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Puerto Rico nach Hurrikan: Karibikinsel bleibt ohne Strom

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Karibikinsel bleibt ohne Strom  

Puerto Rico kündigt den umstrittenen Bauvertrag

30.10.2017, 16:09 Uhr | AP, t-online.de

Puerto Rico nach Hurrikan: Karibikinsel bleibt ohne Strom. Geplante Wiederaufbauarbeiten nach Hurrikan "Maria" verzögern sich um weitere zehn bis zwölf Wochen. (Quelle: AP/dpa/Ramon Espinosa)

Geplante Wiederaufbauarbeiten nach Hurrikan "Maria" verzögern sich um weitere zehn bis zwölf Wochen. (Quelle: Ramon Espinosa/AP/dpa)

Rund 70 Prozent der Karibikinsel Puerto Rico ist nach dem Hurrikan "Maria" immer noch ohne Strom. Die Situation wird sich für die Inselbewohner weiterhin nicht ändern, denn der Vertrag mit der US-Firma, die die Stromversorgung wiederherstellen sollte, wurde nun gekündigt.

Die Kündigung des umstrittenen Vertrags mit der US-Firma Whitefish Energy Holdings hat Konsequenzen für die Stromversorgung in Puerto Rico. Geplante Wiederaufbauarbeiten nach Hurrikan "Maria" verzögern sich um weitere zehn bis zwölf Wochen, wie der Direktor des staatlichen Stromunternehmens in dem US-Außengebiet am Sonntag mitteilte. Ricardo Ramos sagte, der ganze Vorfall sei eine "enorme Ablenkung" und habe negative Auswirkungen auf Arbeiten, die schon begonnen hätten.

Die fragliche Energie-Firma aus Montana

Hintergrund ist ein Vertrag über 300 Millionen Dollar für die kleine Firma Whitefish aus der Heimatstadt von US-Innenminister Ryan Zinke in Montana. Er hat viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, weil das zwei Jahre alte Unternehmen bisher nur zwei Vollzeitmitarbeiter hatte und seit "Maria" mehr als 300 Arbeiter angestellt hat. Zinke kennt den Geschäftsführer von Whitefish, sein Sohn hatte zudem einen Sommerjob auf einer Baustelle der Firma. Nach öffentlich geäußerten Bedenken erklärte Zinke in einer Stellungnahme, er habe "absolut nichts" damit zu tun gehabt, dass das Unternehmen einen Vertrag in Puerto Rico bekommen habe.

Die US-Katastrophenschutzbehörde Fema hatte sich besorgt darüber gezeigt, wie Whitefish den Vertrag bekam und ob die vertraglich festgehaltenen Preise angemessen seien. Nachdem der Wirbelsturm "Maria" die Insel am 20. September erreichte, steht 70 Prozent der Bevölkerung noch immer ohne Strom da.

Ramos sagte, der Stromversorger habe bereits 10,9 Millionen Dollar an Whitefish gezahlt, damit das Unternehmen Arbeiter und Ausrüstung nach Puerto Rico bringt. Weitere 9,8 Millionen Dollar stünden für bereits geleistete Arbeit noch aus. Die Kündigung des Vertrags werde zwar nicht zu einer Strafe führen, doch müsse die Regierung vermutlich mindestens elf Millionen Dollar zusätzlich an Whitefish zahlen, weil nun die Arbeiten abgebrochen würden, sagte Ramos. Der puerto-ricanische Gouverneur Ricardo Rosselló hatte den Stopp der Zusammenarbeit verlangt.

Whitefish zeigt sich enttäuscht

Sprecher Chris Chiames sagte der Nachrichtenagentur AP am Sonntag, die Wiederherstellung der Stromversorgung auf der Insel werde sich nun nach hinten verschieben. Bedeutende Arbeiten seien bereits geleistet worden, um beispielsweise eine halbe Million Menschen in San Juan bald wieder mit Energie zu versorgen.

"Wir werden auf jeden Fall die Arbeiten fertigstellen, von denen der Stromversorger das will. Wir stehen zu unseren Verpflichtungen", so Chiames.

Neben Kritik an Whitefish haben die US-Demokraten auch die Rolle der Investmentfirma HBC in Frage gestellt, die ein wichtigster finanzieller Unterstützer des Unternehmens ist. Der Gründer der Kapitalfirma hat Tausende Dollar an US-Präsident Donald Trump und andere Republikaner gespendet. Der Sprecher von Whitefish bezeichnete das als "irrelevant" und sagte, das Unternehmen werde mit den Behörden kooperieren.

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