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USA: Polizei schießt auf Schwarzen in Wisconsin– neue Proteste

Video zeigt Vorfall  

Polizei schießt auf Schwarzen – neue Proteste in USA

24.08.2020, 12:24 Uhr | rtr, dpa, pdi

USA: Polizei schießt auf Schwarzen in Wisconsin– neue Proteste . Ein auf Twitter veröffentlichtes Video zeigt die Polizei, die auf einen Mann schießt: Der Afroamerikaner soll mit schweren Verletzungen im Krankenhaus liegen.  (Quelle: Twitter/ @nolimitchrizi)

Ein auf Twitter veröffentlichtes Video zeigt die Polizei, die auf einen Mann schießt: Der Afroamerikaner soll mit schweren Verletzungen im Krankenhaus liegen. (Quelle: Twitter/ @nolimitchrizi)

Die Polizei im US-Bundesstaat Wisconsin wird zu einem Haus gerufen und schießt daraufhin auf einen Afroamerikaner auf offener Straße. Ein Video von dem Vorfall löst Entsetzen aus – und neue Proteste.

In den USA ist es erneut zu Protesten gekommen, nachdem ein Schwarzer bei einem Polizeieinsatz schwer verletzt worden ist. Polizisten haben auf den Mann in der Stadt Kenosha im Bundesstaat Wisconsin geschossen, als sie wegen eines "häuslichen Zwischenfalls" am Sonntagabend alarmiert worden seien, teilte die Polizei mit. Der Mann sei sofort in ein Krankenhaus gebracht worden. Wie es zu den Schüssen gekommen sei, wurde nicht erklärt. 

Video zeigt Vorfall

Ein Video, das in sozialen Medien kursiert, zeigt, wie der Mann auf ein Auto zugeht. Zwei Polizisten folgen ihm, einer der Beamten schießt auf ihn, als er die Autotür öffnet.

Die erschreckenden Szenen wurden schon zehntausendfach auf Twitter geteilt, in den Kommentaren diskutieren die Menschen über den Vorfall und darüber, ob der Mann möglicherweise bewaffnet gewesen sei. Doch warum der Polizist dem Mann in den Rücken schoss, ist unklar. Untersuchungen in dem Fall laufen. Medienberichten zufolge demonstrierten später mehr als 60 Personen am Tatort, es sollen mehrere Brände gelegt worden sein.

Polizisten erschießen Mann in Louisiana

Schon am Tag zuvor ist es im südlichen Bundesstaat Louisiana zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen. Polizisten erschossen in der Stadt Lafayette einen Schwarzen, der nach Polizeiangaben mit einem Messer bewaffnet war. Die Beamten hätten zunächst erfolglos Taser eingesetzt, um Treyford P. zu stoppen, erklärte die Polizei des Bundesstaats am Samstag. Beamte hätten dann das Feuer eröffnet, als der 31-Jährige in einen kleinen Supermarkt fliehen wollte, hieß es weiter.

Die Polizisten seien am Freitagabend an den Tatort gerufen worden, weil es dort eine "Störung" mit einem Mann gegeben habe, der mit einem Messer bewaffnet gewesen sei, erklärte die Polizei weiter. Die Polizei machte keine Angaben zur Anzahl der abgefeuerten Schüsse. Der Verdächtige sei nach dem Zwischenfall in einem Krankenhaus für tot erklärt worden, hieß es. Örtliche Medienberichte sprachen von etwa einem Dutzend Schüssen.

Der Anwalt der Familie des Opfers, Ben Crump, forderte in einer Stellungnahme eine transparente Aufklärung der "sorglosen Schüsse und tragischen Tötung dieses Mannes". Die verantwortlichen Polizisten sollten umgehend entlassen werden, forderte er. "Treyford war von Beamten umzingelt und wurde mehr als zehn Mal angeschossen", erklärte Crump.

Heftige Proteste nach Tötung von George Floyd

Der Anwalt verbreitete auf Twitter ein Video von Zeugen, das den Vorfall zeigen soll. In dem Video ist zu sehen, wie sich ein Schwarzer im Schritttempo der Verfolgung durch Polizisten entzieht. Als er sich der Eingangstür einer Tankstelle nähert, schießen die Polizisten mehrfach aus sehr geringer Entfernung auf ihn. Crump zufolge hieß der Getötete Treyford P., die Polizei gab seinen Vornamen mit der Schreibweise Trayford an.

In den USA war es seit Ende Mai in vielen Städten zu Massenprotesten der "Black Lives Matter"-Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt gekommen. Der Auslöser war die Tötung des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota am 25. Mai. Floyds Familie war ebenfalls von Crump vertreten worden.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagenturen Reuters und dpa

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