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Wer kann ihn schlagen?

Von Fabian Reinbold

Aktualisiert am 26.12.2019Lesedauer: 4 Min.
Donald Trump: Er geht mit einem Vorsprung ins Rennen um die PrÀsidentschaft.
Donald Trump: Er geht mit einem Vorsprung ins Rennen um die PrÀsidentschaft. (Quelle: Leah Millis/Reuters-bilder)
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Impeachment hin oder her: Donald Trump geht mit breiter Brust ins Wahljahr. Die Demokraten sind hochnervös. Sind ihre Kandidaten wirklich dem PrÀsidenten gewachsen?

Ins Rennen um seine Wiederwahl startet Donald Trump mit völlig anderen Voraussetzungen als im Wahljahr 2016.


Zentrale Zitate der Impeachment-Debatte

Nancy Pelosi, demokratische Vorsitzende des ReprĂ€sentantenhauses: "Es ist tragisch, dass das rĂŒcksichtslose Handeln des PrĂ€sidenten ein Impeachment notwendig macht. Er hat uns keine andere Wahl gelassen. Wir diskutieren heute ĂŒber die nachgewiesene Tatsache, dass der PrĂ€sident gegen die Verfassung verstoßen hat. Es ist eine Tatsache, dass der PrĂ€sident eine anhaltende Bedrohung unserer nationalen Sicherheit und der IntegritĂ€t unserer Wahlen ist."
Adam Schiff, demokratischer Vorsitzender des Geheimdienstausschusses der Kongresskammer: "In Amerika steht niemand ĂŒber dem Gesetz. Donald J. Trump hat unsere nationale Sicherheit geopfert, um bei der nĂ€chsten Wahl zu schummeln. DafĂŒr, und fĂŒr seine anhaltenden BemĂŒhungen um eine auslĂ€ndische Einmischung in unsere Wahl, muss ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eingeleitet werden."
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Damals war Trump ein Außenseiter, von seiner Partei verachtet, ohne professionelles Wahlkampfteam, bei den finanziellen Mitteln bis zum Ende seiner Konkurrentin Hillary Clinton klar unterlegen. Trotzdem gewann er.

Ins Wahljahr 2020 geht Trump mit einem gewaltigen Vorsprung. Partei und WĂ€hlerbasis stehen eng an seiner Seite, vor den Toren Washingtons arbeitet bereits eine professionelle Wahlkampfzentrale, und er sammelt seit dem Tag seines Amtsantritts Spenden fĂŒr seine Wiederwahl. Über 150 Millionen Dollar hat er selbst schon eingeworben.

Trump geht also trotz AffĂ€ren und Skandalen aus einer Position der StĂ€rke ins Wahljahr. Er verfĂŒgt ĂŒber den Amtsbonus, ist allgegenwĂ€rtig im Leben der Amerikaner. Die Wirtschaft brummt trotz aller zwischenzeitlichen Warnzeichen weiter: Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Börsenkurse klettern – ĂŒberaus wichtig fĂŒr die Abermillionen Amerikaner, deren Altersabsicherung an den Aktienmarkt gekoppelt ist.

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Doch es gibt auch große UnwĂ€gbarkeiten: Trump hat seine UnterstĂŒtzerbasis nicht ausbauen können – er bleibt mit Werten von knapp ĂŒber 40 Prozent so unbeliebt wie eh und je. In der Mitte der Gesellschaft ist man ermĂŒdet vom tĂ€glichen Drama um den PrĂ€sidenten.

Ob die Impeachment-Anklage die Aussichten fĂŒr Trump und seine Gegner wirklich geĂ€ndert hat, lĂ€sst sich derzeit noch nicht sagen. Beide Seiten können damit wohl ihre WĂ€hler mobilisieren.

Die Demokraten werden nervös

Doch die grĂ¶ĂŸte Unbekannte fĂŒr Trump und fĂŒr die WĂ€hler lautet: Wen schicken die Demokraten gegen den PrĂ€sidenten ins Rennen?

Bei ihnen tobt seit Monaten der Vorwahlkampf: die Kandidaten sind im Land unterwegs, es gab bereits sechs große TV-Debatten. 13 Bewerber haben schon wieder aufgegeben, 15 sind noch im Rennen – zuletzt kamen sogar neue dazu. Das liegt daran, dass bei den Demokraten eine große NervositĂ€t ausgebrochen ist.

