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Prominenter Putin-Kritiker Bill Browder in Spanien festgenommen

Russischer Haftbefehl  

Putin-Kritiker Bill Browder in Spanien festgenommen

Von Jonas Mueller-Töwe, Sara Orlos

30.05.2018, 10:36 Uhr
Prominenter Putin-Kritiker Bill Browder in Spanien festgenommen. Bill Browder bei einer Pressekonferenz 2017: Der berühmte Kreml-Kritiker brachte einen Finanzskandal ins Rollen – nun soll er auf Bestreben Russlands in Madrid verhaftet worden sein. (Quelle: dpa/Adrian Wyld)

Bill Browder bei einer Pressekonferenz 2017: Der berühmte Kreml-Kritiker brachte einen Finanzskandal ins Rollen – nun soll er auf Bestreben Russlands in Madrid verhaftet worden sein. (Quelle: Adrian Wyld/dpa)

Mit der Enthüllung eines Finanzskandals brachte Bill Browder Sanktionen gegen Russland auf den Weg – nun ist der Kreml-Kritiker in Madrid festgenommen worden.

Putin-Kritiker Bill Browder ist in der spanischen Hauptstadt Madrid festgenommen worden. Grundlage sei ein Haftbefehl der internationalen Polizeiorganisation Interpol, der auf ein russisches Fahndungsersuchen zurückgehe, schrieb Browder auf seinem persönlichen Twitter-Account. 

Bill Browder gilt als einer der erbittertsten Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der ehemalige Geschäftsführer von Hermitage Capital war vor über zehn Jahren einer der größten Investoren in Russland. Wenig später wurde dort sein Vermögen liquidiert, er selbst angeklagt.

Sein Anwalt Sergei Magnitsky brachte in der Folge den größten und bekanntesten Finanzskandal Russlands ins Rollen. In einem ausgeklügelten Geldwäschesystem hatten kremlnahe Beamte mutmaßlich über 200 Millionen Euro veruntreut. Magnitsky wurde daraufhin verhaftet und starb unter ungeklärten Umständen im Gefängnis. Browder wurde später in Abwesenheit wegen angeblicher Steuerhinterziehung zu Lagerhaft verurteilt.

Seine Lobbyarbeit führte 2011 in den USA zum Erlass des "Magnitsky Acts" – eine weitreichende Sanktionsliste gegen russische Beamte. Auch das EU-Parlament, Kanada und Großbritannien schlossen sich den Maßnahmen an. Zuletzt hatte der heutige Brite Browder im Juli 2017 ausführlich vor dem Finanzausschuss des US-Senats ausgesagt. 

t-online.de bat das Auswärtige Amt, Interpol und die Spanische Nationalpolizei um Stellungnahmen. Die Spanische Nationalpolizei bestätigte den Vorgang. Browder sei aufgrund eines Fahndungsgesuchs festgenommen, nach einer Befragung aber wieder entlassen worden. Auch Browder gab wenig später Entwarnung: Er sei nicht mehr in Gewahrsam.

Interpol reagierte ebenfalls auf die Anfrage von t-online.de: "Es gibt und gab nie ein Fahndungsgesuch gegen Bill Browder (seitens Interpol)." Browder werde nicht von Interpol gesucht. Interpol hatte in den vergangenen Jahren mehrfach russische Strafverfolgungsersuche abgelehnt – die Vorwürfe seien politisch motiviert. Im Oktober verkündete Russland hingegen, Browder auf die Interpol-Fahndungsliste gesetzt zu haben.

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