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Bundespräsidialamt weist Kritik an Gedenkveranstaltung zurück

Streit um Gedenkveranstaltung  

Bundespräsidialamt weist Kritik der Ukraine zurück

16.06.2021, 18:27 Uhr | dpa

Bundespräsidialamt weist Kritik an Gedenkveranstaltung zurück. Bundespräsident Steinmeier: Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg sollte nach Meinung von Steinmeier über alle Differenzen hinweg eine verbindende Wirkung haben.  (Quelle: imago images/Sadak Souici)

Bundespräsident Steinmeier: Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg sollte nach Meinung von Steinmeier über alle Differenzen hinweg eine verbindende Wirkung haben. (Quelle: Sadak Souici/imago images)

Vor 80 Jahren überfiel Deutschland die Sowjetunion. Um die Gedenkveranstaltung gibt es Streit, der ukrainische Botschafter will nicht teilnehmen. Nun äußert sich das Bundespräsidialamt. 

Das Bundespräsidialamt hat die scharfe Kritik des ukrainischen Botschafters an einer geplanten Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg zurückgewiesen. Die Entscheidung des Botschafters, nicht an der Veranstaltung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teilzunehmen, sei bedauerlich, hieß es am Mittwoch aus dem Präsidialamt. Sie widerspreche der Überzeugung des Bundespräsidenten, "dass die Erinnerung an diesen Krieg über alle Differenzen und Konflikte hinweg eine verbindende Wirkung haben sollte".

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hatte seine Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt, weil sie im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst stattfinden soll. Dies sei "aus Sicht der Ukrainer ein Affront, sehr bedauernswert und befremdlich zugleich", schrieb er in einem Brief an den Museumsdirektor Jörg Morré. Der Botschafter kritisiert, dass das dem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion gewidmete Museum nur Russland im Namen trägt – und nicht andere Sowjetrepubliken wie die Ukraine und Belarus, die im Zweiten Weltkrieg ebenfalls Millionen Opfer zu beklagen hatten.

"Schlicht und einfach ignoriert"

"Die Schuld der Deutschen für die Nazi-Verbrechen wird nach wie vor nur gegenüber Russland und den Russen in Betracht gezogen", schrieb Melnyk. "Dabei werden andere Nationen wie die Ukrainer, die aufs Massivste gelitten haben, aber auch Belarus und die baltischen Länder, schlicht und einfach ignoriert."

Vor allem diese Aussage wies das Bundespräsidialamt vehement als falsch zurück. "Was nicht zu akzeptieren ist, ist der Rundumschlag des Botschafters gegen die deutsche Gedenkpolitik", hieß es aus dem Umfeld Steinmeiers. "Er (Melnyk) erweist mit diesem pauschalen Vorwurf dem berechtigten Interesse seines Landes, aber auch den deutsch-ukrainischen Beziehungen einen schlechten Dienst."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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