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UN: Zahl der Hungerleidenden steigt wieder

Mehr als 800 Millionen Betroffene  

Zahl der Hungerleidenden steigt wieder

15.09.2017, 17:11 Uhr | dpa

UN: Zahl der Hungerleidenden steigt wieder. Zahl der Menschen, die von Hungersnot betroffen sind, steigt wieder (Quelle: dpa/Andrew Parsons)

Jahrelang hoffte man auf einen Rückgang der Hungerleidenden. Doch die neuesten Zahlen lassen diese schwinden. (Quelle: Andrew Parsons/dpa)

Die Hoffnung, den Hunger in der Welt zu bekämpfen schwindet. Weltweit litten 2016 nach UN-Angaben 815 Millionen Menschen unter Mangelernährung. Das sind 38 Millionen mehr als im Vorjahr.

Die Zahl der Hungerleidenden stieg nach Jahren der Verbesserung der Lebensmittelversorgung wieder, so die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Ob sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen werde, sei unklar.

Das erklärte Ziel, Hunger und Mangelernährung bis 2030 zu beenden, könne nur erreicht werden, wenn Frieden und Stabilität sichergestellt würden, warnten die UN. Denn dass mehr Menschen Hunger litten, liege neben den Folgen des Klimawandels in erster Linie an der Zunahme der Gewaltkonflikte in aller Welt.

In Krisengebieten ist die Hungersnot am größten

Die Hälfte der Menschen, die zu wenig zu essen haben, lebt dem Bericht zufolge in Krisengebieten. Im vergangenen Jahrzehnt sei die Anzahl der Konflikte dramatisch gestiegen, die gewaltsamen Auseinandersetzungen würden zudem immer komplexer.

In Bürgerkriegsländern wie dem Südsudan, Nigeria, Somalia und dem Jemen besteht die Gefahr einer Hungersnot, der stärksten Form einer Hungerkrise. "Wir können uns nicht erlauben, diese Alarmglocken länger zu ignorieren", sagte ein FAO-Sprecher laut einer Mitteilung.

Doch nicht nur in Krisenregionen habe sich die Versorgungslage verschlechtert. Gegenden, in denen Frieden herrsche, litten unter Dürren und Flutkatastrophen, die teilweise mit der starken Ausprägung des Wetterphänomens El Niño zusammenhingen. Auch ein globaler Rückgang der Wirtschaftsleistung habe zur Verschlechterung der Lebensmittelversorgung beigetragen.

Afrikaner und Asiaten am meisten betroffen

Der Anteil der Hungerleidenden entspricht etwa elf Prozent der Weltbevölkerung. Die meisten Betroffenen leben in Afrika (243 Millionen) und Asien (520 Millionen). Millionen Kinder leiden als Folge von Hunger an Mangelerscheinungen. Sie sind häufig zu klein für ihr Alter und wiegen zu wenig für ihre Körpergröße.

Die FAO erarbeitete den Jahresbericht erstmals in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

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