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Michail Gorbatschows Mahnung an die alten Supermächte USA und Russland

"Atomkrieg verhindern"  

Michail Gorbatschows Mahnung an die alten Supermächte

27.02.2021, 23:57 Uhr | dpa, AFP

Michail Gorbatschows Mahnung an die alten Supermächte USA und Russland. Der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow am Pariser Platz in Berlin (Archivbild). Er mahnt die USA und Russland an, weiter in Sachen Abrüstung zu verhandeln. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)

Der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow am Pariser Platz in Berlin (Archivbild). Er mahnt die USA und Russland an, weiter in Sachen Abrüstung zu verhandeln. (Quelle: Jens Kalaene/dpa)

Der Vater der Deutschen Einheit, Michail Gorbatschow, sieht Atomwaffen noch immer als eine bestehende Gefahr. Deswegen rät er Wladimir Putin und Joe Biden, sich möglichst bald zu treffen. 

Der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow hat den neuen US-Präsidenten Joe Biden und dessen russischen Kollegen Wladimir Putin zur atomaren Abrüstung aufgerufen. Nach der Verlängerung des atomaren Abrüstungsvertrags New Start Anfang Februar sollten die beiden Staatschefs persönlich über weitere Abrüstungsschritte verhandeln, sagte Gorbatschow in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Ein persönliches Treffen von Putin und Biden sei "zwingend erforderlich".

Der russische Präsident Wladimir Putin und der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow (l) sprechen auf einer Pressekonferenz im  miteinander. (Archivbild). Die Beziehungen sind heute aber eher abgekühlt. (Quelle: dpa/Carsten Rehder)Der russische Präsident Wladimir Putin und der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow (l) sprechen auf einer Pressekonferenz im miteinander. (Archivbild). Die Beziehungen sind heute aber eher abgekühlt. (Quelle: Carsten Rehder/dpa)

"Die Erfahrung zeigt, dass es notwendig ist, sich zu treffen und zu verhandeln", sagte Gorbatschow, der am Dienstag 90 Jahre alt wird. Es sei von zentraler Bedeutung, "einen Atomkrieg zu verhindern", und dies könne kein Land allein. "Wenn der Wunsch nach Abrüstung und Stärkung der Sicherheit vorherrscht, kann so viel erreicht werden", ermutigte Gorbatschow die Staatschefs der USA und Russlands.

Ex-Staatschef: Beziehungen zu EU verbessern

Der frühere Kremlchef Michail Gorbatschow hat auch die Hoffnung auf eine Besserung des Verhältnisses zur Europäischen Union geäußert. "Man darf keine Angst vor Verhandlungen haben", sagte der Friedensnobelpreisträger am Samstag der Agentur Interfax. Die Beziehungen zwischen Moskau und Brüssel sind etwa im Ukraine-Konflikt so gespannt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. "Nur Verhandlungen, nur die Treffen auf allen Ebenen - vor allem auf höchster - können positive Ergebnisse bringen. Ich glaube daran", sagte er. Der frühere Sowjetpräsident wird an diesem Dienstag (2. März) 90 Jahre alt.

"Man muss verstehen, dass wir alle Europäer sind (...) Das bedeutet, dass wir verhandeln müssen." Gorbatschow rief in dem Interview mit Interfax auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen US-Kollegen Joe Biden zu einem persönlichen Treffen und neuen atomaren Abrüstungsverhandlungen auf. "Die Hauptsache ist heute, einen Atomkrieg zu verhindern", mahnte Gorbatschow. "Um einen Fortschritt zu erzielen, muss man offen aufeinander zugehen."

Seine Erfahrungen mit US-Präsident Ronald Reagan in den 1980er Jahren hätten gezeigt, dass die führenden Vertreter der beiden größten Atommächte in Fragen der globalen Sicherheit viel erreichen könnten, wenn sie wollten. Washington und Moskau hatten unter dem Reformer Gorbatschow mehrere atomare Abrüstungsverträge geschlossen. Unter Bidens Vorgänger Donald Trump waren die USA aus dem Großteil der Abkommen ausgestiegen.

Washington und Moskau hatten sich Ende Januar nach Bidens Amtsantritt darauf verständigt, den letzten großen atomaren Abrüstungsvertrag New Start um fünf Jahre zu verlängern. Der Vertrag über die Begrenzung strategischer Atomwaffen war am 5. Februar 2011 in Kraft getreten. Das Abkommen, das Anfang Februar ausgelaufen wäre, begrenzt die Nukleararsenale Russlands und der USA auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe. Russland und die USA besitzen zusammen rund 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP und dpa

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