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Bei Protesten: Gewaltausbruch wegen Flüchtlingslager auf Lesbos

Migrationskrise in der Ägäis  

Gewaltausbruch wegen Flüchtlingslager auf Lesbos

25.02.2020, 17:56 Uhr | dpa

Griechenland: Schwere Randale gegen neue Migrantenlager

Polizei setzt Tränengas ein: Anwohner protestierten gegen den Neubau eines Flüchtlingslagers. Das führte vor allem auf der Insel Lesbos zu heftigen Bildern. (Quelle: Reuters)

Griechische Inseln: Geplante neue Flüchtlingslager haben zu schweren Ausschreitungen zwischen Protestierenden und Polizei geführt. (Quelle: Reuters)


Auf den griechischen Inseln Lesbos und Chios demonstrieren Bewohner gegen den geplanten Bau neuer Flüchtlingslager. In der Nacht auf Dienstag ist die Lage eskaliert. 

Die griechische Polizei hat in der Nacht zum Dienstag auf den Inseln Lesbos und Chios Tränengas eingesetzt, um Demonstranten auseinander zu treiben, die sich gegen den Bau neuer Migrantenlager sperren. Die Inselbewohner fordern, dass die vorhandenen Lager geschlossen und keine neuen gebaut werden. Alle Migranten sollten nach ihrer Registrierung zum Festland gebracht werden.

Zu den schwersten Zwischenfällen kam es im kleinen Hafen von Mesta auf Chios. Dort versuchten aufgebrachte Einwohner den Hafen zu blockieren. In der Nacht sei eine Fähre mit schwerem Gerät angekommen, mit dem ein neues Lager für Migranten gebaut werden solle, berichtete das Staatsradio (ERT). Die Polizei setzte dort massiv Tränengas ein. Die Fähre konnte dann anlegen. Auch auf Lesbos kam es zu Ausschreitungen.

Regierung beschleunigt Asylverfahren 

"Wir werden die neuen Lager bauen. Das wird gut für das Land und die Einwohner der Inseln sein", sagte der Regierungssprecher Stelios Petsas im Rundfunk am Dienstagmorgen. In und um die bestehenden Registrierlager dieser Inseln harren mehr als 42 000 Menschen aus. Die Lager haben eine Aufnahmekapazität für etwa 8000 Menschen.

Die Regierung der bürgerlichen Partei Nea Dimokratia (ND) unter Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hat angesichts dieser Zustände das Asylverfahren beschleunigt und will nun neue Registrier- und Abschiebelager öffnen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa 

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