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UN-Organisationen: Kinder verhungern im Gazastreifen


Krieg in Nahost
UN-Bericht: Kinder im Gazastreifen verhungern

Von dpa
Aktualisiert am 04.03.2024Lesedauer: 3 Min.
imago images 0416825358Vergrößern des BildesMenschen im Gazastreifen haben kaum Lebensmittel. Laut einem UN-Bericht sollen bereits 15 Kinder an Unterernährung gestorben sein. (Quelle: IMAGO/Yasser Qudihe/imago-images-bilder)
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Etwa ein Viertel der Bevölkerung im Gazastreifen steht laut UN-Organisationen kurz vor einer Hungersnot. Israel wirft der UNRWA vor, 450 "Terroristen" zu beschäftigen. Ein Überblick.

Nach monatelangem Krieg und blockierter humanitärer Hilfe verhungern UN-Angaben zufolge im Gazastreifen Kinder. Während eines Besuchs im weitgehend von Hilfe abgeschnittenen Norden der Region hätten UN-Mitarbeiter Erkenntnisse zu schwerer Unterernährung und zu verhungernden Kindern gesammelt, teilte der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Ghebreyesus, auf der Plattform X mit. Das UN-Nothilfebüro Ocha berichtete derweil unter Berufung auf die örtliche von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde, dass bis Sonntag 15 Kinder an Unterernährung gestorben seien. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.


Der palästinensische UN-Botschafter Riad Mansur hielt in einer Rede vor der UN-Vollversammlung ein Foto hoch. Dies sollte einen Jungen zeigen, der am selben Tag in einem Krankenhaus im Gazastreifen an Mangelernährung gestorben sein soll. "Er wurde von Israel getötet, indem es Hunger als Waffe einsetzte", behauptete Mansur.

UN: Hilfe aus Luft für Gazastreifen reicht nicht

Laut Ocha sind 576.000 Menschen in der Region – ein Viertel der Bevölkerung – "nur einen Schritt von einer Hungersnot entfernt". Dem Welternährungsprogramm zufolge sind Lieferungen kaum möglich. Auch würden Helfer behindert und Konvois geplündert. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu treibt trotz laufender Verhandlungen über eine Waffenruhe eine Bodenoffensive im Gazastreifen voran und lässt humanitäre Hilfe beschränken.

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Nach dem Start amerikanischer Hilfslieferungen aus der Luft für den Gazastreifen haben die Vereinten Nationen die humanitären Güter als unzureichend bezeichnet. Zwar helfe jede Lieferung, sagte Sprecher Stéphane Dujarric in New York. "Aber es entspricht weder der Größe noch dem Umfang dessen, was wir brauchen." Es seien Hilfslieferungen mit Lastwagen über den Landweg nötig. Die USA hatten angesichts der humanitären Katastrophe im Gazastreifen am Wochenende damit begonnen, die Zivilbevölkerung dort aus der Luft mit Hilfsgütern zu versorgen – auch andere Länder werfen dort humanitäre Hilfe aus Flugzeugen ab.

Harris nennt Lage in Gaza "humanitäre Katastrophe"

US-Vizepräsidentin Kamala Harris bezeichnete die Bedingungen für die Menschen in dem seit nunmehr rund fünf Monaten umkämpften Gazastreifen als unmenschlich und sprach von einer humanitären Katastrophe. "Unser Herz bricht (...) für all die unschuldigen Menschen in Gaza, die unter dem leiden, was eindeutig eine humanitäre Katastrophe ist", sagte Harris in Selma im US-Bundesstaat Alabama.

"Die Menschen in Gaza hungern, die Bedingungen sind unmenschlich." Harris forderte Israels Regierung auf, deutlich mehr Hilfe in das abgeriegelte Küstengebiet zu lassen und neue Grenzübergänge zu öffnen.

Israel ruft UN-Botschafter zurück

Israel ruft derweil seinen Botschafter bei der UNO für Konsultationen zurück. Außenminister Israel Katz habe Botschafter Gilad Erdan angewiesen, "für sofortige Konsultationen" nach Israel zurückzukehren. Grund sei der Versuch, "Informationen über die von der Hamas und ihren Verbündeten am 7. Oktober verübten Massen-Vergewaltigungen totzuschweigen".

Die Beziehungen zwischen Israel und der UNO hatten sich nach Beginn des Gaza-Kriegs verschlechtert. Ende Oktober hatte Botschafter Erdan UN-Generalsekretär António Guterres zum Rücktritt aufgefordert. Auslöser war eine Rede von Guterres, in der dieser den Hamas-Angriff auf Israel zwar scharf verurteilt, aber gleichzeitig gesagt hatte, die Angriffe der Terrororganisation seien "nicht im luftleeren Raum erfolgt".

Israel wirft UNRWA Beschäftigung von 450 "Terroristen" vor

Israel hat dem UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA vorgeworfen, hunderte Mitglieder der Terrororganisation Hamas und weiterer radikaler Organisationen zu beschäftigen. Das UNRWA beschäftige "mehr als 450 Terroristen", erklärte die israelische Armee am Montag.

Dazu verbreitete die Armee eine Aufnahme, auf der ihr zufolge ein "Terrorist" zu hören ist, der als Arabischlehrer an einer vom UNRWA betriebenen Schule arbeitet. Darin beschreibt der Mann demnach, wie er bei dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober nach Israel eingedrungen sei. Zudem sagt er demnach in der Aufnahme, er halte israelische Frauen als Geiseln. Die Nachrichtenagentur AFP konnte die Vorwürfe zunächst nicht unabhängig überprüfen. Bereits Ende Januar waren gegen das UNRWA schwere Vorwürfe bekannt geworden. Damals hieß es, zwölf Mitarbeiter stünden im Verdacht, in den beispiellosen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober verstrickt gewesen zu sein.

Das UNRWA warf derweil am Montag Israel vor, Angestellte des Hilfswerks "gefoltert" zu haben. "Einige" UNRWA-Mitarbeiter hätten ihren Teams berichtet, dass sie bei der Befragung zur Beziehung zwischen dem Hilfswerk und der Hamas "unter Folter und Misshandlung zu Geständnissen gezwungen" worden seien, erklärte das UN-Palästinenserhilfswerk.

Auslöser des Gaza-Krieges war der Terror-Überfall der Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober vergangenen Jahres im Süden Israels. Die Terroristen töteten bei dem beispiellosen Massaker 1.200 Menschen und verschleppten 250 weitere als Geiseln in den Gazastreifen: Israel griff das Küstengebiet militärisch an, um die Hamas zu zerschlagen. Dabei kamen nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde in Gaza bisher 30.410 Palästinenser ums Leben, wobei diese Zahl sowohl Zivilisten als auch Kämpfer enthält.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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