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USA: Alabama verbietet fast alle Abtreibungen – auch nach Vergewaltigung

Ärzten droht hohe Strafe  

Senat von Alabama verbietet fast alle Abtreibungen

15.05.2019, 14:40 Uhr | dpa

USA: Alabama verbietet fast alle Abtreibungen – auch nach Vergewaltigung. Proteste gegen die Senatsentscheidung: Die Bürgerrechtsbewegung ACLU kündigte im Mai umgehend an, das Gesetz anzufechten.  (Quelle: dpa/Mickey Welsh/The Montgomery Advertiser)

Proteste gegen die Senatsentscheidung: Die Bürgerrechtsbewegung ACLU kündigte im Mai umgehend an, das Gesetz anzufechten. (Quelle: Mickey Welsh/The Montgomery Advertiser/dpa)

Geht es nach dem US-Senat von Alabama, droht Ärzten bei Abtreibungen künftig lange Haft – obwohl das einem Urteil des Supreme Courts widerspricht. Doch Abtreibungsgegner verfolgen ein viel weiterreichendes Ziel – mit Konsequenzen für die ganzen USA.

Der Senat von Alabama hat ein Gesetz verabschiedet, das Abtreibungen in dem US-Bundesstaat in fast allen Fällen verbietet und Ärzte mit bis zu 99 Jahren Haft bestrafen würde. Die Kammer stimmte am Dienstagabend (Ortszeit) mit der republikanischen Mehrheit für die umstrittene Neuregelung, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Die republikanische Gouverneurin Kay Ivey muss das Gesetz noch unterzeichnen. Allerdings wäre selbst dann unwahrscheinlich, dass es auf absehbare Zeit in Kraft tritt, weil es einem Urteil des Supreme Courts aus dem Jahre 1973 widerspricht, das Abtreibungen in den gesamten USA erlaubt.

Ziel der Abtreibungsgegner ist es, dass sich letztlich der Supreme Court mit verschärften Abtreibungsgesetzen wie dem aus Alabama beschäftigt. Sie hoffen, dass das oberste Gericht der USA dann das Urteil aus dem Jahr 1973 kippen könnte. Die Abtreibungsgegner bauen auf die konservative Mehrheit im Supreme Court, die US-Präsident Donald Trump durch die Ernennung von zwei Richtern etabliert hat.

Republikaner wollen Abtreibungsgesetze in gesamten USA kippen

Das Abgeordnetenhaus von Alabama hatte das Gesetz bereits Ende April verabschiedet. Die "Washington Post" zitierte den republikanischen Abgeordneten und Initiator des Gesetzes, Terri Collins, mit den Worten, bei der Initiative gehe es darum, das Urteil des Supreme Courts von 1973 infrage zu stellen. "Das ist der Weg, wie wir dorthin kommen, wohin wir am Ende wollen."

Die Bürgerrechtsbewegung ACLU kündigte umgehend an, das Gesetz anzufechten. Die ACLU verwies darauf, dass Abtreibungen weiterhin in allen 50 US-Bundesstaaten legal seien. "Wir werden klagen, um zu verhindern, dass dieses Gesetz jemals in Kraft tritt." Das gelte auch für zunehmend restriktive Gesetze in anderen Bundesstaaten. Mehrere Bundesstaaten haben bereits schärfere Abtreibungsregelungen beschlossen oder arbeiten daran. Das Gesetz in Alabama wäre aber das weitestgehende. Die "Washington Post" sprach vom "restriktivsten Abtreibungsverbot der Nation".
 

 
Nach dem Gesetz in Alabama würden Ärzte, die Abtreibungen vornehmen, künftig eine schwere Straftat begehen. Diese Art von Taten wird in dem Bundesstaat mit 10 bis 99 Jahren Haft bestraft. Strafbar wären dem Gesetz zufolge auch Schwangerschaftsabbrüche nach Vergewaltigung oder Inzest. Ausgenommen wären nur Fälle, in denen eine Abtreibung notwendig ist, "um eine ernste Gesundheitsgefahr für die Mutter des ungeborenen Kindes zu verhindern". Das Gesetz würde dem Entwurf zufolge erst sechs Monate nach Unterzeichnung durch die Gouverneurin in Kraft treten – wenn es nicht von einem Gericht gestoppt wird.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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