist zwischen den linken und Zentrumsparteien.

Ein Drittel der Sitze im Senat und im Abgeordnetenhaus werden über Direktmandate vergeben und hier sind die Rechten klar im Vorteil. Sie teilten sich im Vorfeld die Wahlkreise untereinander auf und stellen jeweils einen gemeinsamen Kandidaten, um die Stimmen zu bündeln. Das Lager links der Rechtsextremen konnte sich zumeist nicht auf solche Zweckbündnisse einigen.

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Verwendete Quellen
  • elezioni.interno.gov.it: Wahlergebnisse der italienischen Regierung (italienisch)
  • repubblica.it: Wahlergebnisse (italienisch)
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