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Schafft Venezuela seine Goldreserven ins Ausland?

rew

Aktualisiert am 30.01.2019Lesedauer: 3 Min.
Nicolás Maduro: Der Präsident von Venezuela ist auf die russische Unterstützung angewiesen.
Nicolás Maduro: Der Präsident von Venezuela ist auf die russische Unterstützung angewiesen. (Quelle: Ariana Cubillos/ap-bilder)
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Venezuela steckt in der Klemme: Das Land versinkt im politischen Chaos. Gleichzeitig setzen es die USA mit Sanktionen unter Druck und Russland will sein Geld zurück. Zapft Staatschef Maduro jetzt das Staatsgold an?

In Venezuela hat ein Politiker mit einer Nachricht auf Twitter für Aufsehen gesorgt: Eine russische Boeing 777 soll von Venezuela aus nach Moskau gestartet sein – mit an Bord: 20 Tonnen Gold, ein erheblicher Teil der venezolanischen Goldreserven. Das behauptet zumindest der Abgeordnete Jose Guerra.

Laut dem inzwischen wieder gelöschten Tweet soll eine Maschine der russischen Fluglinie "Nordwind Airlines" in Caracas gelandet sein und das Land einen Tag später mit 20 Tonnen Gold der Zentralbank verlassen haben. Wozu das Gold ausgeflogen wurde, ist nicht bekannt.

US-Sicherheitsberater John Bolton hat allerdings eine Idee, was mit dem Gold passieren soll. Auf Twitter warnte er Banker und Börsenhändler: "Handelt nicht mit Gold, Öl und anderen venezolanischen Rohstoffen, die die Maduro-Mafia dem venezolanischen Volk gestohlen hat."

Abgeordneter hat gute Kontakte zur Zentralbank

Auch wenn Jose Guerra bislang keine Beweise für seine Behauptung vorlegte: Die Nachrichtenagentur "Bloomberg" stuft die Information als glaubhaft ein. Immerhin arbeitete Guerra selbst längere Zeit für die Zentralbank und hat Kontakte in das Institut: Die könnten ihm die Informationen zugespielt haben.

Eine Quelle, die von dem Vorfall weiß, bestätigte gegenüber "Bloomberg", dass am Dienstag 20 Tonnen Gold im Wert von rund 840 Millionen Dollar (735 Millionen Euro) aus der Zentralbank fortgeschafft wurden. Das entspricht etwa 20 Prozent der venezolanischen Goldreserven.

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Regierung widerspricht Darstellung

Die venezolanische Regierung will davon hingegen nichts wissen, so "Bloomberg": Der venezolanische Finanzminister habe den Fall nicht kommentieren wollen. Er habe lediglich behauptet, es sei überhaupt kein russisches Flugzeug auf dem Flughafen in Caracas gelandet.

Das lässt sich allerdings leicht widerlegen: Auf einem Flugradar war die Maschine laut "Bloomberg" klar zu erkennen. Auch auf Twitter findet sich ein entsprechender Screenshot.

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Der Fall ist auch deswegen so brisant, weil Venezuela der russischen Regierung Milliarden schuldet – und gerade mehr denn je auf Hilfe angewiesen ist. Moskau hat Venezuela in den letzten Jahren unterstützt. Das südamerikanische Land zählt zu den letzten russischen Verbündeten in der Region. Immer wieder flossen russische Gelder in Form von Investitionen und Krediten in die venezolanische Wirtschaft.

Russland sicherte Venezuela Unterstützung zu

Doch seit sich Oppositionsführer Juan Guaidó selbst zum Übergangspräsidenten des Landes ernannte, scheint der russische Einfluss in dem Land bedroht zu sein. Zwar erklärte Russland, alles zu tun, um Staatspräsident Nicolás Maduro zu unterstützen und dem südamerikanischen Land gegen die USA zur Seite zu stehen. Doch es gibt auch Warnungen aus Moskau.

Ein hochrangiger Beamter des russischen Finanzministeriums zeigte sich laut "Bloomberg" besorgt. Er befürchte, dass Venezuela mit seinen Rückzahlungen gegenüber Russland in Verzug komme. Russland soll sich deshalb in letzter Zeit mit weiteren Geldern zurückgehalten haben.

Dabei steckt Venezuela ohnehin in Schwierigkeiten. Der Staat kämpft gegen eine Hyperinflation, es ist unklar, wie lange Venezuela die Bevölkerung noch mit Nahrungsmitteln versorgen kann. Hinzu kommen die Sanktionen, die die USA gegen das südamerikanische Land verhängt haben. Die Regierung in Washington erklärte ihre Unterstützung für Maduros Kontrahenten Guaidó und erkannte den Oppositionsführer als rechtmäßigen Präsidenten des Landes an.


Und nicht nur die USA setzen Venezuela mit Strafmaßnahmen unter Druck: Letzte Woche verweigerte die Zentralbank von England der venezolanischen Regierung den Zugriff auf die Goldreserven des Staates, die dort lagern. Nun sieht es so aus, als habe Venezuela stattdessen auf das Gold im eigenen Land zurückgegriffen.

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