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Er hat Milliarden und hasst den Staat

Von Nils Kögler, Steve Haak

Aktualisiert am 09.02.2022Lesedauer: 5 Min.
Peter Thiel: Der deutschstämmige Milliardär möchte künftig die amerikanische Politik erobern.
Peter Thiel: Der deutschstämmige Milliardär möchte künftig die amerikanische Politik erobern. (Quelle: Kevin Dietsch/imago-images-bilder)
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Peter Thiel ist ein schwerreicher Geschäftsmann. Der in Deutschland geborene Investor träumt von einer Welt ohne staatliche Einschränkung. Die Sorge vor dem Einfluss des Trump-Freundes wächst.

Der Name Peter Thiel ist dieser Tage in aller Munde. Der 54-jährige Investor verkündete jüngst nach rund 17 Jahren beim Sozialen Netzwerk Facebook seinen Rücktritt als Verwaltungsrat. Er möchte sich künftig mehr in der Politik engagieren – und sicherte sich dafür bereits prominente Unterstützung: Österreichs Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz wird für Thiel als "Global Strategist" tätig sein. Kurz arbeitet damit für einen Mann, der auch schon Donald Trump unterstützte, der das Wahlrecht für Frauen kritisch sieht und Demokratie für eine überholte Idee hält.

Immer mehr Beobachter stellen sich die Frage: Wer ist der umstrittene Multimilliardär, der seinen Einfluss in der US-Politik ausbauen will eigentlich – und welche Ziele will er erreichen?

Wer die Person Thiel verstehen will, muss zwei Ebenen betrachten: den auĂźerordentlich erfolgreichen Unternehmer und den politischen Menschen. Beide sind untrennbar miteinander verbunden.

Peter Thiel wurde 1967 in Frankfurt am Main geboren. Seine Familie zog allerdings schon ein Jahr nach seiner Geburt nach Amerika. Nachdem er zunächst ein Philosophie-Studium an der renommierten Stanford-Universität abgeschlossen hatte, erwarb er auch einen Abschluss in Rechtswissenschaften. Als Jurist arbeitete er jedoch nur kurz, bevor er in den Finanzsektor wechselte und 1996 seine Anlagefirma "Thiel Capital Management" gründete.

Erfolgreiche Investitionen

In der Startup-Szene gilt Thiel als Vorzeigegründer. Sein Vermögen beläuft sich auf mehrere Milliarden US-Dollar. In der Liste der von ihm unterstützten und gestarteten Unternehmen befinden sich weltweit bekannte und erfolgreiche Marken. Unter anderem startete Thiel zusammen mit Tesla-Chef Elon Musk den Zahlungsdienstleister Paypal, den er 2002 an die Börse brachte. Den Spionage-Software-Anbieter Palantir gründete Thiel ein Jahr später.

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Palantir verkauft seine Programme an Geheimdienste. Die wegen ihrer intransparenten Arbeitsweise umstrittene Anwendung hilft Behörden und Unternehmen dabei, große Datenmengen zu durchsuchen. Von Polizeibehörden kann das Programm zur Verbrechensbekämpfung genutzt werden.

Thiels bekannteste Investition ist die in das Soziale Netzwerk Facebook im Jahr 2005. Mit 500.000 US-Dollar war Thiel der erste externe Geldgeber des Unternehmens von Mark Zuckerberg. Seine Anteile an der Plattform verkaufte er nach dem Facebook-Börsengang im Jahr 2012. Über seinen Risikokapitalgeber Founders Fund hat Thiel im Laufe der Jahre in weitere bekannte Unternehmen investiert – darunter der schwedische Musikstreamingdienst Spotify, die Unterkunftsvermittlung Airbnb sowie das Weltraumunternehmen SpaceX.

Freiheit als höchstes Gut

Der politische Mensch Thiel beschreibt sich selbst als "Libertarian". Anhänger dieser politischen Richtung räumen der individuellen Freiheit höchsten Stellenwert ein und wollen sich vom Staat und der Politik nichts vorschreiben lassen. Er sei zum Beispiel gegen das Prinzip von Steuern und einen übergriffigen Staat, schrieb er in seinem 2009 veröffentlichten Essay "The Education of a Libertarian".

Thiel beschreibt die 1920er-Jahre als das letzte Jahrzehnt, in dem die Politik noch optimistisch betrachtet werden konnte. Danach hätte eine wachsende Gruppe von Sozialhilfeempfängern und die Ausweitung des Wahlrechts auf Frauen – zwei Gruppen, die er für Libertarianer als schwer zu gewinnen beschreibt – dafür gesorgt, dass die Idee einer "kapitalistischen Demokratie" ein Widerspruch in sich geworden wäre.

Seiner Meinung nach gibt es mittlerweile keinen wirklich freien Ort auf der Welt mehr. Deshalb möchte er der Politik in Richtung eines "unentdeckten Landes" entkommen. Als mögliche Wege dorthin betrachtet er Investitionen in das Internet und den Weltraum. Das Internet sei zwar geeignet für die Entwicklung neuer Welten, er hege jedoch Zweifel daran, wie real diese seien. Auch das Weltall sei zwar grenzenlos, jedoch noch schwer zu erreichen.