Anfang Februar beginnen die parteiinternen Vorwahlen. Die demokratischen Kandidaten sind seit Monaten unablÀssig in den Bundesstaaten unterwegs, die ihre Abstimmungen zuerst abhalten: Iowa, New Hampshire, Nevada und South Carolina.

Doch bislang hat sich kein Favorit herausgeschĂ€lt. Es ist sogar völlig unklar, ob die Demokraten einen sehr linken oder gemĂ€ĂŸigten Bewerber aufstellen. Und die meisten Kandidaten, die sich gute Chancen ausrechnen, mĂŒssen Fragen nach ihrer Schlagkraft in einem Duell mit Trump beantworten.

Zweifel an Biden

So werden zwei linke Kandidaten kritisch beĂ€ugt, ob sie wirklich massentauglich sind. Die Senatorin Elisabeth Warren, zwischenzeitlich in den Umfragen vorn, begeistert zwar ihre AnhĂ€nger mit ihren fĂŒr Amerikas VerhĂ€ltnisse radikalen PlĂ€nen fĂŒr eine Reichensteuer, eine staatliche Krankenversicherung und eine kostenlose UniversitĂ€t – WĂ€hler in der Mitte der Gesellschaft schreckt Warren allerdings noch ab. Bernie Sanders, der selbsterklĂ€rte Sozialist, verfĂŒgt immer noch ĂŒber eine treue AnhĂ€ngerschaft wie schon 2016, steht allerdings noch weiter links als Warren und muss sich wegen seines Alters von 78 Jahren und einem im Oktober erlittenen Herzinfarkt die Frage nach seiner Fitness gefallen lassen.

Noch lauter werden allerdings die Zweifel an Joe Biden geĂ€ußert. Der frĂŒhere VizeprĂ€sident startete im FrĂŒhjahr als großer Favorit ins Rennen. Doch in den TV-Debatten und anderen Auftritten wirkt der 77-JĂ€hrige nicht auf der Höhe. Außerdem hat Trumps Ukraine-AffĂ€re die problematischen GeschĂ€fte von Bidens Sohn Hunter ins Bewusstsein der WĂ€hler gerĂŒckt. Biden ringt mitunter um die richtigen Worte. Er punktet vor allem mit seiner Vergangenheit als VizeprĂ€sident Barack Obamas und dem Versprechen, dass alles wieder werde wie frĂŒher. Trotz aller AbgesĂ€nge steht Biden in Umfragen weiter gut da. Doch kann er so gegen Trump bestehen?

Einer wirft mit Geld um sich

Die Sorge um Biden hat eine ganz neue Dynamik ausgelöst. Zum einen profitierte ein Kandidat, der wie Biden die moderaten WĂ€hler anspricht, aber sonst vollkommen anders ist: Pete Buttigieg, 37 Jahre alt, schwul, redebegabt, galt plötzlich als neue Hoffnung. Der bis vor wenigen Monaten völlig unbekannte ProvinzbĂŒrgermeister aus dem Bundesstaat Indiana kletterte zuletzt in den Umfragen nach oben.

Und dann entschied sich im November doch noch der frĂŒhere New Yorker BĂŒrgermeister Mike Bloomberg, ins Rennen einzusteigen. Bloomberg hatte eigentlich schon abgesagt, nach den ersten AbgesĂ€ngen auf Biden hat er sich umentschieden – und sprengt sogleich die Werbeetats.

Der MultimilliardĂ€r hat allein in den ersten drei Wochen mehr als 100 Millionen Dollar fĂŒr Fernsehwerbung ausgegeben – das ist mehr als die Favoriten zusammen im ganzen Jahr. Der ebenfalls schon 77-JĂ€hrige hĂ€tte also immerhin die finanziellen Mittel, um gegen Trump zu bestehen. Aber noch gibt es keine Hinweise darauf, dass die demokratische WĂ€hlerbasis tatsĂ€chlich einen MultimilliardĂ€r aus New York ins Rennen schicken will.

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Es ist also wahrscheinlich, dass die Demokraten viele Wochen und Monate brauchen, um ihren Kandidaten zu finden. Ein Sieger steht indes schon fest: Je lĂ€nger die Kandidaten Zeit, Kraft und Geld im parteiinternen Wettkampf aufwenden, desto besser fĂŒr Donald Trump.

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