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Vorfall über Syrien: US-Kampfflugzeug nähert sich iranischem Passagierjet

Vorfall über Syrien  

US-Kampfflugzeug nähert sich iranischem Passagierjet

24.07.2020, 09:53 Uhr | dpa

Vorfall über Syrien: US-Kampfflugzeug nähert sich iranischem Passagierjet. Ein Flugzeug der iranischen Fluggesellschaft Mahan Air: Eine iranische Passagiermaschine soll nach iranischen Angaben im syrischen Luftraum von zwei israelischen Kampfflugzeugen bedroht worden sein. (Quelle: dpa/Abedin Taherkenareh/EPA/Symbolbild)

Ein Flugzeug der iranischen Fluggesellschaft Mahan Air: Eine iranische Passagiermaschine soll nach iranischen Angaben im syrischen Luftraum von zwei israelischen Kampfflugzeugen bedroht worden sein. (Quelle: Abedin Taherkenareh/EPA/Symbolbild/dpa)

Zwei Kampfflugzeuge nähern sich einer iranischen Passagiermaschine. Die Rede ist sofort von Erzfeind Israel. Aber es war wohl eher der andere Erzfeind: die USA. Die Darstellung des US-Militärs klingt aber etwas anders.

Eine iranische Passagiermaschine soll nach iranischen Angaben am Donnerstag im syrischen Luftraum von zwei fremden Kampfflugzeugen bedroht worden sein. Die Maschine der Mahan Air, Flug 1152, sei auf dem Weg Richtung Beirut schnell in den Sinkflug gegangen, um eine Kollision zu verhindern, berichtete der iranische Staatssender IRIB. Dabei hätten sich mehrere Passagiere verletzt. Das US-Militär bestätigte später die Annäherung einer eigenen Maschine an den Passagierjet zur Identifizierung.

Nach Angaben eines IRIB-Reporters, der selbst an Bord war, wurde vom syrischen Kontrollturm gesagt, dass es sich um zwei israelische Kampfjets gehandelt habe. Die hätten sich dem Verkehrsflugzeug bis auf 200 Meter genähert, behauptete der Reporter. Bei dem Sturzflug seien drei Passagiere leicht verletzt worden. "Das war nicht nur eine Bedrohung, sondern de facto ein Angriff der Zionisten (Israel) auf die iranische Maschine", sagte der Reporter.

US-Militär bestätigt Kontrolle von Jet

Stunden später bestätigte das US-Militär, dass ein eigener Jet den Passagierjet im syrischem Luftraum kontrolliert habe. Die amerikanische F-15 habe den Passagierflieger "aus einer sicheren Entfernung von rund 1.000 Metern" einer üblichen optischen Identifizierung unterzogen, teilte Hauptmann Bill Urban, Sprecher des zuständigen Central Command, mit. Anlass der Kontrolle sei die Sicherheit von Koalitions-Angehörigen in der Garnison in Al-Tarf gewesen. "Als der Pilot dann das Flugzeug als Passagierjet der Mahan Air identifizierte, entfernte sich die F-15 mit gebührendem Abstand von der Maschine. Die Aktion sei "im Einklang mit internationalen Standards" erfolgt.

Syrien hatte schon vorher in Richtung US-Luftwaffe argumentiert. Die syrische Staatsagentur Sana zitierte Vertreter des Luftfahrtamtes mit den Worten: "Ein Flugzeug, das zur US-geführten Koalition gehören soll, fing ein iranisches Verkehrsflugzeug in syrischem Luftraum im Gebiet von Al-Tanf ab und zwang den Piloten, in scharfen Sinkflug zu gehen. Dies führte zu kleineren Verletzungen bei Passagieren." Die aus Teheran kommende Verkehrsmaschine habe ihren Flug nach Beirut fortsetzen können. 

Iran will Untersuchung einleiten

Auch das iranische Außenministerium wollte eine israelische Beteiligung an dem Vorfall nicht bestätigen. "Die Details des Vorfalls werden noch untersucht und danach werden wir politische und rechtliche Schritte einleiten", sagte Sprecher Abbas Mussawi nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. Außerdem habe der Iran UN-Generalsekretär Antonio Guterres und die Schweizer Botschaft, die die diplomatischen Interessen der USA vertritt, über den Vorfall in Kenntnis gesetzt. Die iranische Regierung erwarte, dass die Maschine sicher und ohne Zwischenfälle sicher nach Teheran zurückfliegen könne, so der Sprecher. 

Der Direktor des Beiruter Flughafens erklärte dem libanesischen TV-Sender New, die iranische Maschine sei um 20.30 Uhr Ortszeit in Beirut gelandet. "Alle Passagiere sind wohlauf, doch einige hatten kleinere Verletzungen", sagte er. "Doch die meisten litten unter Schock und Angst." Der Leiter des libanesischen Roten Kreuzes, George Kettneh, erklärte der Deutschen Presse-Agentur: "Unsere Teams haben keine Verletzten in Krankenhäuser gebracht." Die meisten Passagiere standen unter Schock, hieß es.

Im Internet kursierten Videos, die in dem Flugzeug aufgenommen worden sein sollen und Passagiere mit Schwimmwesten sowie Gegenstände auf dem Mittelgang zeigten. Die Echtheit der Aufnahmen war nicht festzustellen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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