Sie sind hier: Home > Politik > Ausland >

Wieder Ausschreitungen - Streik legt Hongkong lahm: Regierungschefin warnt Protestler

Hongkonger streiken  

Streik legt Hongkong lahm: Regierungschefin warnt Protestler

05.08.2019, 14:13 Uhr | dpa

Wieder Ausschreitungen - Streik legt Hongkong lahm: Regierungschefin warnt Protestler. Carrie Lam, Regierungschefin von Hongkong verurteilt die anhaltende Gewalt bei den Demonstrationen in der Stadt.

Carrie Lam, Regierungschefin von Hongkong verurteilt die anhaltende Gewalt bei den Demonstrationen in der Stadt. Foto: Kin Cheung/AP. (Quelle: dpa)

Hongkong (dpa) - Ein Massenprotest und neue Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstranten haben in Hongkong am Montag Chaos auf den Straßen ausgelöst.

Regierungschefin Carrie Lam warnte, die Gewalt bei Demonstrationen und die Dauerproteste selbst hätten Hongkong "an den Rand einer sehr gefährlichen Lage gebracht". Die Regierung werde entschlossen vorgehen, um Recht und Ordnung zu wahren und das Vertrauen wiederherzustellen, sagte Lam auf einer Pressekonferenz. Wohlstand und Stabilität stünden auf dem Spiel.

Entzündet hatten sich die Proteste an einer umstrittenen Reform zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Aktionen der Demonstranten, die in den vergangenen Tagen und Wochen etwa das Verbindungsbüro Chinas in Hongkong mit Eiern und Farbe beworfen und eine chinesische Nationalflagge im Hafen versenkt hatten, bezeichnete Lam als "Herausforderung" für das Prinzip "Ein Land, zwei Systeme".

Das seit der Rückgabe Hongkongs an China vor 22 Jahren geltende Prinzip besagt, dass die frühere britische Kronkolonie als chinesische Sonderverwaltungszone autonom regiert wird. Anders als die Menschen in der Volksrepublik genießen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit.

Der Streik und neue Proteste legten die Stadt nach einem Wochenende mit Ausschreitungen lahm. In der morgendlichen Hauptverkehrszeit kam es am Montag zu erheblichen Verzögerungen, weil Demonstranten große Teile des U-Bahn-Netzes und Straßen blockierten. Am Flughafen der Stadt mussten 200 Flüge gestrichen werden, da sich zahlreiche Mitarbeiter für den Streiktag krankgemeldet hatten.

Am Nachmittag begannen Kundgebungen in sieben Bezirken der Stadt, wie die Organisatoren mitteilten. Mindestens 24.000 Menschen aus 20 Sektoren wollten demnach die Arbeit niederlegen. Wie bei vorherigen Protesten besetzten Demonstranten auch am Montag Straßen und belagerten Polizeiwachen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Die aufgebrachtem Fahrer eines Autos und eines Taxis durchbrachen an zwei unterschiedlichen Orten Straßensperren, die Demonstranten errichtet hatten. Ein Protestler wurde dabei verletzt.

Bei Ausschreitungen nahm die Polizei bis zum Nachmittag 82 Demonstranten fest - so viele wie an keinem anderen Tag seit Ausbruch der Proteste am 9. Juni. Seitdem wurden mehr 400 Menschen festgenommen.

Anzeichen, dass sich die Bewegung abschwächen würde, gibt es nicht. An den Kundgebungen beteiligen sich immer wieder Hunderttausende Bewohner der Finanzmetropole. Mehrmals kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Experten sprechen von der schwersten politischen Krise in Hongkong seit der Rückgabe an China 1997. Die Zentralregierung in Peking hat die Ausschreitungen mehrfach scharf verurteilt und die Regierung und die Polizei vor Ort aufgefordert, wieder Ordnung herzustellen.

Hongkongs Regierungschefin Lam hat das Gesetz zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China, das den Anlass für die Proteste gegeben hatte, mittlerweile für "tot" erklärt. Die Demonstrationen haben sich aber zu einer breiteren Bewegung gegen die Regierung und das harte Vorgehen der Polizei entwickelt. Viele Menschen befürchten zudem zunehmenden Einfluss Pekings und fordern demokratische Reformen.

Erneut erklärte Lam am Mittwoch, sie und die Regierung Fehler hätten im Zusammenhang mit dem Gesetz gemacht hätten. "Ich übernehme die Verantwortung für das, was wir gemacht haben, weil ich die Regierungschefin bin." Einen Rücktritt, der von Demonstranten seit Wochen gefordert wird, lehnte Lam aber ab. Sie denke nicht, dass ihr Rücktritt für eine bessere Lösung sorgen würde.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Sie können alles tragen, wenn Sie Sie sind
MY TRUE ME - Mode ab Größe 44
Anzeige
Jetzt bei der Telekom: Surfen mit bis zu 50 MBit/s!
z. B. mit MagentaZuhause M
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal