Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Außenpolitik >

Michel Friedmann: Darum will die Türkei das DW-Interview verbieten

Michel Friedmann äußert sich  

Darum will die Türkei das DW-Interview verbieten

07.09.2016, 12:43 Uhr | dpa

Michel Friedmann: Darum will die Türkei das DW-Interview verbieten. Moderator Michel Friedman ist bekannt für seine unnachgiebigen Fragen. Den türkischen Sportminister befragte er unter anderem zum Thema Frauenrechte. (Quelle: dpa)

Moderator Michel Friedman ist bekannt für seine unnachgiebigen Fragen. Den türkischen Sportminister befragte er unter anderem zum Thema Frauenrechte. (Quelle: dpa)

Die Beschlagnahmung eines Interviews der Deutschen Welle (DW) mit dem türkischen Minister für Jugend und Sport hat zu einem heftigen Streit zwischen dem Sender und dem Ministerium in Ankara geführt. Michel Friedman, der das Interview am Montagabend geführt hatte, meint den Grund dafür zu kennen.

Bei dem Gespräch mit Minister Akis Cagatay Kilic sei es um verschiedene Themen gegangen, so Friedman. "Wir landeten dann auch bei - ein Stichwort, das ihm überhaupt nicht gepasst hat - bei den Rechten der Frauen." Dabei ging es um die Situation von Frauen und Verhütung.

Nachdem das Fernsehteam das Gebäude bereits verlassen habe, seien Vertreter des Ministeriums gefolgt. Nach einer kurzen Diskussion über den Inhalt des Interviews sei der Kameramann auf Türkisch aufgefordert worden, die Chipkarte aus der Kamera herauszunehmen.

Der Ministeriumsvertreter sei mit dem Chip dann wieder im Gebäude verschwunden. "Wir haben kein Material mehr", so Friedman.

Kilic streitet alles ab

Kilic bestreitet die Beschlagnahme des Interviews für das DW-Format "Conflict Zone" (Konfliktzone). Solche Berichte entsprächen nicht der Wahrheit, teilte er am Dienstagabend via Twitter mit. Man habe lediglich gefordert, das Interview nicht auszustrahlen. Die Deutsche Welle müsse diesem Wunsch nach Autorisierung nachkommen.

Ein DW-Sprecher bezeichnete die Behauptung daraufhin als "schlichtweg abenteuerlich". "Wenn das Videomaterial nicht unrechtmäßig konfisziert worden wäre, hätte die DW das Material noch und könnte die Sendung wie geplant ausstrahlen." 

Herausgabe gefordert

Der deutsche Auslandssender forderte die türkischen Behörden zur sofortigen Herausgabe des Videomaterials auf. Sie prüfe zudem mögliche rechtliche Schritte. Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) forderte die türkischen Behörden auf, das beschlagnahmte Material unverzüglich herauszugeben. "Das ist der schwerstmögliche Angriff auf die Pressefreiheit, wie wir ihn nur aus Diktaturen kennen", kritisierte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. Das Auswärtige Amt müsse sich einschalten.


 

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Perfekt modischer Auftritt bei jedem Geschäftstermin
zum klassisch-coolen Blazer
Anzeige
Ihr Geschenk: Amazon Echo Show 5™
smart abstauben: bei kobold.vorwerk.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal