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Präsident der Afrikanischen Union besucht offenbar Putin in Sotschi


Blockade durch Russland
Präsident der Afrikanischen Union besucht offenbar Putin in Sotschi

Von afp, dpa, reuters, jro

02.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Macky Sall: Der Präsident der Afrikanischen Union reist nach eigenen Angaben am Freitag nach Sotschi, um den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen.Vergrößern des BildesMacky Sall: Der Präsident der Afrikanischen Union reist nach eigenen Angaben am Freitag nach Sotschi, um den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen. (Quelle: UPI Photo/imago-images-bilder)
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Gebt das Getreide frei: Mit dieser Botschaft will der Präsident der Afrikanischen Union am Freitag nach Russland reisen. Blockierte Transportwege drohen die Hungerkrise in afrikanischen Staaten zu verschärfen.

Der Präsident der Afrikanischen Union (AU), Senegals Staatsoberhaupt Macky Sall, trifft am Freitag den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Sotschi. Das Präsidialamt in Dakar teilte am Donnerstag mit, Ziel des Besuchs sei "die Freigabe von Getreide und Dünger, deren Blockade besonders die afrikanischen Länder betrifft". Von russischer Seite lag zunächst keine Bestätigung vor.

Auf Twitter veröffentlichte das Büro des senegalesischen Präsidenten ein Bild vom Flughafen in der Hauptstadt Dakar. Sall werde auf seiner Russland-Reise vom Vorsitzenden der AU-Kommission Moussa Faki Mahamat begleitet, heißt es dort.

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Die Afrikanische Union habe auch die Bitte des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj akzeptiert, sich in einer Videokonferenz an die Mitglieder des afrikanischen Staatenbundes zu wenden. Das Datum stehe noch nicht fest. Zuvor hatte Sall sich am Dienstag an die Teilnehmer des EU-Gipfels in Brüssel gewandt.

Russische Propaganda könnte verfangen

Sall hatte bei dem Treffen der EU-Staats- und Regierunschefs die Sorge geäußert, die EU-Sanktionen könnten die Lebensmittelkrise in Afrika weiter verschärfen. Schätzungen zufolge könne der Getreideertrag in diesem Jahr um 20 bis 50 Prozent zurückgehen. Er verwies auch auf den Ausschluss russischer Banken aus dem internationalen Swift-Zahlungssystem. Dies erschwere es, Agrarprodukte zu bezahlen, sagte Sall, der per Videokonferenz zugeschaltet war.

Er betonte, dass alles getan werden müsse, um verfügbare Getreidevorräte freizusetzen und deren Transport zu gewährleisten, um das "katastrophale Szenario von Engpässen und allgemeinen Preissteigerungen zu verhindern". Sonst könne die Behauptung der russischen Staatspropaganda, der Westen blockiere die Lebensmittellieferungen mit seinen Sanktionen, in afrikanischen Staaten verfangen, warnte Sall.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte in Brüssel, dass die EU-Sanktionen keine Agrarprodukte betreffen: "Ich möchte ganz klar sagen, dass wir keine Sanktionen gegen Lebensmittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse verhängen", sagte von der Leyen vor Journalisten. Das sei eine "völlige Falschinformation" vonseiten Moskaus.

Blockade ukrainischer Seehäfen

Russlands Krieg gegen die Ukraine hat eine weltweite Nahrungsmittelkrise ausgelöst, in deren Folge die Preise für Getreide, Speiseöl, Treibstoff und Düngemittel in die Höhe schossen. Auf Russland und die Ukraine entfällt fast ein Drittel der weltweiten Weizenlieferungen. Russland ist zudem ein wichtiger Exporteur von Düngemitteln, die Ukraine von Mais und Sonnenblumenöl.

Die Ukraine kann wegen der russischen Invasion derzeit kaum Waren exportieren. Eine zentrale Rolle nehmen dabei die Seehäfen am Schwarzen Meer ein, die vom russischen Militär blockiert werden. Moskau setzt den Weltmarkt zugleich durch eine Begrenzung seiner Exporte unter Druck. Mehr dazu lesen sie hier.

EU-Ratschef Charles Michel betonte in Brüssel, man unterstütze die Bemühungen, etwa der Vereinten Nationen, die Blockade der Seewege aufzulösen. "Wir sind nicht sicher, ob das funktioniert", kommentierte Michel. Beim EU-Gipfel bekräftigten die Staats- und Regierungschefs zudem, die lokale Lebensmittelproduktion in gefährdeten Ländern anzukurbeln. Die EU-Kommission werde dazu aufgerufen, weitere Finanzhilfen für Partnerländer zu prüfen, heißt es in einer gemeinsamen Gipfel-Erklärung.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen AFP, dpa und Reuters
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