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Zwei Tote bei Schießerei in Charkow

Von dpa, afp
Aktualisiert am 15.03.2014Lesedauer: 2 Min.
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Bei einer Schießerei zwischen prorussischen Kräften und radikalen ukrainischen Nationalisten im ostukrainischen Charkow sind in der Nacht zum Samstag mindestens zwei Menschen getötet worden. Neben einem Anhänger der prorussischen Seite sei auch ein Passant ums Leben gekommen. Ein Polizist wurde verletzt, teilte der ukrainische Innenminister Arsen Awakow mit.

Ermittler würden die Hintergründe der Bluttat vom Freitagabend klären. Der Minister warnte vor "Provokateuren", welche die Lage in der Ukraine destabilisieren wollten.

Das Blutvergießen ereignete sich wenige Stunden vor dem geplanten Beginn der für Sonntag angesetzten und international umstrittenen Referendums auf der ukrainischen Halbinsel Krim.


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Ersten Erkenntnissen zufolge hätten die zunächst auf dem Swoboda-Platz von Charkow versammelten prorussischen Kräfte am späten Freitagabend ein Gebäude des rivalisierenden Lagers zu stürmen versucht, nachdem von einem Auto aus auf gleichgesinnte Demonstranten geschossen worden sei, hieß es aus Polizeikreisen. Die Autoinsassen seien zu einem Gebäude verfolgt worden, aus dem heraus ukrainische Nationalisten wiederum Schüsse abgegeben hätten.

Zwischenzeitliche Geiselnahme

Offen blieb demnach, ob die prorussische Seite zurückfeuerte. Nach einem Polizeieinsatz und einer zwischenzeitlichen Geiselnahme hätten 30 Verdächtige in dem Gebäude die Waffen niedergelegt und seien festgenommen worden.

Das russische Außenministerium kritisierte, dass die Führung in Kiew die Lage im Land nicht unter Kontrolle habe. Der Ministeriumsmitarbeiter Konstantin Dolgow nannte die Festgenommenen von Charkow "kampfbereite Neofaschisten". Dagegen warfen ukrainische Funktionäre den Russen vor, gezielt blutige Provokationen in dem Land zu organisieren.

Russland hatte nach dem Machtwechsel in Kiew infolge blutiger Straßenschlachten in den Konflikt im Nachbarland eingegriffen, offiziell aus "Verantwortung für das Leben seiner Landsleute". Inzwischen steht die mehrheitlich russischsprachige Halbinsel Krim am Schwarzen Meer faktisch unter der Kontrolle Moskaus.

Die Bevölkerung der autonomen ukrainischen Teilrepublik soll in einem Referendum am Sonntag über eine mögliche Angliederung an Russland entscheiden. Der Westen wirft der Regierung in Moskau vor, mit einem völkerrechtswidrigen Volksentscheid die Spaltung der Ukraine voranzutreiben.

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