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Saudischer Regimekritiker - Türkische Ermittler: Khashoggi wurde erwürgt und zerstückelt

Saudischer Journalist  

Türkische Ermittler: Khashoggi wurde erwürgt und zerstückelt

31.10.2018, 17:48 Uhr | dpa

Saudischer Regimekritiker - Türkische Ermittler: Khashoggi wurde erwürgt und zerstückelt. Der saudische Journalist Jamal Khashoggi.

Der saudische Journalist Jamal Khashoggi. Foto: Hasan Jamali/AP/Archiv. (Quelle: dpa)

Istanbul (dpa) - Der saudische Journalist und Regierungskritiker Jamal Khashoggi ist nach Erkenntnissen der türkischen Generalstaatsanwaltschaft kurz nach Betreten des Konsulats seines Landes in Istanbul erwürgt worden.

Anschließend sei sein Leichnam "in Stücke zerteilt" und dann "vernichtet" worden, teilte die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Es ist die erste offizielle Äußerung der Ermittler zu dem Fall.

Khashoggi war am 2. Oktober in das Konsulat des Königreichs in Istanbul gegangen, um dort Papiere für seine geplante Hochzeit mit einer Türkin abzuholen. Danach tauchte er nicht mehr auf.

Khashoggi "wurde gemäß eines zuvor gemachten Plans erwürgt, gleich nachdem er das Konsulatsgebäude betreten hatte", heißt es in der von der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu verbreiteten Erklärung der Generalstaatsanwaltschaft. Die Behörde berief sich auf "vorliegende Beweise im Rahmen der laufenden Ermittlungen", nannte die Beweise aber nicht.

Riad hatte erst nach internationalem Druck eingeräumt, dass der 59-Jährige im Konsulat getötet wurde. 18 Verdächtige wurden in Saudi-Arabien festgenommen, darunter nach türkischen Angaben ein Killer-Kommando, das aus Saudi-Arabien angereist sei, um Khashoggi zu töten. Die Türkei will die Auslieferung der 18 Verdächtigen. Riad lehnt das ab.

Mehrere Spuren legen den Schluss nahe, dass auch Personen aus dem näheren Umfeld des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in den Tod Khashoggis verwickelt sind. Saudi-Arabien weist eine Verstrickung des Thronfolgers in die Affäre zurück.

Ermittlungsergebnisse waren bislang vor allem über türkische oder US-Medien gestreut geworden. Unter anderem beriefen sich die Medien auf Tonaufnahmen, die den türkischen Ermittlern angeblich vorliegen sollen. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte den Tod Khashoggis vergangene Woche zwar einen "geplanten" und "politischen" Mord genannt, war aber nicht darauf eingegangen, wie Khashoggi genau getötet wurde und erwähnte auch die Tonaufnahmen nicht.

US-Präsident Donald Trump hatte von einem dilettantisch verschleierten Verbrechen gesprochen. US-Medienberichten zufolge ließ die türkische Regierung der CIA-Direktorin Gina Haspel vergangene Woche bei einem Besuch in Ankara Audioaufnahmen von der Tötung Khashoggis vorspielen. Die Vereinigten Staaten sind in den Fall involviert, weil Khashoggi zuletzt im US-Exil lebte und dort auch für die "Washington Post" schrieb.

Die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft erklärte weiter, dass man den saudischen Generalstaatsanwalt Saud al-Mudschib nach dem Verbleib der Leiche gefragt habe. Außerdem habe man die saudischen Behörden nach der Identität eines etwaigen türkischen Mittäters gefragt. Allerdings habe das Treffen mit dem saudischen Generalstaatsanwalt "keine klaren Ergebnisse" gebracht. Der türkische Generalstaatsanwalt erklärte, er und sein Team seien nach Saudi-Arabien eingeladen worden. Die Ermittlungen gingen weiter.

Der saudische Generalstaatsanwalt Al-Mudschib war von Sonntagnacht bis Mittwoch in Istanbul und hat sich zweimal mit dem türkischen Staatsanwalt Irfan Fidan getroffen, der die Ermittlungen zum Tod Khashoggis leitet. Nach Angaben türkischer Medien besuchte Al-Mudschib zudem das saudische Konsulat und die Residenz des Konsuls. Im Laufe der Ermittlungen hatten türkische Spezialisten das saudische Konsulat im Istanbuler Viertel Levent und die Residenz des Konsuls durchsucht.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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