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Kann dieser Mann Benjamin Netanjahu in Israel ablösen?

Von afp
Aktualisiert am 02.06.2021Lesedauer: 2 Min.
Das Ende einer Ära: Die Koalitionsgespräche könnte das Ende für Netanjahu bedeuten. (Quelle: Glomex)
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Jair Lapid war in Israel bekannt als Moderator und Autor: Nun könnte er die Karriere von Benjamin Netanjahu als Ministerpräsident beenden. Damit würde sich seine Standhaftigkeit auszahlen.

Zwei Monate nach der Parlamentswahl hält Israels Oppositionsführer Jair Lapid alle Fäden in der Hand, um das Ende der Ära von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einzuläuten. Mit einer Regierung, die das gesamte politische Spektrum von links nach rechts umfasst, will der 57-Jährige mit seiner liberalen Partei Jesch Atid (Es gibt eine Zukunft) beweisen: Es gibt eine Zukunft für Israel ohne "König Bibi".

Jesch Atid wurde bei der Wahl im März mit 17 Sitzen zweite Kraft hinter Netanjahus Likud. Es war Israels vierte Abstimmung in weniger als zwei Jahren und auch diesmal war der Wählerauftrag alles andere als eindeutig. Nachdem Netanjahu mit einer Regierungsbildung gescheitert war, ging das Mandat an den ehemaligen Fernsehmoderator Lapid.

Breites Parteienbündnis notwendig

Im Schatten des elftägigen Konflikts zwischen Israel und den radikalen Palästinenser-Organisationen im Gazastreifen bemühte sich Lapid, eine tragfähige Koalition ohne Netanjahu zu schmieden. Am Sonntag verkündete er dann, mit dem nationalistischen Hardliner Naftali Bennett und dessen rechtsreligiöser Jamina-Partei eine Koalition bis zum Ende der Frist am Mittwoch bilden zu wollen. Beide eint vor allem, dass sie Netanjahu nach zwölf Jahren im Amt loswerden wollen.

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Lapid bot Bennett sogar an, in einer gemeinsamen Regierung als erster das Ministerpräsidentenamt für zwei Jahre übernehmen zu können. Lapid würde dann den zweiten Teil der Amtszeit bestreiten. Um die Schwelle von 61 Mandaten in der Knesset zu überwinden, muss Lapid den Schulterschluss mit Bennett und weiteren arabisch-israelischen sowie linken Parteien wagen.

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Fernsehmoderator, Buchautor, Ministerpräsident?

1963 in Tel Aviv geboren, ist Lapid weiten Teilen der israelischen Bevölkerung noch als Nachrichtenmoderator des privaten zweiten Fernsehens sowie als Autor zahlreicher Thriller, Kinder- und Sachbücher bekannt. Bevor er in der Politik Karriere machte, wurde Lapid, der auch Hobby-Boxer und Kampfkunst-Sportler ist, zum attraktivsten Mann Israels gewählt.

Als Lapid seine Partei im Jahr 2012 gründete, wurde er von vielen belächelt: Wieder ein Fall eines Medien-Stars, der hoffte, seine Prominenz in politischen Erfolg ummünzen zu können, urteilten Kritiker. Doch Lapid, der mit seinem Wechsel aus dem Journalismus in die Politik in die Fußstapfen seines Vaters, dem früheren Justizminister Josef "Tommy" Lapid, trat, belehrte sie eines Besseren: Bei der Wahl von 2013 gelang Jesch Atid ein Überraschungserfolg; mit 19 Mandaten zog die Partei in die Knesset ein, Lapid wurde kurzzeitig Finanzminister.

Standhaftigkeit zahlt sich aus

Mit Netanjahu liegt Lapid seit langem über Kreuz. 2019 schloss sich Jesch Atid dem von Ex-Armeechef Benny Gantz geführten Mitte-Links-Bündnis Blau-Weiß an. Als Gantz vor einem Jahr nach der dritten Parlamentswahl innerhalb eines Jahres und unter dem Eindruck der Corona-Pandemie sein zentrales Wahlversprechen brach und eine Einheitsregierung mit Netanjahu einging, stieg Lapid aus dem Blau-Weiß-Bündnis aus.

Als Oppositionsführer sagte Lapid das Ende der brüchigen Koalition zwischen Netanjahu und Gantz im Dezember voraus. Lapids Standhaftigkeit, sich keiner Regierung unter Netanjahus Führung anzuschließen, ließ ihn offensichtlich in der Wählergunst steigen – während Gantz stark an Zustimmung einbüßte.

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Von Lisa Becke
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