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Syrien/Idlib: Wie ein Vater seine Tochter trotz Bomben zum Lachen bringt

Lachen gegen Granaten  

Im Kriegshorror hat ein Vater eine geniale Idee

19.02.2020, 11:23 Uhr | t-online.de, sth

Vater nimmt Tochter die Angst vor Bomben

Um seiner Tochter Salwa die Angst vor fliegenden Raketen und einschlagenden Bomben zu nehmen, hat Mohammad ein Spiel erfunden. Sobald ein Einschlag zu hören ist, lachen beide lauthals darüber. (Quelle: t-online.de)

Nordwesten Syriens: Um seiner Tochter Salwa die Angst vor einschlagenden Bomben zu nehmen, hat Mohammad ein besonders Spiel erfunden. (Quelle: t-online.de)


Die kleine Selva hat keine Angst vor Bomben. Im Gegenteil: Sie lacht darüber. Mit ihrem Vater spielt sie ein Spiel, das den schrecklichen Krieg in ihrer Heimat erträglicher machen soll.

Trauma, Zerstörung und Angst – davor will ein Vater aus Syrien seine kleine Tochter bewahren. Sie soll den Krieg überstehen, indem sie über die Bomben lacht. Das bewegende Video oben zeigt die beiden.

"Ist das ein Kampfflugzeug oder eine Granate?", fragt der Vater seine Tochter. "Eine Granate", antwortet die Tochter. "Ja, und wenn es eine ist, lachen wir", sagt ihr Papa. Dann hört man ein dumpfes Dröhnen – Vater und Tochter lachen gemeinsam laut los.

Mit dem Spiel will der Vater seine Tochter schützen

Mit diesem Spiel hofft Vater Abdullah Mohammad, dass er seine Tochter Selva vor Traumata und Albträumen schützen kann. Seitdem lacht die Kleine bei jeder Explosion, statt sich ängstlich in der Ecke zu verkriechen. Von ähnlichen Tricks, um die Kinder zu beruhigen, hat auch die syrische Filmemacherin Waad al-Kateab t-online.de erzählt

Das Video von Vater und Tochter hat der türkische Ex-Abgeordnete Mehmet Alğan auf Twitter hochgeladen. Abdullah Mohammad und seine Familie kommen aus der Stadt Sarmada bei Idlib. Inzwischen sind sie in Richtung der türkischen Grenze geflüchtet und würden bei Freunden wohnen, schreibt Alğan.


Mehr als 2,5 Millionen Kinder auf der Flucht

Für Familien ist die Lage in der Region fatal: Die Truppen von Syriens Präsident Baschar al-Assad haben im vergangenen Jahr eine Offensive auf Idlib im Nordwesten Syriens begonnen, wo unter anderem Rebellen aus dem syrischen Bürgerkrieg Zuflucht gefunden hatten.

Trotz einer vereinbarten Waffenruhe greift das syrische Regime mit der verbündeten russischen Luftwaffe immer wieder Menschen an. Dabei kommen auch Zivilisten ums Leben. Internationale Hilfsorganisationen berichten von Angriffen auf Krankenhäuser, Schulen und Wohnhäuser.

Kinder gehören zu den größten Opfern des Kriegs in Syrien. Die Kämpfe, die 2011 begonnen haben, prägen eine gesamte Generation. Viele Kinder sind mit Bombenhagel und Straßensperren aufgewachsen. Wieviele in diesem Krieg gestorben sind, ist kaum zu sagen. Unicef schätzt jedoch, dass mehr als 2,5 Millionen Kinder auf der Flucht sind.

Video vom 13. Februar zeigt die Zerstörung in Idlib

Neue Bilder der Zerstörung aus Syrien: Die syrische Armee rückt mit Unterstützung durch Russland weiter auf Idlib zu und gerät in Konflikte mit türkischen Kräften. (Quelle: Reuters)

Die Luftangriffe gehen weiter

Mit Blick auf die russischen Luftangriffe im Norden Syriens hat CDU-Politiker Norbert Röttgen am Dienstag das "Wegschauen des Westens" kritisiert. Diese Zurückhaltung sei "eine Schande" und "gegen unsere eigenen Sicherheitsinteressen", sagte Röttgen, der auch Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages ist, der "Bild"-Zeitung. "Wenn die Verbrechen weitergehen, muss es Sanktionen gegen Russland geben", so Röttgen.

"Die gezielte Bombardierung von Zivilisten durch die russische Luftwaffe ist ein abscheuliches Kriegsverbrechen", sagte Röttgen der "Bild". "Das, was jetzt nötig ist, ist maximaler politischer und wirtschaftlicher Druck auf Russland, die Bombardierung der Zivilbevölkerung einzustellen." 

Verwendete Quellen:

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