Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomePolitikDeutschlandGesellschaft

Aktion "Soko Chemnitz" soll eine Falle gewesen sein: "Danke, liebe Nazis"


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextRWE: Lage bei Gasversorgung schwierigSymbolbild für einen TextBidens Mehrheit wieder geschrumpftSymbolbild für einen TextHier soll es heute schneienSymbolbild für einen TextEx-Wolfsburger schießt kurioses WM-TorSymbolbild für einen TextAus für deutschen Discounter im NordenSymbolbild für einen TextPopstar trauert um seinen Sohn Symbolbild für ein VideoDrohne verfolgt Panzer – fatale FolgenSymbolbild für einen TextNeuer Moderator im "Frühstücksfernsehen"Symbolbild für einen TextErzieherinnen rächen sich mit DrohungSymbolbild für einen TextDönerladen: Frau wirft Dackel über ThekeSymbolbild für einen TextLegendäres Gasthaus folgt auf SchuhbeckSymbolbild für einen Watson TeaserSupermarkt führt neuen Service ein Symbolbild für einen TextAnzeige: Jahres-LOS kaufen und Einzel-LOS gratis dazu sichern
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

"Soko Chemnitz" soll eine Falle gewesen sein

Von t-online, aj

Aktualisiert am 06.12.2018Lesedauer: 3 Min.
Rot markierte Personen: Eine Szene aus dem Video des "Zentrums für politische Schönheit" zu ihrer "Soko Chemnitz". Die Unkenntlichmachung erfolgte durch t-online.de.
Rot markierte Personen: Eine Szene aus dem Video des "Zentrums für politische Schönheit" zu ihrer "Soko Chemnitz". Die Unkenntlichmachung erfolgte durch t-online.de. (Quelle: Screenshot)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Das "Zentrum für Politische Schönheit" hat seine umstrittene Aktion gegen mutmaßliche Rechte beendet und als "Honigtopf" entlarvt. Demnach sollten diese mit dem Online-Pranger angelockt werden und sich selbst identifizieren.

"Danke, liebe Nazis", heißt es in dem Tweet der Aktivisten und Künstlergruppe "Zentrum für Politische Schönheit". "Ein besonderer Dank geht an die Volkstrottel der 'Bürgerbewegung ProChemnitz' und zwar dafür, dass sie unsere Webseite so wundervoll in ihren Netzwerken verbreitet hat!", schrieb die Gruppe in einem weiteren Post.

Mit diesen Worten löste die Gruppe ihren Online-Pranger "Soko-Chemnitz" auf – und sorgte für eine überraschende Wendung: Mutmaßliche Rechtsextreme sollten sich auf der Seite durch die Suche ihres eigenen Namen selbst identifizieren. Ein sogenannter "Honeypot", eine Falle, wie das Netzwerk auf der "Soko-Chemnitz"-Seite schreibt.

Vergangenen Montag hatte das "Zentrum für politische Schönheit" öffentlich dazu aufgerufen, Teilnehmer der Chemnitzer Demonstrationen vom August und September dieses Jahres zu melden. In Chemnitz gäbe es auch ein Büro der "Soko Chemnitz", in dem Hinweise entgegengenommen und auch Belohnungen ausgezahlt werden sollen. "Denunzieren Sie noch heute Ihren Arbeitskollegen, Nachbarn oder Bekannten und kassieren Sie Sofort-Bargeld", lautete es auf der eigens erstellten Internetseite. Ziel sei es, "den Rechtsextremismus 2018 systematisch" zu erfassen und unschädlich zu machen.

"Danke für das vorzeitige Weihnachtsgeschenk"

Nur wenige Tage später dann die Wendung: "Wir bauten eine Webseite mit einem einzigen Ziel: Ihr liefert uns Euer gesamtes Netzwerk selbst aus und zwar ohne es zu merken", schreibt die Gruppe auf der Seite, und adressiert den Eintrag an die rechte Szene. Bei der Aktion seien "1.552 ermittelte Teilnehmerinnen und Teilnehmer" identifiziert worden. "Danke für das vorzeitige Weihnachtsgeschenk", heißt es weiter.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter
Twitter

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Laut einem Bericht der "Berliner Morgenpost" habe das Netzwerk über 2,6 Millionen Aufrufe der Seite in knapp drei Tagen gezählt. Die Suchfunktion habe Sucheingaben nach Relevanz gewichtet.

Nach eigenen Angaben der Gruppe habe jeder Besucher der Seite lediglich eine Auswahl aus 20 Profilen pro Kategorie zu sehen bekommen. Gemäß der Datenschutzbestimmungen seien die Suchdaten mitgeloggt und einer pseudonymisierten Benutzerkennung zugewiesen worden. Eine Suche nach weniger bekannten Namen der rechten Szene hätte demnach eine höhere Relevanz gehabt.

Dabei sei ein "riesiger Datenschatz" entstanden, der nun über einen Algorithmus ein weites Netzwerk des Rechtsextremismus in Deutschland abbilden könne. Im Schnitt sei nach 6,72 Freunden oder Bekannten gesucht worden, wie die Gruppe auf der Seite schreibt.

Kritik an der Aktion

Die Aktion war scharf kritisiert worden. Unter anderem wurden Diskriminierungsvorwürfe und datenschutzrelevante Bedenken gegen das "Zentrum für politische Schönheit" laut. Einzelne Nutzer sahen darin auch eine Kritik an der groß angelegten Öffentlichkeitsfahndung der Polizei Hamburg nach den G20-Krawallen. Das "Zentrum für politische Schönheit" gab außerdem vor, "computergesteuerte Gesichtserkennung" eingesetzt zu haben und versteht die Aktion als Empfehlung, "diese legalen Technologien unverzüglich zu verbieten." Mindestens neun Strafanzeigen wurden laut einem Bericht des "Tagesspiegels" gegen das ZPS eingereicht. Der Deutsche Kulturrat sprach von einer "problematischen Kunstaktion". Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums betonte, eine Strafverfolgung liege beim Staat "und da solle es auch bleiben".

Zudem gab es Hinweise, dass Bilder gegen den Willen der Fotografen genutzt würden. Das teilte das Jüdische Forum für Demokratie und Antisemitismus (JFDA) auf Twitter mit. Man habe eine Kooperationsanfrage im Vorfeld ausdrücklich abgelehnt und werde rechtliche Schritte einleiten. Das "Zentrum für politische Schönheit" reagierte und schrieb, man werde sich kümmern.

Nach dem gewaltsamen Tod eines Mannes Ende August in Chemnitz, der mutmaßlich von Flüchtlingen erstochen wurde, war es zu fremdenfeindlichen Übergriffen und Demonstrationen auch rechter Gruppen gekommen, die teils in Gewalttätigkeiten mündeten. Die Künstlergruppe "Zentrum für politische Schönheit" sorgte bereits in der Vergangenheit mit provokanten Aktionen für Aufmerksamkeit.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • Soko-Chemnitz-Seite
  • Berliner Morgenpost: "Nazis sollten sich selbst identifizieren"
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
"Lauterbachs Entführung sollte einen Putsch einleiten"
  • Marc von Lüpke-Schwarz
Marc von Lüpke
Berliner Morgenpost

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website