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Siebter Geburtstag: Gegenproteste bei Gründungstag von Pegida-Bewegung

Staatsanwaltschaft prüft Reden  

Gegenproteste am Gründungstag der Pegida-Bewegung

17.10.2021, 21:20 Uhr | dpa

Siebter Geburtstag: Gegenproteste bei Gründungstag von Pegida-Bewegung. Gegendemonstranten in Dresden: Beim Geburtstag der Pegida-Bewegung kamen mehr Menschen, die sich gegen das Bündnis einsetzten als Befürworter. (Quelle: dpa/Matthias Rietschel)

Gegendemonstranten in Dresden: Beim Geburtstag der Pegida-Bewegung kamen mehr Menschen, die sich gegen das Bündnis einsetzten als Befürworter. (Quelle: Matthias Rietschel/dpa)

Am siebten Jahrestag der asyl- und ausländerfeindlichen Bewegung lag die Zahl der Gegendemonstranten deutlich höher als bei den Feiernden. Ein breites Bündnis hatte zuvor zum Gegenprotest aufgerufen.

In Dresden hat sich am Sonntag breiter Widerstand gegen die asyl- und ausländerfeindliche Pegida-Bewegung formiert. Mehrere Bündnisse hatten zu Gegendemonstrationen und zu Protestzügen Richtung Innenstadt aufgerufen. Auf dem Altmarkt sammelten sich die Gegendemonstranten am Nachmittag mit Transparenten, Trillerpfeifen und Rasseln. Manche hatten Kochtöpfe und Löffel mitgebracht, um in Sicht- und Hörweite lautstark zu protestieren.

Auf der anderen Seite des Platzes im Dresdner Zentrum waren die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) zusammengekommen, um ihren siebten Geburtstag zu feiern, darunter auch Pegida-Gründer Lutz Bachmann. Vor der Bühne standen Schätzungen zufolge knapp 1.000 Menschen und damit weniger als erwartet. Deutlich mehr, etwa 2.500 bis 3.000 Protestierende, waren es auf der Gegenseite. Die stark vertretene Polizei hatte beide Lager mit Absperrgittern und einer breiten Gasse voneinander getrennt.

Staatsanwaltschaft prüft zwei Reden

Unter anderem hatten etwa die Technische Universität (TU) Dresden sowie das Bündnis "Herz statt Hetze" zu Protesten aufgerufen. "In unserer Universität leben wir ein Miteinander, das getragen ist von Respekt gegenüber Andersdenkenden, -lebenden und -aussehenden", sagte TU-Rektorin Ursula Staudinger bei einer von der Hochschule angemeldeten Demonstration. Auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hatte im Vorfeld dazu aufgerufen, am Sonntag für Vielfalt, Weltoffenheit und ein friedliches Miteinander auf die Straße zu gehen.

Lutz Bachmann (r.): Der Mitbegründer von Pegida begrüßte den Rechtspopulisten und ehemaligen Vizekanzler Österreichs, Heinz-Christian Strache, in Dresden. (Quelle: dpa/Matthias Rietschel)Lutz Bachmann (r.): Der Mitbegründer von Pegida begrüßte den Rechtspopulisten und ehemaligen Vizekanzler Österreichs, Heinz-Christian Strache, in Dresden. (Quelle: Matthias Rietschel/dpa)

Die Versammlungen seien weitgehend friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagabend. Bei der Gegenkundgebung aus der Dresdner Neustadt wurde vereinzelt Pyrotechnik gezündet. Zudem werden laut Polizei zwei Reden, die bei der Pegida-Versammlung gehalten wurden, von der Staatsanwaltschaft auf eine strafrechtliche Relevanz überprüft. Anwesend bei der Pegida-Kundgebung war auch Heinz-Christian Strache, ehemaliger Parteichef der rechtspopulistischen FPÖ und Vizekanzler Österreichs.

Es wurden mehrere Platzverweise ausgesprochen sowie vereinzelte Verstöße gegen das Versammlungsgesetz sowie Körperverletzungen geprüft. Pegida wird seit Mai vom Verfassungsschutz in Sachsen als "erwiesene extremistische Bestrebung" beobachtet. Bachmann gilt schon länger als Rechtsextremist.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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