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So denken die Deutschen über Gender-Sprache

  • Johannes Bebermeier
Von Johannes Bebermeier

Aktualisiert am 25.01.2019Lesedauer: 2 Min.
Der Fleyer "Empfehlungen für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache" mit Beispielen vor dem Neuen Rathaus in Hannover: Die meisten Deutschen halten die Maßnahme nicht für sinnvoll.
Der Fleyer "Empfehlungen für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache" mit Beispielen vor dem Neuen Rathaus in Hannover: Die meisten Deutschen halten die Maßnahme nicht für sinnvoll. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa-bilder)
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Die Stadt Hannover formuliert künftig geschlechtsneutral – um alle Menschen anzusprechen. Für wie sinnvoll das die Deutschen halten, zeigt eine Umfrage für t-online.de.

Lehrende statt Lehrerinnen und Lehrer? Redepult statt Rednerpult? Die Stadt Hannover nutzt künftig geschlechtsneutrale Sprache in der Verwaltung. So sollen auch diejenigen angesprochen werden, "die sich selbst nicht als Frau oder Mann beschreiben".

Eine gute Idee? Die Mehrheit der Deutschen findet das nicht. Rund 67 Prozent hält es nicht für eine sinnvolle Maßnahme zur Gleichstellung aller Geschlechter. Das ergibt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online.de. Nur rund 22 Prozent halten die geschlechtsneutrale Sprache für sinnvoll, gut 11 Prozent sind in der Frage unentschieden.

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Die Nachricht über die Neuerung in Hannover löste Anfang der Woche eine Debatte in den Medien aus. t-online.de hatte die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Hannovers, Maren Gehrke, mit Kritik unserer Leser konfrontiert. Sie antwortete unter anderem: "Geschlechtsumfassend zu formulieren steht weder der Sanierung von Straßen im Wege noch behindert es den sozialen Wohnungsbau, es kostet kein Geld und nicht mehr Zeit." Die Empfehlungen seien nur ein Bruchteil dessen, was in Hannover für Geschlechtergerechtigkeit getan werde.

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Die Umfrage zeigt nun, dass es unter Anhängern keiner Partei eine Mehrheit für das Vorgehen Hannovers gibt. Am meisten Zustimmung findet die Maßnahme bei der SPD (36 Prozent), den Grünen (35 Prozent) und den Linken (29 Prozent). Von den Anhängern der FDP halten nur 14,5 Prozent geschlechtsneutrale Sprache für ein sinnvolles Mittel, bei Anhängern von CDU/CSU nur 13 Prozent. Am größten ist die Ablehnung bei Anhängern der AfD: Nur 3 Prozent halten das Vorgehen Hannovers für sinnvoll.

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In Städten kommt die Maßnahme dabei besser an als auf dem Land. Eine Mehrheit findet die geschlechtsneutrale Sprache dort aber auch nicht. In Regionen mit sehr hoher Bevölkerungsdichte halten sie rund 34 Prozent für sinnvoll, in sehr dünn besiedelten Regionen nur rund 17 Prozent. Mit rund 25,5 Prozent halten mehr Frauen geschlechtsneutrale Formulierungen für sinnvoll als Männer (18 Prozent).

Zur Methodik:

In die Umfrage flossen die Antworten von 5.034 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 23. und dem 25. Januar 2019 online gefragt wurden: "Ist die Nutzung geschlechtsneutraler Sprachformulierungen Ihrer Meinung nach eine sinnvolle Maßnahme zur Gleichstellung aller Geschlechter?". Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozent; für Teilgruppen kann er davon abweichen.

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