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Letzte Worte aus Mariupol: "Mach dir keine Sorgen"


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"Mach dir keine Sorgen" – letzte Worte aus Mariupol

reuters, Von Andrew R.C. Marshall

Aktualisiert am 10.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Ukraine-Krieg: Ein Krankenhaus in Mariupol wurde bei einem Angriff zerstört – bei Evakuierungen kam es erneut zu Zwischenfällen. (Quelle: t-online)
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Der Bürgermeister von Mariupol zählt 1.200 tote Zivilisten seit Beginn des Ukraine-Kriegs. Dazu kommen viele Vermisste. Hinter den Zahlen stehen Schicksale von Menschen, die bleiben wollten. So wie Tamara Usenko.

Victoria Zaburyna hatte ihre Mutter noch gedrängt, die von russischen Streitkräften belagerte Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine zu verlassen. Doch die 76-Jährige blieb an Ort und Stelle. Noch sei die Stadt ruhig, sagte Tamara Usenko ihrer Tochter.


Ukraine: Das sind die Gesichter des Krieges

Charkiw im Osten der Ukraine: Ein Mann versucht das Feuer im Haus seiner Nachbarn zu löschen, das bei einem russischen Angriff zerstört wurde. Die Stadt steht seit Wochen unter Beschuss.
Warten auf den Bus im belagerten Mariupol: Große Teile der Hafenstadt sind inzwischen zerstört. Wer Haustiere hat, versucht auch sie zu retten.
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Dann rief sie noch einmal an, um zu berichten, dass sie sich in einem Flur versteckt habe, nachdem eine Bombe oder Granate die nahegelegene Schule zerstört und ihren Wohnblock mit Trümmern übersät habe. "Es ist jetzt ruhiger, also werde ich wahrscheinlich nach Hause zurückkehren", sagte die Mutter. "Mach dir keine Sorgen." Seitdem hat Zaburyna nichts mehr von ihr gehört.

Rotes Kreuz spricht von "apokalyptischer Lage"

Hunderttausende Einwohner von Mariupol suchen seit einer Woche Schutz vor den Bombenangriffen, ohne Wasser und ohne Strom. Die Telefonverbindungen sind ausgefallen und die Stadt ist damit von der Außenwelt abgeschnitten.

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Das Rote Kreuz bezeichnet die Lage in der von russischen Truppen vollständig eingeschlossenen Hafenstadt als "apokalyptisch". Tausende von Ukrainerinnen und Ukrainern suchen verzweifelt nach Informationen über ihre Angehörigen und Freunde, die im Krieg vertrieben oder möglicherweise getötet wurden.

Menschen helfen einer älteren Frau beim Gehen auf einer Straße mit einem von Granaten getroffenen Wohnhaus im Hintergrund in Mariupol
Menschen helfen einer älteren Frau beim Gehen, im Hintergrund ein von Granaten getroffenes Wohnhaus. (Quelle: Evgeniy Maloletka/dpa-bilder)

So geht es auch Oleg Maksimchuk, dessen 63-jähriger älterer Bruder Viktor in einem Dorf östlich von Mariupol wohnt. Sie haben seit dem 26. Februar nicht mehr miteinander gesprochen. Damals hielt sich Viktor in einem Keller versteckt. "Die Bombardierung hat begonnen", sagte Viktor während des letzten Telefonats mit Oleg. "Ich kann auch ein Militärflugzeug sehen." Oleg, der Hunderte von Kilometern entfernt wohnt, versucht am nächsten Tag, Viktor anzurufen – erreicht ihn aber nicht. "Ich hoffe, dass mein Bruder lebt", sagt er.

Suche nach Verwandten über Telegram-Gruppe

Seitdem versucht Oleg es über eine Facebook-Seite, die für Ukrainer Kontakt mit Verwandten in Mariupol herstellen will. Er sei für jede Information dankbar, schreibt er dort und: "Ehre der Ukraine." Eine Telegram-Gruppe, die bei der Suche nach Vermissten aus Mariupol und anderen bombardierten Städten helfen will, hat alleine etwa 70.000 Nutzer.

Ein Mann fährt mit dem Fahrrad an einem durch einen Angriff beschädigten Wohnhaus in Mariupol vorbei.
Ein Mann fährt mit dem Fahrrad an einem durch einen Angriff beschädigten Wohnhaus in Mariupol vorbei. (Quelle: Evgeniy Maloletka/dpa-bilder)

Die schmerzhafte Trennung von ihren Liebsten zermürbt die Menschen. Iraida Dzyubenko sucht nach ihrer Schwiegertochter Olga Ponomarenko, die mit ihren zwei Kindern in einem Wohnblock am östlichen Stadtrand von Mariupol lebt. Dzyubenko, Hunderte von Kilometern von Mariupol entfernt, bricht mehrmals zusammen, als sie über ihre Verwandten spricht. "Bitte helfen Sie, sie zu finden", sagt sie unter Tränen.

Olga habe die Stadt verlassen wollen, aber beschlossen, ein oder zwei Tage zu warten, weil der Bahnhof überfüllt und ihr Sohn krank gewesen sei. Vor acht oder neun Tagen, mitten in der Nacht, erhielt Dzyubenko eine letzte Nachricht von Olga. Als sie versuchte, diese zu öffnen, löschte sie die Nachricht versehentlich. "Ich wünschte, ich könnte sie wiederherstellen, aber ich kann es nicht."

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"Er war optimistisch und wollte nicht fliehen"

Olha Uha hat seit acht oder neun Tagen nichts mehr von ihrem 82-jährigen Onkel Anatoliy Mulika gehört. Er lebt alleine in einer Wohnung im Osten von Mariupol. Uha – die in der Nähe von Riwne, am anderen Ende der Ukraine lebt – habe ihren Onkel gedrängt, die Stadt zu verlassen. Aber er habe sich geweigert. "Er war optimistisch und wollte nichts von Flucht hören", erinnert sich Uha an das letzte Telefonat.

Mulika sagte, er habe den Zweiten Weltkrieg und die Ereignisse von 2014 überlebt, als Russland die nahe gelegene Krim annektierte. "Und ich werde wieder überleben", versicherte er seiner Nichte. "Ich werde niemals aufgeben." Uha rief am nächsten Tag wieder an und kam nicht durch. Jetzt ist es an ihr, positiv zu bleiben. "Ich will nicht an das Schlimmste denken", sagt sie.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur Reuters
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Von Hannes Molnár, Adrian Röger
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