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Neonazis am Pranger ÔÇô das sagt das Netz zur ProSieben-Doku

Von dpa, ds

Aktualisiert am 29.09.2020Lesedauer: 2 Min.
Journalist Thilo Mischke: 18 Monate lang hatte er f├╝r "Rechts. Deutsch. Radikal" in der rechten Szene in Deutschland recherchiert. Eine Szene f├╝hrte zum Rauswurf des fr├╝heren Pressesprechers der AfD-Fraktion.
Journalist Thilo Mischke: 18 Monate lang hatte er f├╝r "Rechts. Deutsch. Radikal" in der rechten Szene in Deutschland recherchiert. Eine Szene f├╝hrte zum Rauswurf des fr├╝heren Pressesprechers der AfD-Fraktion. (Quelle: obs/ProSieben)
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Mit einer Dokumentation ├╝ber die rechte Szene in Deutschland ist dem Privatsender ProSieben ein journalistischer Scoop gelungen. Das Netz feiert den Beitrag ÔÇô die AfD muss sich erkl├Ąren.

Ungewohntes Thema zur besten Sendezeit: Auf dem Privatsender ProSieben lief am Montagabend die Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal". Journalist Thilo Mischke hatte daf├╝r 18 Monate lang in der rechten Szene in Deutschland recherchiert. Das Ergebnis: Eine zweist├╝ndige Sondersendung, die dem Privatsender im Netz eine Menge Zustimmung bescherte. Die AfD hingegen bringt der Beitrag in Erkl├Ąrungsnot.

In der Sendung gibt Mischke einen tiefen Einblick in die rechte Szene in der Republik: Er besucht Rechtsrockkonzerte und Pegida-Demonstrationen, spricht mit Neonazis und Aussteigern, Experten und Politikern. H├Âhepunkt der Sendung sind die Aufnahmen mit versteckter Kamera, in der sich Christian L├╝th, fr├╝herer Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, menschenverachtend ├╝ber Migranten ├Ąu├čert. Mehr dazu lesen Sie hier.

Die f├╝r einen Privatsender ungew├Âhnliche Dokumentation schlug auch im Netz hohe Wellen. So schrieb Konstantin Kuhle, Innenpolitischer Sprecher der FDP im Bundestag, auf Twitter: "Danke ProSieben, dass Ihr das wichtige Thema Rechtsextremismus ins Zentrum der gesellschaftlichen Debatte ger├╝ckt habt."

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Auch SPD-Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis lobte den Beitrag und nannte ihn "ein weiteres Dokument, das belegt, dass keiner von uns sagen kann 'Davon habe ich nichts gewusst'. Wir wissen alle von der Gefahr, die von der AfD ausgeht."

"Beeindruckende Dokumentation ÔÇô ganz ohne Werbung"

Auch beim TV-Publikum kam der Beitrag gut an. "Ich hatte bei einem Privatsender etwas Rei├čerisches, mit Werbung Durchsetztes erwartet und wurde positiv ├╝berrascht. Eine sehr sachliche, respektvolle, gut recherchierte und absolut beeindruckende Dokumentation. Und ganz ohne Werbung! Hut ab", schreibt ein Twitter-Nutzer. Ein anderer schreibt: "Ich hoffe, dass Thilo Mischke viele zum Nachdenken angeregt hat."
Wieder andere Nutzer schlagen die Sendung als Unterrichtsmaterial in Schulen vor.

Besonders die AfD hat durch die Dokumentation ein Rechtfertigungs-Problem: Je schlechter es Deutschland gehe, desto besser sei dies f├╝r die AfD und Migranten k├Ânnten notfalls "erschossen" oder "vergast" werden, wird in dem Beitrag mit Christian L├╝th ein hoher AfD-Funktion├Ąr in einem Ged├Ąchtnisprotokoll zitiert. In der Sendung selbst ist er namentlich nicht genannt, Recherchen der "Zeit" haben ihn aber eindeutig identifizieren k├Ânnen. Die AfD-Fraktion entlie├č L├╝th am Montag fristlos.

Co-Fraktionschef Alexander Gauland sagte daraufhin der Deutschen Presse-Agentur: "Die Herrn L├╝th zugeschriebenen ├äu├čerungen sind v├Âllig inakzeptabel und in keiner Weise mit den Zielen und der Politik der AfD und der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag vereinbar."

"Die wollen deine Situation nicht verbessern"

EU-Politikerin und Ex-Justizministerin Katarina Barley twitterte dazu: "Das sage ich immer, wenn mir ein (potenzieller) AfD-W├Ąhler begegnet: die wollen deine Situation nicht verbessern. Weil sie nur Stimmen von Unzufriedenen und W├╝tenden bekommen. Also ist die Entscheidung: w├╝tend sein oder eigene Situation verbessern wollen?"

Christian Hirte, CDU-Bundestagsabgeordneter, schrieb: "#L├╝th best├Ątigt v├Âlkisch-rassistische Pr├Ągung der #H├Âcke-AfD. Dies best├Ąrkt uns in der klaren Abgrenzung gegen├╝ber dieser Partei."

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