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Nach NPD-Demo: Flüchtlinge beziehen Zeltstadt in Dresden

Nach Ausschreitungen bei NPD-Demo  

Erste Flüchtlinge beziehen Zeltstadt in Dresden

25.07.2015, 12:55 Uhr | dpa

Nach NPD-Demo: Flüchtlinge beziehen Zeltstadt in Dresden. NPD-Anhänger demonstrierten vor der Ankunft mehrerer Flüchtlinge in Dresden. (Quelle: dpa)

NPD-Anhänger demonstrierten vor der Ankunft mehrerer Flüchtlinge in Dresden. (Quelle: dpa)

In Dresden sollen mehrere hundert Flüchtlinge in den nächsten Tagen untergebracht werden. Die ersten von ihnen haben nun eine eilig errichtete Zeltstadt bezogen. Rund 200 Menschen empfingen die Ankömmlinge bei ihrer Ankunft mit Applaus - zuvor war eine Anti-Asylanten-Veranstaltung eskaliert.

Bei einer NPD-Demonstration gegen Asylbewerber war es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen: Rechtsextreme griffen Gegendemonstranten an. Knallkörper explodierten, es flogen Wurfgeschosse. Ein Polizeieinsatz konnte nicht verhindern, dass drei Menschen verletzt wurden. Etwa 200 Asylgegnern standen 350 Gegendemonstranten gegenüber.

Die Ankunft der Flüchtlinge verlief schließlich ohne Störungen. Eine Polizeikette musste nur vereinzelte Rechtsextreme abdrängen.

"Zeigen Sie Menschlichkeit!"

Sachsens Landesregierung verurteilte die Unruhen: Angriffe "gegenüber Menschen, die Flüchtlinge willkommen heißen, sind nicht hinzunehmen. Hier werden Grenzen überschritten", sagte Staatskanzlei-Chef Fritz Jaeckel (CDU). "Diejenigen, die das tun, werden wir unerbittlich verfolgen und zur Rechenschaft ziehen."

Jaeckel appellierte an die Dresdner: "Zeigen Sie Menschlichkeit!"

Die sächsische Landeshauptstadt will bis zu 800 vor allem aus Syrien kommende Menschen in der Zeltstadt aufnehmen. Betreiber ist das Deutsche Rote Kreuz.

Zahl der Asylanträge wird hoch bleiben

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet derweil mit einer dauerhaft hohen Zahl von Asylbewerbern in Deutschland. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Flüchtlingszahlen aus den Kriegsgebieten dieser Welt in den nächsten Jahren hoch bleiben werden", sagte der Präsident der Behörde, Manfred Schmidt, der "Südwest Presse".

Das Bundesamt in Nürnberg erwartet in diesem Jahr deutschlandweit 400.000 Erstanträge auf Asyl - doppelt so viele wie 2014 und achtmal so viele wie noch 2010.

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