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Israels Außenminister: Status quo auf Tempelberg bleibt

Von dpa
Aktualisiert am 24.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Der Felsendom befindet sich auf dem Tempelberg in Jerusalem.
Der Felsendom befindet sich auf dem Tempelberg in Jerusalem. Zuletzt kam es dort wiederholt zu Konfrontationen zwischen PalÀstinensern und israelischen SicherheitskrÀften. (Quelle: Mahmoud Illean/AP/dpa./dpa)
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Jerusalem (dpa) - Nach wiederholten Konfrontationen auf dem Tempelberg in Jerusalem hat Israels Außenminister Jair Lapid betont, Israel sei dem Status quo auf der heiligen StĂ€tte verpflichtet.

"Muslime beten auf dem Tempelberg, Nicht-Muslime besuchen ihn", sagte Lapid am Sonntag vor Journalisten in Jerusalem. "Es gibt keine VerÀnderung, es wird keine VerÀnderung geben", sagte er. "Wir haben keine PlÀne, den Tempelberg zwischen Religionen aufzuteilen."

Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste StĂ€tte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort frĂŒher zwei jĂŒdische Tempel standen. Der Tempelberg steht unter muslimischer Verwaltung, wĂ€hrend Israel fĂŒr die Sicherheit zustĂ€ndig ist. Laut einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dĂŒrfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten. Dagegen gibt es jedoch immer wieder VerstĂ¶ĂŸe. Die PalĂ€stinenser werfen Israel vor, es wolle seine Kontrolle der heiligen StĂ€tte ausweiten.

Lapid: Hamas will gezielt Unruhe auf Tempelberg stiften

Lapid sagte am Sonntag, die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas versuche, auf dem Tempelberg gezielt Unruhe zu stiften. "Zwei- bis dreihundert Extremisten wurden von Hamas geschickt, um Konfrontationen anzufachen", sagte er. "Auf der anderen Seite kamen allein gestern 95.000 friedliche (muslimische) GlĂ€ubige auf den Tempelberg, um eine heilige Zeremonie abzuhalten." Israel habe dafĂŒr gesorgt, dass wĂ€hrend des Fastenmonats Ramadan Hunderttausende Muslime auf dem Tempelberg beten konnten. WĂ€hrend der Zeit habe Israel auch "erhebliche BemĂŒhungen unternommen, um jĂŒdische Extremisten zu stoppen". SicherheitskrĂ€fte hĂ€tten Provokationen unterbunden.

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Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die PalĂ€stinenser beanspruchen die Gebiete fĂŒr einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Biden in Israel erwartet

US-PrĂ€sident Joe Biden wird in den kommenden Monaten in Israel erwartet. Er habe eine entsprechende Einladung angenommen, teilten das BĂŒro des israelischen MinisterprĂ€sidenten Naftali Bennett und das Weiße Haus am Sonntag mit. Die US-Regierung erklĂ€rte, in einem Telefonat der beiden Politiker sei es um "gemeinsame regionale und globale" Fragen der Sicherheit gegangen, "inklusive der Bedrohung durch den Iran und dessen Stellvertretern".

Bennett habe Biden unter anderem ĂŒber BemĂŒhungen unterrichtet, "die Gewalt und die Hetze in Jerusalem zu beenden". Auf dem Tempelberg in Jerusalem kam es zuletzt immer wieder zu Konfrontationen zwischen PalĂ€stinensern und israelischen SicherheitskrĂ€ften. Aus dem Weißen Haus hieß es dazu, Biden habe BemĂŒhungen zur Kenntnis genommen, die Lage zu beruhigen, um einen "friedlichen Abschluss" des muslimischen Fastenmonats Ramadan zu garantieren.

Bennetts BĂŒro erklĂ€rte, der MinisterprĂ€sident habe mit Biden zudem ĂŒber die Forderung Teherans gesprochen, die iranischen Revolutionsgarden von der US-Terrorliste zu streichen. "Ich bin mir sicher, dass PrĂ€sident Biden, ein echter Freund Israels, es nicht ermöglichen wird, die Revolutionsgarden von der Terrorliste zu nehmen", sagte Bennett den Angaben zufolge. "Israel hat seine Position in der Frage klargestellt: Die iranischen Revolutionsgarden sind die grĂ¶ĂŸte Terrororganisation der Welt."

Der Iran betrachtet Israel als seinen Erzfeind. Es gab immer wieder iranische Politiker und Kleriker, die die Existenz Israels in Frage gestellt haben. Seine derzeit grĂ¶ĂŸte existenzielle Bedrohung sieht Israel im iranischen Atom- und Raketenprogramm.

Der Iran und die mit ihm verbĂŒndete Hisbollah haben ihre PrĂ€senz in Syrien in den vergangenen Jahren ausgebaut. Israels Luftwaffe greift immer wieder Ziele im Nachbarland Syrien an, um den Iran daran zu hindern, dort weiter Fuß zu fassen. Teheran unterstĂŒtzt auch Israels Feinde in der Region, wie die libanesische Hisbollah-Miliz und die militanten PalĂ€stinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad.

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