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Corona auf US-Flugzeugträger: Trump will sich in Streit um Kapitän einschalten

Nach Corona-Drama auf US-Flugzeugträger  

Trump will sich in Streit um Kapitän Crozier einschalten

07.04.2020, 09:26 Uhr | dpa

Corona auf US-Flugzeugträger: Trump will sich in Streit um Kapitän einschalten. Donald Trump: Der US-Präsident will sich in den Konflikt um die "USS Roosevelt" einmischen. (Quelle: AP/dpa/Patrick Semansky)

Donald Trump: Der US-Präsident will sich in den Konflikt um die "USS Roosevelt" einmischen. (Quelle: Patrick Semansky/AP/dpa)

Nach einem Hilferuf wegen Corona-Fällen auf einem Flugzeugträger wurde der Kapitän seines Kommandos enthoben – und von dem US-Marineminister als "zu blöd" beschimpft. US-Präsident Trump will nun schlichten. 

Bewegende Geste für entlassenen Kapitän

Applaus für US-Navy-Kapitän Brett Crozier. Der entlassenen Kommandeur der USS Theodore Roosevelt verließ am Freitag in Guam den Flugzeugträger. Die Soldaten zollten ihm Respekt und drehten Videos. (Quelle: Reuters)

"USS Theodore Roosevelt": Die Besatzung des Schiffes, verabschiedete ihren entlassenen Kapitän mit einer rührenden Geste. (Quelle: Reuters)


US-Präsident Donald Trump will sich in den Konflikt um den wegen eines Coronavirus-Beschwerdebriefs entlassenen Kapitän eines Flugzeugträgers einschalten. Er sei sehr gut darin, Streit zu schlichten, sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Zuvor war bekannt geworden, dass der amtierende Marineminister Thomas Modly das Verhalten des Kapitäns gegenüber dessen Mannschaft als "zu naiv oder zu blöd" bezeichnet hatte. Kapitän Brett Crozier hatte wegen eines Corona-Ausbruchs an Bord des nuklearbetriebenen Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" mit einem später an die Öffentlichkeit gelangten Brief Hilfe der Militärführung gefordert.

Trump: "Ich werde mich einschalten"

"Ich löse gerne Probleme", sagte Trump. Die Äußerungen des Ministers seien "eine derbe Stellungnahme" gewesen. Der Kapitän habe mit dem Schreiben des nicht als geheim eingestuften Briefs einen "Fehler" gemacht, er glaube jedoch, dass beide "gute Menschen" seien. Zudem sei die bisherige Karriere des Kapitäns "herausragend" gewesen, sagte Trump.

"Ich werde mich einschalten und genau verstehen, was da los ist", sagte Trump. Er werde darüber auch mit Verteidigungsminister Mark Esper sprechen. "Ich will niemand vernichten, weil er einen schlechten Tag hatte", sagte Trump weiter. Er wollte sich aber nicht festlegen, ob er die Absetzung Croziers rückgängig machen wollte.

Brett Crozier: Der Kapitän forderte in einem Beschwerdebrief die Evakuierung seines Schiffes. (Archivbild) (Quelle: Reuters/U.S. Navy/Mass Communication Specialist 3rd Class Sean Lynch)Brett Crozier: Der Kapitän forderte in einem Beschwerdebrief die Evakuierung seines Schiffes. (Archivbild) (Quelle: U.S. Navy/Mass Communication Specialist 3rd Class Sean Lynch/Reuters)

Unterdessen entschuldigte sich Modly für seine Aussagen über den Kapitän. "Ich denke nicht, dass Kapitän Brett Crozier naiv oder blöd ist. Ich denke und habe immer geglaubt, dass er das Gegenteil ist", wurde Modly vom US-Sender CNN zitiert. "Kapitän Crozier ist klug und leidenschaftlich." Modly sei überzeugt, dass Crozier genau aus diesem Grund die "alarmierende E-Mail" verschickt habe - um in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit für die Lage auf seinem Schiff zu bekommen. "Ich entschuldige mich für jegliche Verwirrung, die diese Wortwahl verursacht haben könnte", erklärte Modly laut CNN

Crozier wurde seines Postens enthoben

Unter den gut 4000 Besatzungsmitgliedern des Flugzeugträgers hatte sich das Coronavirus Sars-CoV-2 verbreitet. In seinem Brief hatte Crozier daher Anfang vergangener Woche die Evakuierung des Schiffs gefordert, um den Tod von Soldaten zu verhindern. Modly hatte am Donnerstag erklärt, Crozier werde sofort seines Postens enthoben, weil er offenbar wegen des Coronavirus überfordert gewesen sei und mit dem weit gestreuten Brief gegen die Befehlskette verstoßen habe.


Das US-Militär hat inzwischen die weitgehende Evakuierung des vor der Pazifikinsel Guam liegenden Schiffs eingeleitet. US-Medienberichten zufolge ist das Virus inzwischen bei fast 200 Besatzungsmitgliedern nachgewiesen worden - darunter auch bei Crozier.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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