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Tod bei Gerichtsverhandlung - Erdogan: Ägyptens Ex-Präsident Mursi wurde umgebracht

Tod bei Gerichtsverhandlung  

Erdogan: Ägyptens Ex-Präsident Mursi wurde umgebracht

19.06.2019, 16:46 Uhr | dpa

Tod bei Gerichtsverhandlung - Erdogan: Ägyptens Ex-Präsident Mursi wurde umgebracht. Mohammed Mursi starb im Alter von 67 Jahren - der türkische Präsident Erdogan sieht ihn als Mordopfer.

Mohammed Mursi starb im Alter von 67 Jahren - der türkische Präsident Erdogan sieht ihn als Mordopfer. Foto: Maya Alleruzzo/AP. (Quelle: dpa)

Istanbul/Kairo (dpa) - Ägyptens Ex-Staatschef Mohammed Mursi ist nach Ansicht des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan umgebracht worden. Mursi sei nicht eines natürlichen Todes gestorben, sondern getötet worden, sagte Erdogan am Mittwoch in Istanbul.

Die Türkei werde alles tun, um Ägypten vor internationale Gerichte zu bringen. Die Regierung in Kairo warf dem Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen vor, Mursis Tod für politische Zwecke zu nutzen.

Die Forderung aus Genf nach einer unabhängigen Untersuchung der Todesumstände sei ein "Versuch, eine natürliche Todesursache absichtlich zu politisieren", sagte ein ägyptischer Außenamtssprecher. Das UN-Büro in Genf ziehe "voreilige Schlüsse", die nicht auf Beweisen beruhten.

Der 67 Jahre alte Mursi war am Montag während einer Gerichtsverhandlung ohnmächtig zusammengebrochen und danach gestorben. Lokale Medien berichteten unter Berufung auf medizinische Kreise, der frühere Präsident habe einen Herzinfarkt erlitten.

Menschenrechtler führten seinen Tod jedoch auf die schlechten Bedingungen während seiner rund sechsjährigen Haft zurück. Mursis Familie zufolge litt er an Diabetes und war während seiner Haftzeit bereits zweimal ohnmächtig geworden. Sie wirft den ägyptischen Behörden vor, ihn nicht angemessen medizinisch versorgt zu haben.

Laut einem Bericht des britischen "Independent" lag Mursi in einem Käfig im Gerichtssaal mehr als 20 Minuten zusammengesackt am Boden, ehe Ärzte ihn abtransportierten. Statt ihm zu helfen, hätten Wächter erst die Familienangehörigen aus dem Saal gebracht, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Augenzeugen. Die Hilferufe anderer Gefangener innerhalb der Zelle im Saal seien lange ignoriert worden.

Mursi war 2012 als erster frei gewählter Präsident des Landes an die Macht gekommen und nach Protesten im Juli 2013 vom Militär gestürzt worden. Er gehörte den islamistischen Muslimbrüdern an, die heute in Ägypten verboten sind, zur Türkei jedoch gute Kontakte pflegen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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