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Prag: Platz vor russischer Botschaft soll nach Boris Nemzow benannt werden

Provokation in Prag  

Platz vor Russlands Botschaft soll wie Kreml-Kritiker heißen

09.02.2020, 14:38 Uhr | dpa

Prag: Platz vor russischer Botschaft soll nach Boris Nemzow benannt werden. Die russische Botschaft in Prag: Am Todestag von Boris Nemzow will der Prager Bürgermeister den Platz vor der Botschaft umbenennen lassen. (Archivbild) (Quelle: imago images/CTK Photo/Vit Simanek)

Die russische Botschaft in Prag: Am Todestag von Boris Nemzow will der Prager Bürgermeister den Platz vor der Botschaft umbenennen lassen. (Archivbild) (Quelle: CTK Photo/Vit Simanek/imago images)

Künftig soll die russische Vertretung in Prag täglich auf einen Platz blicken, der dem erschossenen Kreml-Kritiker Boris Nemzow gewidmet ist: Der Ort soll umgetauft werden – an einem besonderen Tag.

Prag möchte ausgerechnet den Platz vor der russischen Botschaft nach dem ermordeten Kreml-Kritiker Boris Nemzow benennen. Er hoffe, dass die feierliche Umbenennung am Todestag des Politikers am 27. Februar stattfinden könne, sagte Oberbürgermeister Zdenek Hrib nach Angaben der Zeitung "Pravo". Die Koalitionspartner signalisierten bereits Unterstützung für den Politiker der Piratenpartei.

In Litauen wurde bereits ein Platz in einer Grünanlage nahe der russischen Botschaft in Vilnius nach Boris Nemzow benannt. Vor zwei Jahren hatte die US-Hauptstadt Washington den Straßenabschnitt vor der russischen Botschaft in "Boris-Nemtsov-Plaza" umbenannt.

Bis heute ist der Tod von Nemzow umstritten

Der russische Oppositionspolitiker und frühere Vizeministerpräsident Nemzow war am 27. Februar 2015 in der Nähe des Kremls auf offener Straße erschossen worden. Er war ein Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Zwei Jahre später verurteilte ein Gericht in Moskau seinen mutmaßlichen Mörder und vier Komplizen aus dem Kaukasus zu langen Haftstrafen. Dennoch wurden immer wieder Zweifel an der offiziellen Darstellung laut.

Prags Oberbürgermeister Hrib bewegt sich mit dem Namensplan nicht zum ersten Mal auf außenpolitisch heiklem Terrain. Erst vor kurzem hatte Peking verärgert seine Städtepartnerschaft mit der Moldaumetropole aufgekündigt, nachdem Hrib die Entfernung einer Klausel über die Einheit Chinas aus dem Vertrag gefordert hatte.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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