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Südkoreas Präsident warnt: "Nordkorea nähert sich der roten Linie"

Südkoreas Präsident warnt  

"Nordkorea nähert sich der roten Linie"

17.08.2017, 10:22 Uhr | dpa, df

Südkoreas Präsident warnt: "Nordkorea nähert sich der roten Linie". Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un ist in einem südkoreanischen TV-Beitrag zu sehen. (Quelle: AP/dpa/Lee Jin-man)

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un ist in einem südkoreanischen TV-Beitrag zu sehen. (Quelle: Lee Jin-man/AP/dpa)

Im Konflikt mit Nordkorea hat Südkoreas Präsident Moon Jae In das Nachbarland vor dem Überschreiten einer "roten Linie" gewarnt.

Falls Nordkorea die Entwicklung von Interkontinentalraketen (ICBM) vervollständigen und diese mit Atomsprengköpfen einsatzbereit machen sollte, würde er das als Grenzüberschreitung ansehen, sagte der linksliberale Politiker bei einer Pressekonferenz in Seoul zu seinen ersten 100 Tagen im Amt. "Nordkorea nähert sich der roten Linie."

"Jede militärische Aktion erfordert Südkoreas Zustimmung"

US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea nach neuen Raketentests zuletzt mit "Feuer und Wut" gedroht und damit vor dem Hintergrund der atomaren Bewaffnung beider Länder weltweit für große Unruhe gesorgt. Nordkorea drohte damit, Raketen in Gewässer nahe der US-Pazifikinsel Guam abzufeuern, stellte diese Pläne dann aber vorerst zurück.

Moon äußerte sich zuversichtlich, dass es keinen neuen Krieg auf der koreanischen Halbinsel geben werde. Die USA würden keine militärischen Schritte gegen Nordkorea unternehmen, ohne dies mit ihrem Alliierten Südkorea abzusprechen, bekräftigte Moon. "Jede militärische Aktion auf der koreanischen Halbinsel erfordert Südkoreas Zustimmung, sofern sie nicht außerhalb der Halbinsel erfolgt."

Eigentlich wollte Moon stärker auf den Norden zugehen

Die Worte wurden in Seoul auch als Versuch Moons verstanden, Befürchtungen im In- und Ausland entgegenzuwirken, der Atomstreit mit Nordkorea könne zu einem bewaffneten Konflikt auf der Halbinsel eskalieren. Er gehe davon aus, dass Trump mit seinen scharfen Worten vor allem seine Entschlossenheit zeigen wolle, noch mehr Druck auf Pjöngjang auzuüben, sagte Moon, der im Mai das Amt mit dem Vorsatz angetreten war, wieder stärker auf Nordkorea zuzugehen.

Südkoreas Präsident Moon äußerte sich während der Vorstellung seiner 100-Tage-Bilanz über den Konflikt mit Nordkorea. (Quelle: Reuters/Jung Yeon-Je)Südkoreas Präsident Moon äußerte sich während der Vorstellung seiner 100-Tage-Bilanz über den Konflikt mit Nordkorea. (Quelle: Jung Yeon-Je/Reuters)

Moon rief die kommunistische Führung in Pjöngjang auf, zum Dialog zurückzukehren und von "weiteren Provokationen" Abstand zu nehmen. Nordkorea müsse sich ansonsten auf noch härtere Sanktionen einstellen, denen es letztlich nicht mehr standhalten könne, warnte Moon. Sollte Nordkorea auf weitere Raketen- und Atomtests verzichten, werde er erwägen, einen Sondergesandten nach Pjöngjang zu schicken.

Neue Raketenabwehr in Japan?

Japan will indes wegen der Bedrohung durch Nordkoreas Raketen seine Raketenabwehr weiter ausbauen. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, wird ein landgestütztes Aegis-System erwogen. Das Verteidigungsministerium wolle die für die Planung eines solchen Systems nötigen Finanzmittel im kommenden Staatshaushalt beantragen. Der derzeit in Washington weilende Verteidigungsminister Itsunori Onodera dürfte die Pläne für ein weiteres Abwehrsystem mit seinen US-Kollegen besprechen, hieß es.

Bisher verfügt die Nummer Drei der Weltwirtschaft über zwei Raketenabwehrsysteme: das Patriot Advanced Capability (PAC-3) auf dem Land, das in Tokio und anderen Orten stationiert ist, unter anderem in der Nähe japanischer und amerikanischer Militäreinrichtungen. Ein weiteres System ist das auf Aegis-Zerstörern installierte Standard Missile-3 (SM-3). Ein zusätzlich auf Land installiertes Aegis-System würde dieselben Komponenten verwenden wie das auf den Zerstörern, so Kyodo.

Der UN-Sicherheitsrat hatte Anfang diesen Monats nach zwei Tests mit Langstreckenraketen durch Nordkorea im Juli die bislang schärfsten Sanktionen gegen das diplomatisch isolierte Land verhängt. Experten zufolge könnten die Raketen auch US-Gebiet erreichen. Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang hatten sich dadurch nochmals verschärft. Nordkorea wirft den USA vor, durch ihre Militärübungen mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide aber bestreiten.

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