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Katalonien-Konflikt: Barcelona erlebte Nacht der Gewalt mit "wahrer Schlacht"

Unruhen im Katalonien-Konflikt  

Barcelona erlebte erneute Nacht der Gewalt

19.10.2019, 13:41 Uhr | dpa

Gewalt in den Straßen von Barcelona. (Quelle: Reuters/Reuters)
Heftige Ausschreitungen: Gewalt in den Straßen von Barcelona

Die Proteste hatten sich an der Verurteilung katalanischer Separatisten durch das Oberste Gericht in Madrid am Montag entzündet. (Quelle: Reuters)

Heftige Ausschreitungen: Nach der Verurteilung katalanischer Separatisten eskaliert die Gewalt in den Straßen Barcelonas. (Quelle: Reuters)


Die katalanische Metropole Barcelona kommt nicht zur Ruhe. Zum wiederholten Male kam es in der Nacht zu gewalttätigen Ausschreitungen. Ein Sender sprach von einer "wahren Schlacht" zwischen Sicherheitskräften und Gewaltbereiten.

Barcelona hat die gewalttätigste Nacht seit dem Wiederaufflammen des katalanischen Unabhängigkeitskonflikts am vorigen Montag erlebt. Die separatistische Regionalregierung distanziert sich von den Randalierern. Die Zusammenstöße zwischen Separatisten und der Polizei ließen in der Regionalhauptstadt erst nach Mitternacht in der Nacht zum Samstag nach.

Der katalanische Innenminister Miquel Buch sagte dem TV-Sender La Sexta in der Nacht zum Samstag, "eine solche extreme Gewalt" habe es in Katalonien "noch nie gegeben". "Das sind natürlich keine Separatisten, das sind Gewalttätige", die es aber nicht schaffen würden, die Befürworter der Unabhängigkeit "zu besudeln", so der Vertreter der separatistischen Regionalregierung.

Mindestens 15 zum Teil minderjährige Aktivisten seien am Freitag allein in Barcelona festgenommen worden, teilten die regionalen Sicherheitsbehörden mit. In ganz Katalonien habe es insgesamt 31 Festnahmen gegeben. Unruhen gab es am Freitag auch in anderen katalanischen Städten wie Tarragona, Lleida und Girona. Mindestens 60 Menschen wurden den amtlichen Angaben nach in Barcelona verletzt, darunter drei Polizisten und zwei Journalisten.

Tausende gewalttätige Demonstranten 

Die Zahl der gewalttätigen Demonstranten wurde auf mehr als 4.000 geschätzt. Unter ihnen seien rund 400 organisierte Chaoten, wie Innenminister Fernando Grande-Marlaska sagte. Die Behörden vermuten, dass einige von ihnen aus anderen Regionen Spaniens und möglicherweise auch aus dem Ausland angereist sind. Grande-Marlaska warnte, man werde das Strafrecht gegen Gewalttätige "mit aller Härte anwenden". Haftstrafen von bis zu sechs Jahren seien möglich.

Vermummte und dunkel gekleidete Antifa-Aktivisten, die in dieser großen Zahl erst seit kurzem an den Separatisten-Protesten teilnehmen, errichteten auch am Freitagabend brennende Barrikaden. Sie rissen Verkehrsschilder aus, setzten Müllcontainer in Brand und bewarfen die Polizisten mit Steinen, Eiern und anderen Gegenständen. Die Polizei setzte unter anderem Gummigeschosse, Tränengas und erstmals auch Wasserwerfer ein. Der öffentlich-rechtliche TV-Sender RTVE sprach von einer "wahren Schlacht".

Hunderttausende hatten zuvor am Freitag im Zentrum von Barcelona friedlich für die Freilassung der Verurteilten und für das Recht auf Selbstbestimmung der Katalanen demonstriert. Die Teilnehmer allen Alters sangen in ausgelassener Stimmung auch die katalanische Hymne. Die Stadtpolizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf 525.000. Separatistische Gewerkschaften hatten zudem einen 24-stündigen Generalstreik veranstaltet, der von sehr vielen Menschen befolgt wurde.

Gefängnisstrafen von bis zu 13 Jahren

Es war bereits die fünfte Krawall-Nacht in Serie, nachdem das Oberste Gericht in Madrid am Montag sieben ehemalige Politiker der Konfliktregion und zwei Anführer ziviler Organisationen des Aufruhrs für schuldig befunden hatte. Wegen ihrer Rolle bei dem als illegal eingestuften Abspaltungsreferendum vom Oktober 2017 wurden sie zu Gefängnisstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt. Seither gibt es in Katalonien massive Proteste von Separatisten.
 

 
Ein Ende der Proteste ist derweil nicht in Sicht. Die katalanische Tageszeitung "La Vanguardia" zitierte in der Samstagausgabe Sprecher der Regionalpolizei Mossos d'Esquadra, die sogar "eine Zunahme der Straßengewalt befürchten". Für das Wochenende waren aber vorerst keine neuen offiziellen Protestkundgebungen angesetzt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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