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Gaza-Krieg 2014 – Strafgerichtshof ermittelt wegen Kriegsverbrechen

Nahost-Konflikt  

Gaza-Krieg 2014 – Strafgerichtshof ermittelt wegen Kriegsverbrechen

03.03.2021, 17:34 Uhr | dpa

Gaza-Krieg 2014 – Strafgerichtshof ermittelt wegen Kriegsverbrechen. Rauch über Gaza-Stadt nach einem israelischen Luftangriff Ende Juli 2014: Mehr als 2300 Menschen starben in dem 50 Tage langen Krieg. (Quelle: Reuters/Suhaib Salem)

Rauch über Gaza-Stadt nach einem israelischen Luftangriff Ende Juli 2014: Mehr als 2300 Menschen starben in dem 50 Tage langen Krieg. (Quelle: Suhaib Salem/Reuters)

Im Sommer 2014 kämpfte Israels Armee im Gazastreifen gegen die Hamas und andere islamistische Gruppen. Alle Konfliktparteien sollen Kriegsverbrechen begangen haben. Dazu ermittelt nun der Internationale Strafgerichtshof.

Die Anklage des Internationalen Strafgerichtshofes hat offiziell Ermittlungen zu Kriegsverbrechen in den Palästinensergebieten eingeleitet. Das teilte Chefanklägerin Fatou Bensouda in Den Haag mit. Einzelheiten zu den Ermittlungen, etwa zu Verdächtigen, nannte sie nicht. Das werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Alle Ermittlungen würden "unabhängig, unparteiisch und objektiv" ausgeführt. Betroffene rief Bensouda zu Geduld auf. Ermittlungen benötigten Zeit.

Die Anklage hatte früher festgestellt, es gebe den begründeten Verdacht für Verbrechen, begangen von "Mitgliedern der israelischen Armee, israelischen Behörden, Hamas und palästinensischen bewaffneten Gruppen". Untersucht werden sollen Vorfälle ab Mitte Juni 2014, also vor und während des Gaza-Krieges im Sommer 2014.

Amnesty wirft beiden Seiten Kriegsverbrechen vor

Die Ermordung jüdischer und arabischer Jugendlicher sowie andauernder Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen hatte damals eine Gewaltspirale in Gang gesetzt. Während 50-tägiger Kämpfe wurden 2250 Palästinenser und mehr als 70 Israelis getötet. Amnesty International warf beiden Seiten Kriegsverbrechen vor.

Vertreter Israels verurteilten das Vorgehen des Strafgerichtshofes am Mittwoch scharf. Präsident Reuven Rivlin sprach von einem skandalösen Schritt. "Wir werden keine Beschwerden gegen die Ausübung unserer Rechte und unsere Verpflichtung zur Verteidigung unserer Bürger dulden." Außenminister Gabi Aschkenasi nannte die Entscheidung eine Bankrotterklärung.

Israel erkennt den Strafgerichtshof an

Die Palästinensische Autonomiebörde (PA) und ein Hamas-Vertreter begrüßten hingegen die Entscheidung. Das PA-Außenministerium sprach von einem lange erwarteten Schritt. Die Behörde sei bereit zur Kooperation und werde jede nötige Unterstützung leisten. Ein Vertreter der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas rief das Gericht auf, gegen jedweden möglichen Druck standhaft zu bleiben.

Das Gericht hatte im Februar festgestellt, dass es auch für die seit 1967 besetzten Gebiete wie das Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalem, und den Gazastreifen zuständig sei. Israel erkennt den Strafgerichtshof nicht an. Palästina ist seit 2015 Vertragsstaat des Weltstrafgerichtes.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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