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CDU-Ministerin schlägt Sondersteuer auf Fleisch vor – für besseres Tierwohl

Für besseres Tierwohl  

CDU-Ministerin schlägt Sondersteuer auf Fleisch vor

06.01.2020, 10:23 Uhr | AFP

CDU-Ministerin schlägt Sondersteuer auf Fleisch vor  – für besseres Tierwohl  . Zwei Freilandschweine: Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin schlägt eine Sondersteuer vor. (Quelle: imago images/CHROMORANGE)

Zwei Freilandschweine: Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin schlägt eine Sondersteuer vor. (Quelle: CHROMORANGE/imago images)

Das Tierwohllabel wird nicht viel bringen, glaubt Barbara Otte-Kinast. Um Tierhaltung wirklich zu verbessern, ist aus Sicht der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin vor allem eines nötig: Geld.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hat eine Sondersteuer zur Finanzierung besserer Tierhaltungsbedingungen angeregt. Andernfalls würden die Landwirte auf den Mehrkosten für mehr Tierwohl sitzenbleiben, sagte die Ministerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "An der Ladenkasse, das wissen wir, wird es freiwillig nicht bezahlt. Da brauchen wir gar nicht drauf zu setzen."

Deswegen werde das von der Bundesregierung geplante freiwillige Tierwohllabel auch keinen Durchbruch bringen, sagte Otte-Kinast der Zeitung. "Wir brauchen vermutlich eine Sondersteuer."

"Das Geld muss beim Bauern ankommen"

Die CDU-Politikerin sprach sich dabei aber ausdrücklich gegen eine höhere Mehrwertsteuer auf Fleisch aus. "Bei der Mehrwertsteuer lässt sich nicht festschreiben, wohin die Mehreinnahmen fließen sollen. Das Geld muss aber beim Bauern ankommen."

Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin: Barbara Otte-Kinast. (Quelle: imago images)Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin: Barbara Otte-Kinast. (Quelle: imago images)

Unterstützung erhielt Otte-Kinast von ihrem Ressortkollegen in Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD). Er verwies in der "NOZ" auf ein Gutachten des Agrarbeirats der Bundesregierung, wonach eine gesellschaftlich akzeptierte Nutztierhaltung Mehrkosten von drei bis fünf Milliarden Euro verursachen würde. "Gesellschaft und Staat sind also gefordert, die Mehrkosten über einen längeren Zeitraum des Übergangs verlässlich zu finanzieren", sagte Backhaus der Zeitung. Das könne "gegebenenfalls auch neue Steuereinnahmen" bedeuten. Aber auch andere Lösungen seien denkbar.

Bauernverband: "Zu kurz gesprungen"

Der Bauernverband reagierte skeptisch: Vizepräsident Werner Schwarz bezeichnete Debatten über eine Fleischsteuer als "zu kurz gesprungen". Das Geld für bessere Tierhaltung müsse am Markt zusammenkommen. Er verwies auf die "Initiative Tierwohl", bei der Handelsunternehmen in einen Fonds einzahlen, aus dem bessere Haltungsbedingungen refinanziert werden.

Schwarz betonte, dass es nach wie vor bau- und umweltrechtliche Hürden gebe, wenn Landwirte Ställe tiergerecht umbauen wollten. Dies verhinderte Investitionen zusätzlich. Er forderte einen "nationalen Deal für die Tierhaltung".

Ministerin Otte-Kinast sagte, sie könne den Unmut der Landwirte verstehen. "Wir müssen sagen, wie die Ställe der Zukunft aussehen sollen." Diese Entscheidung sei 2020 nötig. "Da erwarte ich Ergebnisse von der Bundesregierung. Sonst fördern wir weiter Politikverdrossenheit."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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