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Nordkorea setzt Raketentests fort

Von dpa
Aktualisiert am 27.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Soldaten der s├╝dkoreanischen Armee in Paju, nahe der Grenze zu Nordkorea.
Soldaten der s├╝dkoreanischen Armee in Paju, nahe der Grenze zu Nordkorea. (Quelle: Ahn Young-Joon/AP/dpa./dpa)
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Seoul (dpa) - Trotz neuer Sanktionen setzt die selbst erkl├Ąrte Atommacht Nordkorea ihre Raketentests fort. Nordkorea habe am Donnerstagmorgen (Ortszeit) in Hamhung an der Ostk├╝ste zwei mutma├čliche ballistische Raketen von kurzer Reichweite in Richtung Meer abgefeuert, teilte das Milit├Ąr im benachbarten S├╝dkorea mit.

Sie seien etwa 190 Kilometer weit geflogen und ins Ostmeer (Japanisches Meer) gest├╝rzt. Es war bereits der sechste Raketentest durch Nordkorea seit Beginn des Jahres.

Die Bundesregierung und die EU verurteilten das Vorgehen. Die wiederholten Raketenstarts bedrohten den Weltfrieden und die internationale und regionale Sicherheit, sagte eine Sprecherin des Ausw├Ąrtigen Dienstes in Br├╝ssel. Sie erschwerten zudem die internationalen Bem├╝hungen, den Dialog wiederaufzunehmen.

Deutschland rief Nordkorea dazu auf, die Beschl├╝sse des UN-Sicherheitsrats umzusetzen. "Nordkorea ist zur vollst├Ąndigen, unumkehrbaren und ├╝berpr├╝fbaren Beendigung seiner Programme zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen verpflichtet", sagte ein Sprecher der Ausw├Ąrtigen Amtes in Berlin.

UN-Resolutionen untersagen dem politisch weitgehend isolierten Land die Erprobung ballistischer Raketen. Dabei handelt es sich in aller Regel um Boden-Boden-Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen k├Ânnen. Zuletzt hatte Nordkorea am Dienstag nach Angaben S├╝dkoreas zwei Marschflugk├Ârper getestet. Die Tests solcher Lenkflugk├Ârper, die im Gegensatz zu ballistischen Raketen ├╝ber einen permanenten eigenen Antrieb verf├╝gen, unterliegen jedoch nicht den Sanktionen gegen Nordkorea.

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Wegen seiner Raketentests in diesem Jahr zog Nordkorea neue Kritik der USA und ihrer Verb├╝ndeten S├╝dkorea und Japan auf sich. Bei den Tests kamen eigenen Angaben zufolge auch Hyperschallraketen zum Einsatz. Bei solchen Waffen kann ein sogenannter Hyperschall-Gleiter von einer ballistischen Rakete aus starten. Hyperschall-Waffen lassen sich wegen ihrer hohen Geschwindigkeit und Man├Âvrierf├Ąhigkeit nur schwer abfangen.

Nordkorea will nach Ansicht von Experten neben der Weiterentwicklung seiner Raketentechnik auch milit├Ąrische St├Ąrke demonstrieren. Wegen seines Atomwaffenprogramms ist das Land unter anderem harten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats unterworfen.

Nach neuen Sanktionen der USA hatte Pj├Ângjang zuletzt angedeutet, auch wieder Atombomben und Interkontinentalraketen testen zu k├Ânnen. Schon Ende 2019 erkl├Ąrte Machthaber Kim Jong Un, dass sich Nordkorea grunds├Ątzlich nicht mehr an sein selbst gesetztes Testmoratorium gebunden sehe. Hintergrund waren die fehlenden Fortschritte in den Verhandlungen der USA mit Nordkorea ├╝ber sein Atomprogramm.

Das US-Finanzministerium beschloss in diesem Monat unter anderem Strafma├čnahmen gegen f├╝nf Nordkoreaner, denen es vorwarf, G├╝ter f├╝r die Massenvernichtungs- und Raketenprogramme ihres Landes zu beschaffen.

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