Sie sind hier: Home > Politik > Ausland >

Brexit: London lässt späte Anträge auf Bleiberecht von EU-Bürgern zu

Brexit  

London lässt späte Anträge auf Bleiberecht von EU-Bürgern zu

23.06.2021, 10:26 Uhr | dpa

Brexit: London lässt späte Anträge auf Bleiberecht von EU-Bürgern zu. Ende der Freizügigkeit: Mit dem endgültigen Austritt Großbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt ist es für EU-Bürger nicht mehr so einfach möglich, sich dort niederzulassen.

Ende der Freizügigkeit: Mit dem endgültigen Austritt Großbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt ist es für EU-Bürger nicht mehr so einfach möglich, sich dort niederzulassen. Foto: picture alliance / dpa. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Die britische Regierung will auch über das Fristende vom 30. Juni hinaus Anträge auf Bleiberecht von EU-Bürgern annehmen, die bereits vor dem Vollzug des Brexits in Großbritannien lebten.

Voraussetzung sei, dass berechtigte Gründe geltend gemacht werden können - beispielsweise eine schwere Erkrankung, teilte ein Sprecher des Innenministeriums in London mit.

Bürger aus den EU-Staaten sowie Islands, Liechtensteins, Norwegens und der Schweiz durften sich noch bis zum Jahreswechsel in Großbritannien ohne Einschränkungen niederlassen. Dieses Recht auf Freizügigkeit endete mit dem endgültigen Austritt des Landes aus dem EU-Binnenmarkt am 31. Dezember 2020.

Mehrere Hunderttausend warten auf Bleibe-Bescheid

Bislang wurden bereits 5,4 Millionen Anträge auf Bleiberecht in Großbritannien gestellt. 4,9 Millionen davon wurden positiv beschieden. Mehrere Hunderttausend Menschen warten noch auf das Ergebnis, sie können bis dahin weiterhin auf ihr Bleiberecht aus der EU-Mitgliedschaft pochen.

Mehrere Hunderttausend haben jedoch nach Schätzung von Experten noch keinen Antrag gestellt. Sollten sie dies nicht bis zum 30. Juni machen, müssten sie damit rechnen, ausgewiesen zu werden. Das Innenministerium kündigte an, in entsprechenden Fällen eine Frist von 28 Tagen für eine späte Bewerbung zu setzen.

Die Organisation the3million, die sich für die Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien einsetzt, begrüßte die Entscheidung, verspätete Anträge anzunehmen. Die Krux sei aber, dass die Menschen bereits mit Ablauf der Frist automatisch ihre Rechte verlören, kritisierte Maike Bohn von the3million. Das Innenministerium versicherte, es würden keine laufenden Zahlungen zur Sozialhilfe an EU-Bürger eingestellt, neue Anträge seien jedoch ebenfalls nicht möglich.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: