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Spekulationen ├╝ber ernste Erkrankung von Kim Jong Un

Von dpa
Aktualisiert am 21.04.2020Lesedauer: 3 Min.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un soll in kritischem Zustand sein.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un soll in kritischem Zustand sein. (Quelle: Uncredited/KCNA via KNS/AP/dpa./dpa)
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Seoul (dpa) - R├Ątselraten um Kim Jong Un: Berichte ├╝ber eine angeblich schwere Erkrankung des nordkoreanischen Machthabers haben weltweit f├╝r Aufsehen gesorgt.

S├╝dkorea reagierte am Dienstag jedoch skeptisch auf einen Bericht des US-Nachrichtensenders CNN, wonach sich Kim nach einer Operation in kritischem Zustand befinde. Es k├Ânne nicht best├Ątigt werden, dass es Anzeichen f├╝r ernste Probleme mit der Gesundheit Kims gebe, teilte das Pr├Ąsidialamt in der Hauptstadt Seoul mit. "Auch gibt es keine ungew├Âhnlichen Aktivit├Ąten in Nordkorea." Das abgeschottete Land h├╝llte sich wie so oft zuvor in Schweigen, eine unabh├Ąngige ├ťberpr├╝fung der Informationen ist nicht m├Âglich.

CNN berichtete unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten Regierungsbeamten, es gebe geheimdienstliche Hinweise, dass Kim "nach einer Operation in ernsthafter Gefahr" sei. Die auf Nachrichten aus Nordkorea spezialisierte Internetzeitung "Daily NK" in S├╝dkorea meldete, Kim sei am 12. April am Herzen operiert worden. Nach einem Eingriff erhole er sich aber wieder in einer Villa am nord├Âstlich von Pj├Ângjang gelegenen Berg Myohyang. "Daily NK" beruft sich auf einen Informanten innerhalb des Landes. Dieser nehme an, dass der Eingriff aufgrund mehrerer Faktoren n├Âtig gewesen sein k├Ânnte - Kims ├ťbergewicht, Rauchgewohnheiten und "├ťberarbeitung" eingeschlossen.

Die s├╝dkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap zitierte einen Beamten des Pr├Ąsidialamts in Seoul mit den Worten, Kim halte sich zwar au├čerhalb Pj├Ângjangs auf, er scheine aber normal zu arbeiten. Auch die Angaben von "Daily NK" ├╝ber Kims Aufenthaltsort wurden demnach infrage gestellt.

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Zuletzt hatte Kims Abwesenheit von einer Zeremonie zum Gedenken an seinen 1994 gestorbenen Gro├čvater und fr├╝heren Staatschef Kim Il Sung am 15. April Spekulationen ├╝ber seinen Gesundheitszustand ausgel├Âst. Nach Angaben des Vereinigungsministeriums in Seoul war es das erste Mal seit seiner Macht├╝bernahme Ende 2011, dass er einen Besuch des Mausoleums am Geburtstag Kim Il Sungs verpasste, wo die einbalsamierten Leichen des Gro├čvaters und seines Vaters Kim Jong Il liegen. Eine Erkl├Ąrung aus Pj├Ângjang dazu gab es nicht.

Noch am 11. April hatte Kim Jong Un ein wichtiges Parteitreffen in Pj├Ângjang geleitet. Dabei hatte er seine einflussreiche Schwester Kim Yo Jong erneut auf eine h├Âhere Position im F├╝hrungszirkel der Arbeiterpartei bef├Ârdert.

Nordkorea ├Ąu├čerte sich auch jetzt nicht zu den Berichten aus dem Ausland. Zwar zelebriert die kommunistische F├╝hrung um seine Herrscher seit jeher einen F├╝hrerkult, doch kontrolliert sie Informationen ├╝ber Kim Jong Un und seine Familie ├Ąu├čerst streng. Kims Alter wird in S├╝dkorea auf 36 Jahre gesch├Ątzt.

Der Nationale Sicherheitsberater des Wei├čen Hauses, Robert O'Brien, sagte am Dienstag dem US-Fernsehsender Fox News: "Wir beobachten diese Berichte sehr genau". Nordkorea sei eine h├Âchst geschlossene Gesellschaft ohne freie Presse. "Sie sind sehr sparsam mit den Informationen, die sie ├╝ber viele Dinge liefern, einschlie├člich der Gesundheit von Kim Jong Un", sagte O'Brien.

Trotz der Zweifel an den Berichten zu Kims Zustand blieb die Lage zun├Ąchst unklar. Man d├╝rfe nicht erwarten, dass Nordkorea "irgendeine Herzoperation best├Ątigt", schrieb die Expertin Jean H. Lee vom amerikanischen Wilson Center auf Twitter. "Nordkorea r├Ąumte niemals einen Schlaganfall oder ein Koma beim Vater Kim Jong Il ein." Dies sei erst durch einen franz├Âsischen Arzt geschehen, der den Ende 2011 gestorbenen Kim Jong Il in Pj├Ângjang behandelt habe.

Die Probleme in Zusammenhang mit der Berichterstattung ├╝ber innere Vorg├Ąnge in Nordkorea illustrierte am Dienstag auch eine Entschuldigung der Journalistin Katy Tur von NBC News. Sie habe ihren Tweet, wonach US-Beamte gesagt h├Ątten, Kim sei hirntot, aus ├╝bergro├čer Vorsicht wieder gel├Âscht, schrieb sie. "Warte auf mehr Infos. Entschuldigung."

Als Kim im Oktober 2014 wochenlang von der Bildfl├Ąche verschwunden war, hatte es ebenfalls Ger├╝chte ├╝ber seine Gesundheit gegeben. Der s├╝dkoreanische Geheimdienst nahm damals an, dass Kim wegen einer Zyste im rechten Sprunggelenk operiert worden und deshalb verschwunden gewesen sei.

S├╝dkoreas Regierung geht davon aus, dass Kim seine Position in den vergangenen Jahren gefestigt hat. Dazu geh├Ârt auch, dass er eine Reihe von Vertrauten einschlie├člich seiner j├╝ngeren Schwester um sich geschart hat. Beobachter in S├╝dkorea gehen mittlerweile davon aus, dass Kim Yo Jong die Staatsgesch├Ąfte ihres Bruder fortf├╝hren k├Ânnte, sollte er aus gesundheitlichen Gr├╝nden nicht mehr regierungsf├Ąhig sein oder sogar sterben. Die Macht im Land liegt seit mehr als 70 Jahren in den H├Ąnden der Kim-Dynastie.

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