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Razzien: "Reichsbürger" wollten offenbar eigene Armee aufbauen

MDR berichtet  

"Reichsbürger" wollten offenbar Armee aufbauen

10.04.2018, 11:34 Uhr | ds, dpa, rtr

Razzien: "Reichsbürger" wollten offenbar eigene Armee aufbauen. Der Grund für die Razzien gegen Reichsbürger an diesem Wochenende scheinen klar: Die Gruppe wollte Waffen horten und eine eigene Armee gründen, berichtet der MDR.  (Quelle: imago images/Christian Ohde)

Der Grund für die Razzien gegen sogenannte Reichsbürger an diesem Wochenende scheint klar: Die Gruppe wollte Waffen horten und eine eigene Armee gründen, berichtet der MDR. (Quelle: Christian Ohde/imago images)

Am Wochenende gab es deutschlandweite Razzien gegen "Reichsbürger". Jetzt scheint auch der Grund klar: Die Gruppe wollte wohl eine eigene Armee gründen. Das berichtet der MDR.

Nach den deutschlandweiten Razzien gegen sogenannte Reichsbürger kommen neue Details über die rechtsextreme Gruppe ans Licht: Die Bewegung hatte offenbar vor, eine Partisanenarmee zu gründen. Das berichtet der MDR. Die Bundesanwaltschaft suchte unter anderem nach scharfen Waffen, wie t-online.de berichtete.

Am Sonntagmorgen wurden unter anderem die Wohnungen von acht namentlich bekannten Beschuldigten sowie weiterer nicht tatverdächtiger Personen in Berlin, Brandenburg und Thüringen durchsucht. Dabei wurden auch Spezialkräfte der GSG 9 und des Mobilen Einsatzkommandos des Bundeskriminalamtes eingesetzt.

Gruppe soll Waffen und Lebensmittel horten

Die sogenannten Reichsbürger stehen im Verdacht, eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet zu haben. Darüber hinaus gibt es Anhaltspunkte für waffenrechtliche Verstöße. Festgenommen oder verhaftet wurde allerdings niemand.

Laut MDR-Informationen soll die Gruppe unter anderem aus Ingenieuren und Technikern bestehen. Sie horteten demnach Lebensmittel und legten Depots für Waffen an. Die "Reichsbürger" wurden wochenlang observiert, ihre Telefone überwacht, berichtet der MDR weiter. 

Die Gruppe soll ein geheimes Treffen vorbereitet haben, um die Armeepläne zu konkretisieren. Deshalb wurden die Hausdurchsuchungen veranlasst, so der MDR. 

Rund 16.500 "Reichsbürger" in Deutschland

Ziel der "Reichsbürger" ist es, die Bundesrepublik durch eine, an die Struktur des deutschen Kaiserreiches angelehnte, neue staatliche Ordnung zu ersetzen. "Dabei sollen die Beschuldigten auch in Betracht gezogen haben, nötigenfalls zielgerichtet Menschen zu töten. Nach den bisherigen Ermittlungen könnten sich die Beschuldigten zu diesem Zweck bereits Waffen beschafft haben", erklärte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. 

Waffen von "Reichsbürgern", die im November 2016 in Wuppertal sichergestellt wurden. (Quelle: dpa/Roland Weihrauch)Waffen von "Reichsbürgern", die im November 2016 in Wuppertal sichergestellt wurden. (Quelle: Roland Weihrauch/dpa)

Der Bundesverfassungsschutz geht davon aus, dass der "Reichsbürger"-Szene in Deutschland rund 16.500 Menschen angehören, darunter etwa 900 Rechtsextremisten. Rund 1.100 "Reichsbürger" verfügten danach Ende 2017 über Waffen. 350 Anhängern der Bewegung wurde die Waffenerlaubnis entzogen.

Der Verfassungsschutz und die Bundesländer bemühen sich, besonders den rechtsextremen "Reichsbürgern" die Waffenerlaubnis zu nehmen. Einer der Auslöser war ein Fall im Jahr 2016, als ein Polizist in der Nähe von Nürnberg von einem Anhänger der Szene erschossen wurde.

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