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Deutscher Konjunkturboom 2018: "Alle Ampeln stehen auf Grün"

Deutscher Konjunkturboom 2018  

"Alle Ampeln stehen auf Grün"

27.01.2018, 06:47 Uhr | dpa, t-online.de, pdi

Deutscher Konjunkturboom 2018: "Alle Ampeln stehen auf Grün". Männer arbeiten auf einer Baustelle in München: Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung von Ökonomen mit einem kräftigen binnen- und außenwirtschaftlichen Schub ins neue Jahr gestartet. (Quelle: dpa)

Männer arbeiten auf einer Baustelle in München: Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung von Ökonomen mit einem kräftigen binnen- und außenwirtschaftlichen Schub ins neue Jahr gestartet. (Quelle: dpa)

Der Optimismus der Experten war selten so groß: Nach einem guten Start der deutschen Wirtschaft ins neue Jahr rechnen Volkswirte auch für 2018 mit einem Konjunkturboom. Wie stark kann der Arbeitsmarkt davon profitieren?

Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung von Ökonomen mit einem kräftigen binnen- und außenwirtschaftlichen Schub ins neue Jahr gestartet. Zudem profitierten Unternehmen bei Investitionen weiter von der EZB-Politik des lockeren Geldes. Verglichen damit seien die aktuellen weltwirtschaftlichen Risiken als gering einzustufen, betonten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Entsprechend rechneten die meisten von ihnen für 2018 mit weiter sinkenden Arbeitslosenzahlen.

"Im Moment stehen alle Ampeln auf Grün", sagte DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein zur günstigen gesamtwirtschaftlichen Situation. "Die Weltwirtschaft brummt, der Binnenmarkt ist in guter Verfassung, der Konsum läuft, die Einkommen steigen, und die Beschäftigung wächst weiter. Es gibt im Moment eigentlich keine schlechten Nachrichten von der Wirtschaft", meinte der Arbeitsmarkt- und Konjunkturexperte.

"Konjunkturentwicklung in großer Breite"

Sein Kollege Marc Schattenberg von der Deutschen Bank sieht das ähnlich: "Wir haben im Moment wirklich eine sehr gut laufende Konjunktur." Vor allem der Umstand, dass die Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen zuletzt deutlich zugelegt hätten, sorge für eine "Konjunkturentwicklung in großer Breite".

Andere Volkswirte verwiesen darauf, dass viele Betriebe lange damit gezögert hätten, ihren Maschinenpark zu erneuern oder sogar zu vergrößern. Die vollen Auftragsbücher hätten es den Chefs nun leicht gemacht, neue Maschinen zu beschaffen.

Gedämpfter fällt dagegen der Optimismus von BayernLB-Volkswirt Stefan Kipar aus. Zwar rechnet auch er für 2018 mit einem Wachstum von gut zwei Prozent, mit einem ähnlichen Boom wie 2017 aber nicht.

Dämpfend dürfte nach seiner Einschätzung eine stärker steigende Inflationsrate wirken. "Damit würden auch die Realeinkommen der Verbraucher sinken", gibt Kipar zu bedenken. Zudem dürfte der Mangel an Fachkräften bei manchen Unternehmen zu ersten Engpässen führen.

Weniger Arbeitslose erwartet

Daher fällt auch sein Arbeitsmarktausblick für 2018 verhaltener aus. Der BayernLB-Volkswirt rechnet für dieses Jahr im Schnitt kaum noch mit Bewegung auf dem Arbeitsmarkt: Mit 2,5 Millionen Menschen werde sich die jahresdurchschnittliche Arbeitslosigkeit auf dem Niveau von 2018 bewegen.

Optimistischer ist Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld. Er rechnet mit einem Rückgang der Erwerbslosigkeit im Jahresmittel um rund 150.000 auf etwa 2,37 Millionen. Andere Volkswirte halten einen Rückgang um 100 000 für realistisch.

Weitgehend einig sind sich die Arbeitsmarktexperten hingegen beim Blick auf den Januar. Zum Jahresauftakt rechnen sie mit einem Anstieg der Erwerbslosenzahl um rund 200 000 auf rund 2,58 Millionen. Das wären rund 192 000 weniger als vor einem Jahr. Der Anstieg gehe allerdings allein auf das Konto saisonaler Effekte. Wegen des Winterwetters ruhe vor allem in den Außenberufen häufig die Arbeit.

Firmen trennten sich deshalb über den Winter von einem Teil ihrer Beschäftigten, die sich wiederum arbeitslos meldeten. Ohne diese Effekte wäre die Zahl der Jobsucher im Januar um 15.000 bis 20.000 gesunken, sind Experten überzeugt. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen für den Januar veröffentlicht die Bundesagentur am Mittwoch (31.01.).

Quellen:

- dpa

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