Leben frei von politischem Einfluss

Deshalb bringt Thiel das sogenannte Seasteading ins Spiel. Dabei handelt es sich um ein Vorhaben, bei dem mitten im Meer künstliche Inseln entstehen sollen, die fernab jeglichen politischen Einflusses durch einen Nationalstaat existieren. Dort können sich Technikunternehmen der Vision nach frei entfalten und eine kapitalismusfreundliche Zukunft gestalten. Um seine Fantasie von der autonomen Insel zu verwirklichen, half er sogar mit einem Investment von 500.000 Euro beim Aufbau eines Seasteading-Instituts.

Die Sehnsucht, sich der staatlichen Kontrolle zu entziehen, teilen viele Visionäre der Technikhochburg des Silicon Valley in den USA. Wie bei vielen wohlhabenden Unternehmern könnte die Flucht vor dem Staat jedoch hauptsächlich ein Motiv haben: die Steuerflucht. Thiel ist bekannt dafür, dubiose Methoden anzuwenden, um Steuern zu vermeiden. So berichtet unter anderem sein Biograf, der Autor und Journalist Max Chafkin, wie er ein unbesteuertes individuelles Rentenkonto, das eigentlich zur Entlastung der amerikanischen Mittelschicht geschaffen wurde, benutzte, um Milliarden an Steuerzahlungen zu vermeiden.

GroĂźspenden an die Politik

Dass es ihm vor der Politik nicht so sehr ekelt, wie es sein Essay vermuten lässt, ist offensichtlich: Bereits seit Jahren unterstützt er Politiker mit großzügigen Spenden. Dabei unterscheidet er sich jedoch deutlich von seinen Mitstreitern aus dem Silicon Valley. Denn obwohl viele von ihnen die Fantasie des Lebens ohne staatliche Einflussnahme teilen, unterstützen die Technologie-Unternehmer in der Regel die Demokratische Partei. Thiel hingegen hält sich an die Republikaner.

Bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2008 unterstützte er John McCain, der später gegen Barack Obama verlor. Später spendete er für die ebenfalls erfolglosen Kampagnen von Ron Paul und Ted Cruz, bis er sich im Präsidentschaftsrennen 2016 schließlich für Donald Trump einsetzte. Wenige Wochen vor der Wahl hielt er eine Rede auf dem republikanischen Parteitag und wirkte nach Trumps Sieg sogar beim Regierungswechsel als Berater mit.

Demokratiekritische Aussagen

Mittlerweile sucht sich Thiel auch eigene Kandidaten, die für einflussreiche Posten kandidieren. So unterstützt er mit Blake Masters und J. D. Vance gleich zwei Kandidaten für den US-Senat, die in seinen Unternehmen ihr Geld verdienten. Beide vertreten ein traditionelles Weltbild und schimpfen auf die große Tech-Industrie, die angeblich konservativen Meinungen keinen Platz einräume – und werden dabei ironischerweise von einem Investor unterstützt, der sein Geld mit Facebook verdiente.

Thiels wachsende Einflussnahme auf die US-Politik wird von einigen Beobachtern mit Sorge betrachtet, denn vergangene Ă„uĂźerungen lassen ihn auch als Gegner der Demokratie erscheinen. "Ich glaube nicht mehr, dass Freiheit und Demokratie kompatibel sind", schrieb er etwa in seinem Essay.

Biograf Chafkin beschreibt seine Position gar als an den Faschismus grenzend. Thiel sei der Auffassung, dass Unternehmen besser geführt würden als die Regierung, weil sie einen alleinigen Entscheidungsträger hätten – quasi einen Diktator, berichtet Chafkin in einem Interview mit dem "Time"-Magazin. "Er steht der Idee der Demokratie feindlich gegenüber", sagt er.

Kein Vertrauen in Wahlen

Auch Thiels Aussagen zum Frauenwahlrecht deuten in diese Richtung: "Ich glaube zwar nicht, dass eine Gruppe von Menschen von den Wahlen ausgeschlossen werden sollte, aber ich habe wenig Hoffnung, dass Wahlen die Dinge besser machen werden", sagte er, nachdem Kritik an den Ă„uĂźerungen in seinem Essay laut geworden war.

Thiel sieht die Demokratie als Hindernis für Fortschritt: In einem Interview mit dem Journalisten Tim Cavanaugh aus dem Jahr 2010 äußerte er die Befürchtung, eine Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung würde viele Bereiche des technologischen Fortschritts ablehnen. Jenen Fortschritt, den Thiel so gerne abseits jeglicher staatlicher Einschränkungen umsetzen würde.

Seine Unterstützung für den autoritären Trump und dessen Anhänger, die nach und nach daran arbeiten, die amerikanische Demokratie auszuhöhlen, scheint also folgerichtig. Mit Sebastian Kurz hat Thiel zudem nun einen politischen Berater an der Seite, der es in Österreich immerhin geschafft hat, eine ganze Partei auf sich zuzuschneiden. Mit seinem Abschied von Facebook wächst die Sorge, dass er ähnliche Modelle auch in den USA mit seinen nahezu unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten fördern könnte.

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