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SPD-Kanzlerkandidat: Wäre Olaf Scholz in der CDU, würde er Merkel beerben

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Wäre Scholz in der CDU, würde er Merkel beerben

Ein Kommentar von Gerhard Spörl

10.08.2020, 15:59 Uhr
Scholz kandidiert als Kanzler: "Ich will gewinnen!"

Der neu ernannte Spitzenkandidat der SPD für die nächste Bundestagwahl; Vizekanzler Olaf Scholz, sagt, er wolle die kommende Bundesregierung anführen. (Quelle: Reuters)

"Ich will gewinnen": So selbstbewusst zeigt sich Olaf Scholz bei seiner Nominierung als SPD-Kanzlerkandidat. (Quelle: Reuters)


Die SPD macht öfter mit gegensätzlichen Entscheidungen Schlagzeilen. Jetzt stellt die Partei Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten auf – und tut sich und ihm damit keinen Gefallen. Ein anderer wäre die bessere Wahl.

Olaf Scholz wird Kanzlerkandidat. Darum ist er nicht zu beneiden, denn er wird von den falschen Leuten aus den falschen Gründen in diesen Stand erhoben. Und dass er nicht Kanzler wird, weiß er am besten. Auch wenn er nun so tut, als glaubte er ernsthaft, demnächst Kanzler werden zu können.

Ich hätte da einen Vorschlag: Die SPD hält die große Koalition für Teufelswerk, sonst hätte sie das Duo infernale Esken/Walter-Borjans nicht gewählt, das unbedingt mit der Linken und den Grünen regieren will. Ist ja in Ordnung, sollen die beiden Ausnahmepolitiker wollen dürfen. Auch wenn ihnen auffallen sollte, dass die Grünen in dröhnendes Schweigen verfallen, weil sie anderes im Sinn haben – nämlich eine Regierung mit der Union. Folglich ist das ganze Unterfangen mit dem Kanzlerkandidaten Scholz eine Totgeburt.

Olaf Scholz ist Mr. Zuverlässig – und dennoch ungeeignet

Olaf Scholz' Mangel an Ausstrahlung kommt ihm in Corona-Zeiten zugute. Mit der Kanzlerin versteht er sich gut, wie man aus gemeinsamen Pressekonferenzen weiß. Zur Wiedergeburt der Union trägt er als Finanzminister bei. Unfreiwillig, versteht sich. Dass die SPD bei 15, 16 Prozent herumkrebst, liegt nicht an ihm, sondern an den Gegensätzen in der SPD. Schließlich wollte seine Partei ihn nicht als Vorsitzenden und eigentlich aus der Koalition herausschießen.

In seiner Partei steht der Olaf nicht in der Mitte, sondern am Rande. In die Merkel-CDU passte er viel besser, zumal sie sich bis zur Unkenntlichkeit der Scholz-SPD angenähert hatte. Deshalb rückt sie nun nach links, um sich wieder zu unterscheiden. Mal ein Gedankenspiel: Olaf Scholz gehört der CDU an und bewirbt sich gegen Laschet/Merz/Söder um die Kanzlerschaft. Gediegen, unideologisch und erfahren, wie er ist, wäre er der ideale Nachfolgekandidat für Angela Merkel.

Die SPD und ihre Inkonsequenz

Die SPD ist groß darin, von Opposition zu träumen, wenn sie den Kanzler stellt, siehe Helmut Schmidt, siehe Gerhard Schröder. Die SPD ist auch groß darin, ihre Vorsitzenden schlecht zu reden, siehe Andrea Nahles, siehe Sigmar Gabriel.

Und außerdem ist die SPD groß darin, Kandidaten aufzustellen, die nicht in ihren Mainstream passen, siehe Steinmeier, siehe Steinbrück. Jetzt also Scholz. Was für eine Vorlage für Laschet/Söder/Merz! Sie werden süffig sagen: Guter Mann, der Olaf, leider aber in der falschen Partei.

Konsequent inkonsequent ist sie, unsere SPD. Dabei steht der ideale Mann für sie bereit: Kevin Kühnert.

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