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Donald Trump wettert gegen Bannon: "Er hat seinen Verstand verloren"

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Knallharte Abrechnung  

Trump über Bannon: "Er hat seinen Verstand verloren"

04.01.2018, 20:24 Uhr | Maren Hennemuth, Steffen Trumpf, dpa, AP, jmt

Donald Trump wettert gegen Bannon: "Er hat seinen Verstand verloren". Donald Trump im Kreise seiner damaligen Berater: Steve Bannon (r.) ist schon länger in Ungnade gefallen und verlor seinen Posten – jetzt kommt es zur offenen Konfrontation. (Quelle: Getty Images/Drew Angerer)

Donald Trump im Kreise seiner damaligen Berater: Steve Bannon (r.) ist schon länger in Ungnade gefallen und verlor seinen Posten – jetzt kommt es zur offenen Konfrontation. (Quelle: Drew Angerer/Getty Images)

Ein Buch soll den US-Präsidenten als unreif und das Weiße Haus als Chaos beschreiben. Das lässt Donald Trump nicht auf sich sitzen und teilt gegen seinen ehemaligen Berater Steve Bannon aus. Nun schickt er auch seinen Anwalt vor.

Der US-Präsident braucht ganze 1158 Zeichen, um seiner Wut freien Lauf zu lassen. In harschen Worten rechnet Donald Trump mit seinem ehemaligen Chefstrategen Steve Bannon ab. Er zweifelt an dessen geistiger Verfassung und beschreibt ihn als Scharlatan. "Bannon hat nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun", schreibt er. "Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, er hat seinen Verstand verloren." Bannon habe wenig Anteil an seinem Wahlsieg gehabt. Im Weißen Haus habe er sich wichtiger gemacht, als er es gewesen sei.

Trump kommt im Buch nicht gut weg

Auslöser der Tirade ist ein Buch des Journalisten Michael Wolff, das in der kommenden Woche erscheint. Es trägt den Titel "Fire and Fury", zu Deutsch: "Feuer und Zorn". Trump kommt darin nicht gut weg, so kann man es zumindest in ersten Auszügen nachlesen. Der US-Präsident wird als Staatenlenker dargestellt, der das Ausmaß der Präsidentschaft nicht verstehe und seine Abende mit dem Essen von Cheeseburgern, Fernsehen und Telefonaten mit alten Freunden verbringe.

In einem Auszug des Magazins "New York" ist zu lesen, Trump habe geglaubt, seine Präsidentschaftsnominierung würde seiner Marke helfen und "unermessliche Möglichkeiten" ergeben. Trumps Sohn Donald jr. habe einem Freund gesagt, sein Vater habe bei der Nachricht von seinem Wahlsieg dreingeschaut, als hätte er einen Geist gesehen. Seine Ehefrau Melania Trump habe Tränen in den Augen gehabt – "und zwar nicht aus Freude", hieß es.

Weißes Haus: "Trashige Boulevard-Fiktion"

Und immer wieder steht Bannon im Zentrum der Schilderungen, der seit seinem Rausschmiss bemüht ist, seine Sicht auf die Präsidentschaft zu verbreiten. Das Weiße Haus kritisiert, viele der Interviews des Autoren Wolff für das Buch seien auf Betreiben des ehemaligen Chefstrategen geführt worden. Das Buch sei voll mit falschen und irreführenden Behauptungen von Menschen, die keinen Zugang oder keinen Einfluss hätten, sagt Trumps Sprecherin Sarah Sanders. Es sei nicht mehr als "trashige Boulevard-Fiktion". Deswegen droht ein Trump-Anwalt  bereits mit juristischen Konsequenzen. Bannon habe gegen Absprachen zur Diskretion verstoßen – außerdem habe er abfällige und teils diffamierende Aussagen in dem Buch gemacht.

Autor Wolff sagt, er habe in 18 Monaten über 200 Interviews geführt. Er habe so etwas wie einen Sitz auf einem Sofa im Westflügel der Regierungszentrale gehabt. Das Weiße Haus weist das zurück. 

Hat Trump den Sinn für Realität verloren?

In dem "New York"-Stück zeichnet Wolff das Bild eines Wahlkampfteams, in dem kaum jemand an einen Wahlsieg Trumps geglaubt habe. Nicht einmal der Unternehmer selbst. Weiter geht es mit einer von Chaos geprägten Regierungszentrale, in der es anfangs kaum klar verteilte Rollen, aber viele um Einfluss buhlende Figuren gab. Trump stellt er als undisziplinierten Präsidenten dar, der den Sinn für die Realität verloren habe und selbst von seinen engsten Beratern missachtet werde.

Hängen bleibt aber das Bild eines Steve Bannon, der eifrig die Fäden im Hintergrund spann. Das ist nichts Neues. Bannon selbst war während seiner Zeit im Weißen Haus eifrig bemüht, dieses Image eines düsteren Strategen zu pflegen. Sein Büro im Westflügel bezeichnete er oft als "War Room", als Kriegszentrale. Dann fiel er dem Machtkampf im Weißen Haus zum Opfer. Und führt seinen Krieg nun als Chef der rechtspopulististischen "Breitbart"-Internetseite fort.

Das Treffen von Trumps ältestem Sohn mit einer russischen Anwältin während des Wahlkampfes sei "Verrat, unpatriotisch und übler Mist" gewesen, sagt er offenbar im Buch. So zumindest zitiert der britische "Guardian". Das Treffen im Juni 2016 ist Teil der Russland-Affäre um Einfluss aus Moskau auf die US-Wahl. Trump Jr. hatte sich von der Anwältin heikle Informationen über Gegenkandidatin Hillary Clinton versprochen. 

Bannon schießt scharf gegen Familie Trump

Noch dazu schießt Bannon gegen die Familie des Präsidenten, den heiligen Kern in der Trump'schen Welt. Trump jr. werde über die Russland-Affäre fallen. Dessen Schwester Ivanka Trump sei stumpf. Sie sehe gut aus, verstehe aber nicht, wie die Welt funktioniere und was Politik sei. Das erklärt vielleicht in Teilen, warum Trumps Reaktion so heftig ausfällt. 

Und Trump missfiel es schon seit Längerem, dass Bannon sich so viel Geltung verschaffen konnte. Schon im November 2016 sagte er der "New York Times", der einzige, der Entscheidungen treffe, sei er selbst. In seiner Erklärung vom Mittwoch stellt er Bannon als Hochstapler dar, der gezielt Informationen an die Medien durchgestochen habe, um sich wichtig zu tun. "Steve repräsentiert nicht meine Basis, es geht ihm nur um sich selbst."

Am bemerkenswertesten ist aber vielleicht der letzte Absatz seiner Stellungnahme. Es gebe viele großartige republikanische Kongressmitglieder und Kandidaten, die hinter seiner Agenda stünden, heißt es da. Genau wie ihm selbst sei ihnen daran gelegen, das Land aufzubauen, "statt einfach alles niederbrennen zu wollen". Trump stellt sich damit auf die Seite jener Konservativen, die seit Längerem gefordert hatten, er müsse sich von Bannon lossagen. Dem Establishment, dem Bannon den Kampf angesagt hat.

Quellen und weiterführende Infromationen:
– AP, dpa
Auszug im "New York Magazine"

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