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Tödlicher Unfall mit SUV in Berlin: "Panzerähnliche Autos raus aus der Stadt"

Debatte um SUVs nach Todesfahrt  

"Panzerähnliche Autos gehören nicht in die Stadt"

09.09.2019, 08:42 Uhr | dpa

Greenpeace und Deutsche Umwelthilfe gegen Geländewagen (Quelle: t-online.de - Reuters)
Greenpeace und Deutsche Umwelthilfe gegen Geländewagen

Die Umweltschutz-Organisation Greenpeace hat in Bremerhaven an einem Transportschiff die Entladung von mehreren Hundert BMW-SUVs blockiert. (Quelle: t-online.de)

Protest in Bremerhaven: Greenpeace-Aktivisten blockieren die Ausladung hunderter BMW-SUVs. (Quelle: t-online.de)


Schwere Sportgeländewagen raus aus den Innenstädten? Nach dem Berliner Unfall mit vier Toten ist eine Debatte um SUVs angefacht. Die Grünen fordern Obergrenzen und bundesrechtliche Regelungen.

Nach dem für vier Menschen tödlichen Unfall in Berlin fordern die Grünen Regelungen, um große Sportgeländewagen (SUV) aus Innenstädten verstärkt herauszuhalten. "Wir brauchen eine Obergrenze für große SUV in den Innenstädten", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, dem "Tagesspiegel". "Am besten wäre eine bundesrechtliche Regelung, die es Kommunen erlaubt, bestimmte Größenbegrenzungen zu erlassen."

In diesem Jahr würden nach Branchenschätzungen erstmals über eine Million der geländegängigen Limousinen – sogenannte Sport Utility Vehicle (SUV) – in Deutschland neu zugelassen, schreibt die Zeitung. Der Marktanteil werde auf rund ein Drittel steigen. Der Verkehrs- und Umweltexperte Krischer sagte: "Die Autos brauchen immer breitere Parkplätze in Städten, wo der Raum immer knapper wird. Sie sind eine Gefahr gerade für Fußgänger und Radfahrer." Es brauche dringend eine Debatte, "wie groß die Autos denn noch werden sollen, die in unseren Innenstädten rumfahren".

Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, forderte im "Tagesspiegel" rasch umsetzbare Maßnahmen gegen SUV: Entweder eine City-Maut, die die Einfahrt in Städte für große, schwere Wagen sehr teuer mache – oder ein Parkverbot beziehungsweise deutlich erhöhte SUV-Parkgebühren in Städten.

Der Unfall in Berlin hatte am Wochenende umgehend eine politische Debatte über SUV-Autos in Städten angefacht. Ein solcher hochmotorisierter Wagen war am Freitagabend im Zentrum der Hauptstadt von der Straße abgekommen und hatte vier Fußgänger tödlich verletzt, darunter einen dreijährigen Jungen. Die Polizei machte am Sonntag noch keine näheren Angaben, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

Sind SUVs grundsätzlich gefährlicher als andere Autos?

SUVs sind bei Autokäufern in Deutschland zunehmend beliebt, obwohl sie von Kritikern als besonders umweltschädlich bezeichnet werden. Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), sagte am Wochenende: "Solche panzerähnlichen Autos gehören nicht in die Stadt." Jeder Fahrfehler bedeute Lebensgefahr für Unschuldige. Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) reagierte zurückhaltender: "Wir müssen analysieren, wie es zu diesem schrecklichen Unfall kommen konnte, bevor wir Konsequenzen ziehen können.

Angesichts des schweren Verkehrsunfalls hatte auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erneut einen Verkaufsstopp von Stadtgeländewagen gefordert. 




"Man kann nicht einfach sagen: Ein SUV ist grundsätzlich gefährlicher als ein Polo oder als ein Smart", sagte der Unfallforscher Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft indes der Deutschen Presse-Agentur. Mehr Einfluss als das Gewicht hätten Geschwindigkeit und Art des Zusammenstoßes. Im Berliner Fall hätte aber der Ampelmast einen Polo möglicherweise abgehalten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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