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Fake-News: So will Facebook in Deutschland vorgehen

Wahlleiter warnt vor Hacker-Angriffen  

So will Facebook gefälschte Nachrichten in Deutschland bekämpfen

16.01.2017, 11:33 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Fake-News: So will Facebook in Deutschland vorgehen. Das Online-Netzwerk Facebook will gegen gefälschte Nachrichten in Deutschland vorgehen. (Quelle: dpa)

Das Online-Netzwerk Facebook will gegen gefälschte Nachrichten in Deutschland vorgehen. (Quelle: dpa)

Facebook wurde wegen Verbreitung von gefälschten Nachrichten im US-Wahlkampf heftig kritisiert. Auch in Deutschland erwartet der Bundeswahlleiter Dieter Sarreither massive Falschmeldungen. Jetzt kündigt Facebook Maßnahmen an. 

Recherchezentrum soll filtern

Facebook will im Jahr der Bundestagswahl härter gegen die Verbreitung gefälschter Nachrichten vorgehen. Als Partner werde das Recherchezentrum Correctiv von Nutzern gemeldete Inhalte prüfen und gegebenenfalls als zweifelhaft auszeichnen, kündigte das weltgrößte Online-Netzwerk an. 

Außerdem sollen ähnlich wie in den USA die Möglichkeiten, mit sogenannten Fake News Geld zu verdienen, eingedämmt werden. Facebook war unter massive Kritik geraten, nachdem sich im US-Wahlkampf in großem Stil Falschmeldungen über das Netzwerk ausbreiteten.

"Posting verschwindet nicht"

Die Nutzer würden die Möglichkeit bekommen, einen Beitrag als potenzielle Falschmeldung zu markieren, erklärte der zuständige Facebook-Manager Guido Bülow. Damit werde ein mehrstufiger Prozess der Prüfung eingeleitet, am Ende werde neben einem Beitrag mit als falsch erkannten Informationen ein entsprechender Warnhinweis stehen sowie eventuell ein Link zu einem Artikel mit tatsächlichen Fakten.  

Correctiv bekommt kein Geld von Facebook. "Wir sind überzeugt, dass alles getan werden muss, um der Verbreitung von gefälschten Nachrichten in sozialen Netzwerken entgegenzutreten", erklärte der Leiter des Recherchezentrums, David Schraven. Facebook will auch weitere Partner für den Kampf gegen gefälschte Nachrichten gewinnen.

"Das Posting an sich verschwindet nicht auf der Plattform, wir verstecken es nicht, Leute können es weiterhin teilen",sagte Bülow. Der Warnhinweis bleibe aber bei der weiteren Verbreitung angeheftet. "Es kann auch sein, dass wir bei unglaubwürdigen Artikeln die Sichtbarkeit reduzieren." Beiträge, die gegen Gesetze oder Facebooks Richtlinien verstoßen, würden hingegen entfernt.

Im Wahlkampf in den USA hatten sich vor allem Fake News zu Gunsten des künftigen Präsidenten Donald Trump erfolgreich bei Facebook weiterverbreitet. Dazu gehörte zum Beispiel die erfundene Nachricht, dass Papst Franziskus ihm seine Unterstützung ausgesprochen habe. Zugleich gab es falsche negative Berichte über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.

Kritiker warfen Facebook vor, dass es damit möglich geworden sei, das Wahlergebnis durch Lügen zu beeinflussen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg bestritt, dass Falschmeldungen die Wahl entschieden hätten. In Deutschland wird mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst ebenfalls eine Welle von falschen Informationen befürchtet.

Abwehrzentrum gegen Desinformation geplant

Bundeswahlleiter Dieter Sarreither sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", sein Amt bereite sich auf "vielfältige Angriffsstrategien" durch Cyber-Attacken vor und spiele bereits diverse Szenarien durch. Gegen Falschmeldungen plant die Regierung offenbar ein Abwehrzentrum gegen Desinformation - aller Voraussicht nach unter dem Dach des Bundesinnenministeriums, wie die Zeitung berichtete.

"Anschläge können schon lange nicht mehr nur mit Sprengstoffgürteln begangen werden, sondern auch mit Bits und Bytes per Hackerangriff", sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) der "Welt". Deshalb baue die Regierung ein Cyber-Abwehrzentrum auf. "Wir rüsten uns also sehr gezielt auch mit technischen Abwehrmitteln."

Desinformation müsse die Regierung klarstellen, Kampagnen versuchen zu stoppen, fuhr Maas fort. Gefälschte Nachrichten seien eine Gefahr "für unsere Debattenkultur". Wenn es um strafbare Verleumdung oder üble Nachrede gehe, sei auch der Rechtsstaat gefordert.

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