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Coronavirus in Italien: Tragische Bilder – Armee transportiert Leichen ab

Corona-Krise in Italien  

Mehr Virusopfer als China – Armee transportiert Leichen ab

19.03.2020, 19:41 Uhr | rtr, dpa

Coronavirus: Italienische Armee-Laster transportieren Leichen ab

Im nord-italienischen Bergamo sind die Krematorien derart überlastet, dass die Armee nun zahlreiche Leichen abtransportieren muss. Wie Anwohner gefilmt habe, bildeten sich lange Schlangen von Lastwagen, die an den Friedhöfen mit Särgen beladen wurden. (Quelle: t-online.de)

Coronavirus: Italienische Armee-Laster müssen in Bergamo die zahlreichen Leichen abtransportieren. (Quelle: t-online.de)


In Italien nimmt die Coronavirus-Epidemie immer dramatischere Züge an, die Zahl der Todesopfer ist nun höher als in China. In Bergamo hat die Armee Leichen mit Militärtransportern aus der Stadt gebracht, weil die Krematorien überlastet sind.

In Italien wird die Armee zum Abtransport der Leichen der Coronavirus-Toten aus überforderten Bestattungsinstituten eingesetzt. In Videos von Einwohnern aus Bergamo im Nordosten von Mailand sind lange Schlangen von Militär-Lkw zu sehen, die nachts durch die Straßen des Ortes fahren und am Friedhof mit Särgen beladen werden.

Von Anwohner gefilmt: Armee-Laster transportieren Leichen ab

Ein Armeesprecher bestätigte am Donnerstag, 15 Laster und 50 Soldaten seien abkommandiert worden, um die Leichen der Verstorbenen in benachbarte Provinzen zu bringen. Zuvor hatten Behörden in Bergamo um Hilfe gebeten, da die Krematorien die große Zahl der Toten nicht aufnehmen könnten.

Italien hat inzwischen mehr Corona-Tote als China

Italien hat im Zuge der Coronavirus-Pandemie mehr Todesfälle als China gemeldet und ist damit das Land auf der Welt mit den meisten offiziell gemeldeten Toten. Bisher seien 3.405 mit dem Erreger infizierte Menschen gestorben, teilte der Zivilschutz am Donnerstag in Rom mit. Inwieweit die offizielle Statistik in China die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer dort ist, ist allerdings unklar. So hatte China mehrfach mit Änderungen bei der Zählweise der Infektionen für Verwirrung bei internationalen Beobachtern gesorgt. Auch in Italien wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

China beklagt täglich noch immer neue Todesfälle. Am Donnerstag kamen nach offiziellen Daten acht Tote hinzu, womit die Gesamtzahl der Opfer auf 3.245 Fälle stieg. Insgesamt wurden auf dem chinesischen Festland 80.928 Infizierte registriert, von denen sich mehr als 66.000 wieder erholt haben. In Italien liegt die Zahl der gemeldeten Infizierten mittlerweile bei über 41.000. Am Vortag waren es noch rund 35.700. Die Zahl der Toten in Italien stieg innerhalb eines Tages um 427.

Coronavirus: Warum sterben in Italien so viele Menschen?

Das EU-Land hat drastische Maßnahmen verhängt. Diese sollen nun auch verlängert werden. Ursprünglich waren Schulschließungen und Ausgangssperren bis 3. April angesetzt – es wird erwartet, dass die Regierung diese bald ausweitet.

Die Zahl der Toten ist in Italien im Vergleich zu den offiziell gemeldeten Infizierten auffällig hoch. Dafür könnte es mehrere Gründe geben: Italien hat eine der ältesten Bevölkerungen weltweit. Zudem wohnen viele Großeltern mit ihren Kindern und Enkeln im Haus oder sind mehr als zum Beispiel in Deutschland in das tägliche Leben eingebunden. Daher sind Ansteckungen einfacher. Auch gehen Experten davon aus, dass die Dunkelziffer bei den Infizierten wesentlich höher ist als angegeben, viele mild oder symptomlos verlaufende Fälle werden nicht erfasst.

Oben im Video sehen Sie die Aufnahmen der Anwohner, wie sich die Lastwagen in Bergamo stauen, oder Sie klicken hier.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters

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