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Zoff im Mittelmeer: EU fordert Türkei zur Beendigung der Gassuche auf

Zoff im Mittelmeer  

EU drängt auf Ende der Gassuche – doch der Türkei ist das egal

17.08.2020, 06:32 Uhr | AFP

Zoff im Mittelmeer: EU fordert Türkei zur Beendigung der Gassuche auf. Das türkische Forschungsschiff "Oruc Reis" (M) fährt in Begleitung türkischer Kriegsschiffe über das Mittelmeer: Der Konflikt um Gasbohrungen heizt sich weiter an. (Quelle: dpa/Foto: -/Turkish Defense Ministry/AP Pool/dpa.)

Das türkische Forschungsschiff "Oruc Reis" (M) fährt in Begleitung türkischer Kriegsschiffe über das Mittelmeer: Der Konflikt um Gasbohrungen heizt sich weiter an. (Quelle: Foto: -/Turkish Defense Ministry/AP Pool/dpa./dpa)

Die Türkei will vor Zypern und Griechenland nach Gas bohren und sorgt bei EU-Diplomaten für Unmut. Der Druck auf Istanbul soll nun erhöht werden – bislang ohne scheinbaren Erfolg.

Die Europäische Union hat die türkische Regierung aufgefordert, die Suche nach Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer "unverzüglich" einzustellen. Ankaras Haltung untergrabe "Bemühungen um die Wiederaufnahme des Dialogs und der Verhandlungen", erklärte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Sonntag. Kurz zuvor hatte die türkische Marine angekündigt, die umstrittenen Bohrungen zur Erkundung von Gasvorkommen in der kommenden Woche vor der Südwestküste Zyperns fortzusetzen.

"Ich fordere die türkischen Behörden auf, diese Aktivitäten unverzüglich einzustellen und sich in vollem Umfang und in gutem Glauben an einem umfassenden Dialog mit der Europäischen Union zu beteiligen", erklärte Borrell. Dies sei der einzige Weg, der zu Stabilität und dauerhaften Lösungen führen könne. Die jüngsten Ankündigungen aus Ankara "befeuern bedauerlicherweise weitere Spannungen und Unsicherheit im östlichen Mittelmeer", hieß es weiter.

Am Freitag hatten die EU-Außenminister über die Haltung Ankaras im Gasstreit beraten. Sie forderten im Anschluss die Türkei auf, "unverzüglich zu deeskalieren und wieder in den Dialog einzutreten".

Türkei stellt sich taub

Ungeachtet der Warnungen aus Brüssel kündigte die türkische Marine am Samstagabend an, die Erkundungsfahrten türkischer Bohrschiffe nächste Woche fortzusetzen. So werde das türkische Bohrschiff "Yavuz" vom 18. August bis zum 15. September das Meeresgebiet südwestlich von Zypern durchsuchen. Anfang der Woche hatte Ankara bereits das Schiff "Oruc Reis" in die Nähe der griechischen Insel Katellorizo entsandt, die direkt vor der türkischen Küste liegt.

Griechenland und Zypern sehen die Erkundungen türkischer Schiffe in ihren Hoheitsgewässern als Verstoß gegen ihre Souveränität. Ankara hingegen besteht darauf, dass auch der Türkei als Küstenstaat im Mittelmeer Teile der Gasvorkommen zustehen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur afp

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