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ProSieben: So reagiert das Netz auf die Doku "Rechts. Deutsch. Radikal"

"Absolut beeindruckend"  

Neonazis am Pranger – das sagt das Netz zur ProSieben-Doku

29.09.2020, 11:46 Uhr | ds, dpa

ProSieben: So reagiert das Netz auf die Doku "Rechts. Deutsch. Radikal". Journalist Thilo Mischke: 18 Monate lang hatte er für "Rechts. Deutsch. Radikal" in der rechten Szene in Deutschland recherchiert. Eine Szene führte zum Rauswurf des früheren Pressesprechers der AfD-Fraktion. (Quelle: obs/ProSieben)

Journalist Thilo Mischke: 18 Monate lang hatte er für "Rechts. Deutsch. Radikal" in der rechten Szene in Deutschland recherchiert. Eine Szene führte zum Rauswurf des früheren Pressesprechers der AfD-Fraktion. (Quelle: obs/ProSieben)

Mit einer Dokumentation über die rechte Szene in Deutschland ist dem Privatsender ProSieben ein journalistischer Scoop gelungen. Das Netz feiert den Beitrag – die AfD muss sich erklären.

Ungewohntes Thema zur besten Sendezeit: Auf dem Privatsender ProSieben lief am Montagabend die Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal". Journalist Thilo Mischke hatte dafür 18 Monate lang in der rechten Szene in Deutschland recherchiert. Das Ergebnis: Eine zweistündige Sondersendung, die dem Privatsender im Netz eine Menge Zustimmung bescherte. Die AfD hingegen bringt der Beitrag in Erklärungsnot. 

In der Sendung gibt Mischke einen tiefen Einblick in die rechte Szene in der Republik: Er besucht Rechtsrockkonzerte und Pegida-Demonstrationen, spricht mit Neonazis und Aussteigern, Experten und Politikern. Höhepunkt der Sendung sind die Aufnahmen mit versteckter Kamera, in der sich Christian Lüth, früherer Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, menschenverachtend über Migranten äußert. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Die für einen Privatsender ungewöhnliche Dokumentation schlug auch im Netz hohe Wellen. So schrieb Konstantin Kuhle, Innenpolitischer Sprecher der FDP im Bundestag, auf Twitter: "Danke ProSieben, dass Ihr das wichtige Thema Rechtsextremismus ins Zentrum der gesellschaftlichen Debatte gerückt habt."

Auch SPD-Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis lobte den Beitrag und nannte ihn "ein weiteres Dokument, das belegt, dass keiner von uns sagen kann 'Davon habe ich nichts gewusst'. Wir wissen alle von der Gefahr, die von der AfD ausgeht."

"Beeindruckende Dokumentation – ganz ohne Werbung"

Auch beim TV-Publikum kam der Beitrag gut an. "Ich hatte bei einem Privatsender etwas Reißerisches, mit Werbung Durchsetztes erwartet und wurde positiv überrascht. Eine sehr sachliche, respektvolle, gut recherchierte und absolut beeindruckende Dokumentation. Und ganz ohne Werbung! Hut ab", schreibt ein Twitter-Nutzer. Ein anderer schreibt: "Ich hoffe, dass Thilo Mischke viele zum Nachdenken angeregt hat."
Wieder andere Nutzer schlagen die Sendung als Unterrichtsmaterial in Schulen vor. 

Besonders die AfD hat durch die Dokumentation ein Rechtfertigungs-Problem: Je schlechter es Deutschland gehe, desto besser sei dies für die AfD und Migranten könnten notfalls "erschossen" oder "vergast" werden, wird in dem Beitrag mit Christian Lüth ein hoher AfD-Funktionär in einem Gedächtnisprotokoll zitiert. In der Sendung selbst ist er namentlich nicht genannt, Recherchen der "Zeit" haben ihn aber eindeutig identifizieren können. Die AfD-Fraktion entließ Lüth am Montag fristlos.

Co-Fraktionschef Alexander Gauland sagte daraufhin der Deutschen Presse-Agentur: "Die Herrn Lüth zugeschriebenen Äußerungen sind völlig inakzeptabel und in keiner Weise mit den Zielen und der Politik der AfD und der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag vereinbar."

"Die wollen deine Situation nicht verbessern"

EU-Politikerin und Ex-Justizministerin Katarina Barley twitterte dazu: "Das sage ich immer, wenn mir ein (potenzieller) AfD-Wähler begegnet: die wollen deine Situation nicht verbessern. Weil sie nur Stimmen von Unzufriedenen und Wütenden bekommen. Also ist die Entscheidung: wütend sein oder eigene Situation verbessern wollen?"

Christian Hirte, CDU-Bundestagsabgeordneter, schrieb: "#Lüth bestätigt völkisch-rassistische Prägung der #Höcke-AfD. Dies bestärkt uns in der klaren Abgrenzung gegenüber dieser Partei."

Verwendete Quellen:

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