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Warum Jerusalem im Nahost-Konflikt so bedeutend ist

Geteilte Stadt  

Warum Jerusalem im Nahost-Konflikt so bedeutend ist

14.05.2018, 14:23 Uhr | AFP

. Blick vom Ölberg auf Jerusalem: Die Stadt spielt eine wichtige Rolle im Nahost-Konflikt. (Quelle: dpa/Roland Holschneider)

Blick vom Ölberg auf Jerusalem: Die Stadt spielt eine wichtige Rolle im Nahost-Konflikt. (Quelle: Roland Holschneider/dpa)

Der Umzug der US-Botschaft in Israel bedeutet die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt. Die Frage nach dem Status der Stadt ist eine der heikelsten Fragen im Nahost-Konflikt.

Völkerrechtliche Grundlage

Die Vollversammlung der UNO nahm am 29. November 1947 die Resolution 181 zur Teilung Palästinas an, das zuvor unter britischer Mandatsverwaltung stand. Die Resolution sieht die Gründung eines jüdischen und eines arabischen Staates vor. Jerusalem wird unter internationale Verwaltung gestellt.

Im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzte Israel den Ostteil Jerusalems, der bis dahin unter jordanischer Oberhoheit stand. 1980 wurde Ost-Jerusalem von Israel annektiert. Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem zu ihrer Hauptstadt machen. Doch die seit Jahrzehnten betriebene Gründung eines Palästinenserstaates kommt kaum voran.

Vertagung auf die Zukunft

Für die meisten Staaten ist die Frage nach dem endgültigen Status von Jerusalem vertagt. Sie erwarten von Israel und von den Palästinensern eine Friedensregelung mit einer Zwei-Staaten-Lösung.

Die Vertagung auf eine ungewisse Zukunft ist aus palästinensischer Sicht riskant. Inzwischen leben im Westjordanland und im Ostteil Jerusalems mehr als 600.000 jüdische Siedler.

Tabubruch durch Trump

Schon im Wahlkampf kündigte Trump an, er wolle Jerusalem als "unteilbare Hauptstadt" Israels anerkennen. Auch die Entsendung von David Friedman als neuen Botschafter nach Israel war ein wichtiges Signal in diese Richtung. Für den Diplomaten ist Jerusalem die "ewige Hauptstadt Israels". Die Eröffnung der Botschaft wurde auf den 14. Mai gelegt, den Tag der Staatsgründung Israels.

Religiöse Bedeutung

Den teils künstlich aufgeschütteten Hügel in der Südostecke der Jerusalemer Altstadt verehren die Juden als "Tempelberg" und die Muslime als "Das edle Heiligtum". Bis vor 2000 Jahren befanden sich dort vermutlich der Tempel von König Salomon und geschichtlich gesichert der unter Herodes stark ausgebaute Zweite Tempel.

Seit 1300 Jahren stehen auf der rechteckigen Hochfläche die Al-Aksa-Moschee und der islamische Felsendom. Der Prophet Mohammed soll von diesem Ort aus seine Himmelfahrt angetreten haben. Für Muslime ist dies nach Mekka und Medina die drittheiligste Stätte.

Das Judentum verehrt den Tempelberg als seinen allerheiligsten Ort. Nur dort, wo der im Jahr 70 von der römischen Besatzungsmacht zerstörte Zweite Tempel stand, soll eine direkte Verbindung zu Gott herstellbar sein. Der einzige Überrest des Tempels, die Klagemauer an der Westseite des Plateaus, dient heute als zentrale Gebetsstätte.

Wie brisant das Thema Tempelberg ist, zeigt ein Vorfall aus dem Jahr 2000: Der damalige Oppositionsführer Ariel Scharon von der rechtsgerichteten israelischen Likud-Partei besuchte in einem als Provokation wahrgenommenen Schritt die Al-Aksa-Moschee. Danach begann die zweite Intifada.

Verwendete Quellen:
  • afp

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