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Urteil: Was heißt lebenslange Haft und besondere Schwere der Schuld?

Prozessurteile  

Was heißt lebenslang und besonders schwere Schuld?

06.09.2019, 10:54 Uhr | dpa, js, t-online.de

Urteil: Was heißt lebenslange Haft und besondere Schwere der Schuld?. Justitia: Was bedeutet ein Urteil zu einer lebenslangen Haftstrafe und wie wirkt sich die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld aus?  (Quelle: imago images)

Justitia: Was bedeutet ein Urteil zu einer lebenslangen Haftstrafe und wie wirkt sich die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld aus? (Quelle: imago images)

Lebenslänglich mit besonderer Schwere der Schuld: Dieses Urteil fällt in besonders harten Fällen. Doch was bedeutet diese Strafe eigentlich? 

Lebenslange Haft

Lebenslange Haft ist die höchste Strafe in Deutschland. Sie wird am häufigsten bei Mord verhängt. Das Bundesverfassungsgericht hat aber geurteilt, dass jeder die Möglichkeit haben muss, vor seinem Tod freizukommen. Ein absolutes "lebenslänglich" gibt es also nicht.

Frühestens nach 15 Jahren kann die lebenslange Haft zur Bewährung ausgesetzt werden. Wird der Antrag eines Verurteilten auf Aussetzung der Reststrafe abgelehnt, kann er alle zwei Jahre neu gestellt werden.

Besondere Schwere der Schuld

Wenn das Gericht eine besondere Schwere der Schuld festgestellt hat, kann der Täter nur in Ausnahmefällen schon nach 15 Jahren freikommen. Zum Beispiel, wenn er sehr alt oder sehr krank ist. Die Wahrscheinlichkeit einer frühen Entlassung sinkt also, wenn eine besondere Schwere der Schuld festgestellt wird.

Eine besondere Schwere der Schuld kann vorliegen, wenn die Tat besonders verwerflich war, der Täter sehr brutal und grausam vorgegangen ist oder dem Opfer große Qualen zufügt hat. 

Sicherungsverwahrung

Sicherungsverwahrung ist keine Haft im eigentlichen Sinne; sie schließt sich an die verbüßte Haft an und dient dazu, die Öffentlichkeit von einem Straftäter zu schützen, von dem weiter Gefahr ausgeht. Sicherungsverwahrte bekommen daher mehr Freiheiten als andere Gefangene.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • Eigene Recherchen

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